Neuer Film, altes Thema, aktuell diskutiert - demnächst in der "flora"
"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit"

Noch hat Lilli Czipowski (Alwara Höfels) gut Lachen, doch das Blatt wendet sich. | Foto: WDR_Redaktion_Bild
  • Noch hat Lilli Czipowski (Alwara Höfels) gut Lachen, doch das Blatt wendet sich.
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"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist eine Forderung, die heutzutage noch aktuell diskutiert wird: Verdienen Frauen das gleiche wie die Männer? Notwendiger Weise hat man im Jahr 2018 in Deutschland erst das Entgelttransparenzgesetz eingeführt. Die Forderung ist also so aktuell wie eh und je und Thema eines Films aus Gelsenkirchen, der uns in die 70er Jahre entführt.

Der Film mit dem Titel "Keiner schiebt uns weg" von Regisseur Wolfgang Murnberger, der bereits im TV lief, wird demnächst in der "flora" gezeigt, im Rahmen der Spielfilm-Reihe "Kleine und große Frauenwunder". In dem Film nach einer realen Begebenheit in Gelsenkirchen geht es um Lilli, die durch einen Zufall erfährt, dass ihr Kalle, und die anderen Männer im Betrieb, für die gleiche Arbeit im Foto-Großlabor "Kunze" viel höhere Zulagen erhalten. Dass sie im Monat bis zu 210 Mark mehr verdienen, auch wenn sie viel kürzer betriebsangehörig sind.

"Gerecht ist was anderes", meint Lilli (gespielt von Alwara Höfels) und sucht sich Mitstreiterinnen, bittet den Betriebsrat um Hilfe und verklagt - unterstützt von der Gewerkschaft - in einer Sammelklage ihren Arbeitgeber mit dem Ziel der Gleichbehandlung. Doch zunächst wird die Klage abgelehnt. Danach geht es zum Bundesarbeitsgericht.

Der Film beziehe sich auf die Heinze-Frauen, die Ende der 70er Jahre tatsächlich für ihre gerechte Bezahlung einstanden, erklärte Wiltrud Apfeld, Leiterin des Kulturraums "die flora". Und da es ein Gelsenkirchener Ereignis beschreibt, passe das prima in die neue Reihe, die den Kampf der Frauen um Gleichberechtigung thematisiert.
Bei Heinze, so ist es in der Chronik nachzulesen, arbeiteten 1979 16 Männer und 53 Frauen. Die Männer wurden für die Nachtschichten gebraucht, da diese Tätigkeit den Frauen verboten war. Der höhere Lohn begründete sich wohl daraus, dass man Männer zu einem geringeren Entgelt nicht am Markt hätte bekommen können.

Der Film ist am Sonntag, 2. Juni, um 15 Uhr bei einem 50plus-Kinonachmittag zu erleben. Es gibt Kaffee und Kuchen und anschließend soll rege diskutiert werden. Seit TV-Ausstrahlung ist er in der ARD-Mediathek verfügbar.

Autor:

Harald Landgraf aus Dinslaken

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