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Wolfgang Sternkopf ist ein vielseitiges Talent. Foto: Privat | Foto: Foto: Sternkopf
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Während er gerade die Anthologie „Anwesende Abwesenheit....“ als 30. Buch mit einer Auswahl aus 1558 von ihm seit 1976 verfassten Werken veröffentlicht, stellt er parallel dazu bereits das 31. Buch „Bruch mit positiver Wirkung“ vor, das eine Übersicht gibt über seine Kreide-Objekte, und verweist auf „Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie.. Gedanken 50plus“, eine Anthologie von Texten, die zum Thema Beschäftigungsakt 50plus in Workshops erarbeitet und von Wolfgang Sternkopf herausgegeben wurden.

Von Silke Sobotta

GE. Dass Wolfgang Sternkopf ein „Hans Dampf in allen Gassen“ ist, dürfte bereits bekannt sein. Dass er aber derart aktiv ist und das in den verschiedensten Bereichen, muss schon bewundert werden.

„Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie...“

Denn die Workshops in deren Rahmen die Texte zu „Viele brauchen Erfahrung, wir haben sie ... Gedanken 50plus“ entstanden sind, wurden auch von Wolfgang Sternkopf gemeinsam mit der Gafög, der Gelsenkirchener Gesellschaft für Arbeitsförderung, ins Leben gerufen und durchgeführt.
Beteiligt waren Bürger der 50plus-Generation aus dem gesamten Ruhrgebiet, die zu Anfang oftmals recht schüchtern auftraten, aber im Laufe des Projektes zu wahren Talenten wurden. Ein Talent, das in dem Projekt entdeckt wurde, dürfte Klaus Poetsch sein, der die Anthologie durch seine Karikaturen bereichert, die ihm „so nebenbei“ auf dem Papier entstanden.
Als „Autorin mit Zukunft“ bezeichnet Sternkopf zum Beispiel Ute Haneke, die in der Anthologie mit drei Beiträgen vertreten ist und sich in Sternkopfs Augen dazu „qualifizierte“, einen Text zu seinem Buch Nummer 30 „Anwesende Abwesenheit...“ zu schreiben, der auf der Rückseite des Covers gut sichtbar veröffentlicht ist.

„Anwesende
Abwesenheit....“

„Als ich mal nachgezählt habe, wieviele Bücher ich so im Laufe der Jahre veröffentlicht habe, stellte ich fest, dass es 29 waren. Das gab den Anstoß dazu, diese 29 Bücher zu durchforsten und nachzuzählen, wieviele Texte sich darin befinden. Also holte ich meinen großen braunen Taschenrechner heraus und begann aufzurechnen. Am Ende kamen 1558 von mir seit 1976 verfasste Texte heraus. Diese Zahl hat mich echt erstaunt“, beschreibt der vielseitige Künstler.
Bei der Durchschau nahm er sich auch noch einmal den einen oder anderen Text genauer vor und stellte fest, dass selbst die ersten, die er im Alter von 26 Jahren verfasst hatte, heute noch zeitgemäß sind und ihm nach wie vor gefallen.
Es fiel ihm nicht leicht, eine Auswahl aus diesem Wust zu treffen, doch am Ende entschied er sich für 72 Texte aus verschiedenen „Epochen“ seiner Kreativität. Sternkopf bat vier Weggefährten darum, ihre Meinung zu den verschiedenen Schaffensphasen und der Person Sternkopf zu skizzieren. Und Dr. Kerstin Blaschke, Renate Quecke, Kerstin Westerwick und Peter Rose kamen dieser Bitte gern nach.
Sternkopf arbeitet sich in der Anthologie quasi vom Heute in die Vergangenheit zurück. So geht er im Text „Frage...“ aus dem Jahr 2012 dem Thema der Anthologie auf den Grund: „Was muss ich tun um anwesender Abwesenheit zu begegnen?“ Er stellt viele Möglichkeiten fest, entscheidet sich aber seinem Naturell entsprechend: „Ich probier es mal mit einem Lächeln...“
„Kennern“ des Künstlers, die vielleicht sogar an einer seiner Veranstaltungen „Sternkopf und Gäste“ teilgenommen haben, werden viele der hier veröffentlichten Texte noch wohlbekannt sein. Schwieriger dürfte es da schon bei den Klassikern, den Werken der frühen Sternkopf-Jahre, werden, wie „unterschiedlich breite Tage“ aus dem Jahr 1976. Da geht es um Kommunikation, die auch mal nonverbal sein kann, um das, was man sagt, und das, was dahinter steckt, und auch mal um ein „Zelleninventar“.
Bemerkenswert, wie zeitlos diese Zeilen in unserer modernen und megaschnellen Zeit geblieben sind.

„Bruch mit positiver
Wirkung...“

Meist ist ein Bruch das Ende von Etwas, einer Beziehung, einer Freundschaft, eines Lebenslaufes. Anders bei Wolfgang Sternkopf, denn er nutzt den Bruch, um daraus Kunst zu machen.
Gemeint ist damit vornehmlich der Kreidebruch, den er sich mal dreidimensional, mal als Objekt und mal als Grafik zunutze macht. Dabei arbeitet er schon lange mit Kreideobjekten, wie auch sein Vorwort in „Bruch mit positiver Wirkung...“ deutlich macht: „Der Drang von der Idee zur Ausführung zu kommen, ist die Geordnete Unruhe die seit Jahrzehnten anhält...“.
Als „reizvolle Licht- und Schattenspiele“ bezeichnet der ehemalige Gelsenkirchener Kulturdezernent Peter Rose diese Werke mit der großen Wirkung, die mal schwarz und mal weiß, aber auch mal bunt wie ein Harlekin sein können. Elisabeth Höving von der WAZ sieht in den Kreideobjekten, die eine Sternkopfsche Entdeckung sind, eine „überraschende Ästhetik“.
Während die Kreide in der Kunst sonst eher zum Zeichnen verwendet wird, nutzt der Gelsenkirchener ihre Form und Optik. Die „bewusst gebrochene Kreide“ wird in seinen Händen zu Werken wie „Für dieses Grundstück gibt es keine Baugenehmigung“. 2200 Kreide-Teile hat er für dieses 70 mal 70 Zentimeter große Wandkunstwerk verwand.
Weniger aufwendig aber genauso spektakulär präsentiert sich „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Das Werk besteht natürlich aus Kreidebruchstücken, natürlich unterschiedlicher Länge und einem ganz normalen vierteiligen Wellenspiegel zwischen dem die Kreide angeordnet ist und so für Dreidimensionalität sorgt.
Übrigens: „Ich bin anders“ bereichert die Kinetische Sammlung des Kunstmuseums Gelsenkirchen in der Horster Straße 5-7.
Die drei Veröffentlichungen des Gelsenkircheners sind in der Buchhandlung Junius, Sparkassenstraße, erhältlich oder beim Künstler selbst unter Tel. 0151/26459313, w.sternkopf@gelsennet.de.

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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