Vielfalt und Emotion - Begeisterndes Cello- Konzert auf der Bühne in „kunstwerden“

Daniel Brandl

Cellist Daniel Brandl stellte auf der Bühne von „kunstwerden“ seine CD „Solo II“ vor, die erst am Morgen per Express-Sendung eingetrudelt war. Frank Brügma, engagierter Chef des rührigen Vereins „kunstwerden“, begrüßte im neuen Jahr und freute sich auf einen musikalischen Abend: „Daniel Brandl steht zum zweiten Mal auf unserer Bühne. Schon 2014 war es ein voller Erfolg – wir sind gespannt.“

Brandl studierte am Konservatorium (Fachrichtung Jazz & Pop) in Arnheim und schloss als „Bachelor of Music“ ab.
Mit „Gebet“ und dem „Lied vom kleinen Norden“ begann ein zauberhaftes Konzert, das mit unglaublicher Vielfalt und sehr viel Emotion berührte. Der Klang des Cellos füllte voluminös den Raum, dynamisch ansteigend, klang erschöpft aus. Brandl schonte sein Instrument nicht, schlug auf es ein. Dann wieder zupfte er grazil, großer Beifall war ihm gewiss.

Cellotradition

Der Bogen seufzte schwermütig, Brandl ließ seine Virtuosität spüren, das Auditorium war ganz Ohr. Die nächsten drei Werke bildeten eine Einheit, darunter die Sarabande in c-moll von Bach, ein Werk mit großer Cellotradition, wesentlich beeinflusst durch den Katalanen Pau Casals.
Beim irakischen Wiegenlied huschte der Bogen ganz zart über die Saiten, wurde dann immer emotionaler, vorm inneren Auge entstanden unwillkürlich Bilder…
Auf diesen ganz persönlichen west-östlichen Diskurs folgten „In Gedanken“ und eine ausgiebige Pause. Angeregte Gespräche, ein Wein, bei „kunstwerden“ lässt es sich gut aushalten.

Beatles-Zitat

Ganz in der Hand hatte Brandl seine Zuhörer mit einem kleinen Ratespiel: „Hier versteckt sich ein Beatles-Zitat. Nein, kein Bibelzitat, ich meine wirklich was von den Beatles.“
Das Stück hallte psychedelisch und technisch verfremdet aus, das muntere Raten begann. Nein, es ist weder Eleanor Rigby noch Yellow Submarine, aber ein Tipp: „Es stammt aus dem Album Revolver.“
Mit Balkanklängen näherte sich ein Duo. Beim langsamen „Versteckte Orte“ entlockte ein zärtlicher Brandl seiner Gefährtin wonnig-gurrende Töne, das schnelle „leuchtende Orte“ riss mit und erhielt besonders warmen Applaus.

Kurt Cobain

Weiter ging es mit „Was Du tust“ und dem „Monolog für ein brennendes Haus“, hier wurde es nach vorsichtigem Beginn dramatisch, der Musiker schüttelte seine Mähne, ein neuer Kurt Cobain. Björks „Joga“ und „Moonriver“ folgen, nach dem letzten Stück „Ende“ gab es zwei Zugaben. Der Hut, ach was, zwei Hüte gingen herum, an der Theke wurden rege die CDs gekauft, Daniel Brandl hatte viele neue Fans errungen.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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