Arbeitsgruppe der CDU Goch sammelte Ideen für eine Neugestaltung
Wie soll der Gocher Markt gestaltet werden? - Peter Poell fordert mehr Mut

Mehr Aufenthaltsqualität: Mit Wasser- und Sitzflächen würde der Platz zu einem echten Anziehungspunkt.
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  • Mehr Aufenthaltsqualität: Mit Wasser- und Sitzflächen würde der Platz zu einem echten Anziehungspunkt.
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Wenn es nach Peter Poell aus der CDU-Kreistagsfraktion geht, soll die Stadt Goch mutig vorangehen und den anderen Parteien in Sachen Klimaschutz einen vormachen: "Macht den Marktplatz frei von Autos!", so sein Vorschlag. Anlass war die Einladung der Arbeitsgruppe Stadtplanung/Entwicklung der CDU Goch zum Thema Steigerung der Aufenthaltsqualität.

VON FRANZ GEIB

Goch. Seit einem Jahr beschäftigt sich die 18-köpfige Arbeitsgruppe aus CDU-Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern mit der Verbesserung der Stadtentwicklung, frei nach dem Motto "Viele Menschen sehen viele Dinge, die zu ändern sind." Klaus Völling, der stellvertretende Vorsitzende, trug die Denkanstöße in einer Overhead-Projektion den rund 80 Gästen, die der Einladung ins Hotel de Poort gefolgt waren, vor. Ausgehend von insgesamt vier, fünf wichtigen Standorten und Themen, stand der Gocher Marktplatz im Fokus an diesem Abend.
Ausgehend von der Feststellung , dass der Handel das wichtigste Kriterium für eine positive Stadtentwicklung sei, diese aber im wesentlichen nur mit einer attraktiven Stadtgestaltung umzusetzen sei, präsentierte Völling anhand von Bildern, Luftaufnahmen und Grafiken zunächst den derzeitigen Zustand auf Gochs zentralem Platz: Hauptnutzer seien der Wochenmarkt und Autofahrer, die den Markt als Parkplatz ansteuern. Nur zu den regelmäßig wiederkehrenden Festen wie Kirmes und Mai- und Brunnenfest würde der Markt zur Eventfläche umfunktioniert. Die Situation: Wenig Aufenthaltsqualität, hohes Verkehrsaufkommen als Durchgangsverkehr, aber keine Verkehrsanbindung für Pkw von Süden kommend.
Ansatz der Arbeitsgruppe: Die Beschickung des Wochenmarktes sei ein unattraktives, "wildes" Parken der Aussteller, viel Platz und Potential bliebe ungenutzt. Dabei ließe sich mit ein wenig Aufwand durch eine komprimiertere Aufstellung der Marktstände auf der Südseite eine typischere Marktatmosphäre schaffen, 32 der insgesamt 58 Parkplätze blieben weiterhin erhalten.

Parkhaus am Wassergarten

Auch eine Neugestaltung des Marktplatzes inklusive seines Umfelds hat die Arbeitsgruppe zu Papier gebracht: Die Einbahnstraßenregelung für die Frauenstraße könne umgedreht werden, um die Erreichbarkeit des Marktes von Süden her zu verbessern. Der Verkehr könne von der Brückenstraße in die Steinstraße abgeleitet werden, die Brückenstraße im weiteren Verlauf für Pkw gesperrt werden, um somit der Gastronomie mehr Außenfläche zur Ausbreitung zu geben. Die Parkanordnung könne gedreht und in zwei Bereiche geteilt werden, die Platzmitte mit Gerichtslinde, Wasserflächen und Aufenthaltsmöglichkeiten (Bänke) gestaltet werden. 52 Parkplätze blieben erhalten.
Auch ein komplett autofreier Marktplatz mit alternativen Parkmöglichkeiten -Zentrales Parkhaus am Wassergarten, frei werdender Parkplatz des noch bestehenden ALDI-Marktes in der Nähe der Nierswelle- stand bei der CDU-Arbeitsgruppe auf der Agenda.
Jörg Zeiger betonte bei der Präsentation der Ideen, dass es sich hierbei lediglich um Anregungen handele: "Die Gestaltung der Gesamtsituation ist Sache der Stadt."
Aber die Stadt müsse sich anstrengen, gerade auch in der Konkurrenzsituation mit den Nachbarstädten, mahnte Dieter Üing in der sich anschließenden Diskussion an: "Kleve mit seinem Kaufkraft-Index von 170 (Laut Üing liegt der Goch-Index bei 109) hat schon eine Riesen-Sogwirkung."

Große Sogwirkung

Anke Helbing sah allerdings bei einer Komprimierung des Wochenmarktes die Gefahr des Wegbrechens einer Informations- und Kommunikationsquelle, wenn sich der Raum für lockere Zusammenkünfte auf die Hälfte reduziere. Lutz Dennstedt regte an, im Falle des reduzierten oder autofreien Marktplatzes einen weiteren Parkraum in die Überlegung zu nehmen, sollte der ALDI-Platz nicht als Parkfläche zu verwirklichen sein. Er schlug vor, die andere Seite der Voßstraße als weiteren (Park-) Hotspot in die Überlegungen einzubeziehen.
Peter Poell sieht den Ärger des Einzelhandels schon kommen, wenn der Marktplatz autofrei gestaltet werden sollte: "Aber muss der Parkplatz so nah an die Innenstadt herangeführt werden?" Eine attraktive Freifläche mit Wasserspielen und mehr Gestaltungsraum für die Gastronomie, komme vor allem der Jugend entgegen und zieht in der Folge möglicherweise so viel Kunden und damit Geld, dass davon zehn Jahre lang ein Shuttle-Dienst eingesetzt werden kann."
Die eingegangenen Vorschläge will die CDU nun in konkrete Anträge an die Verwaltung umwandeln.
Auch im Gocher Rat war die Marktplatzgestaltung ein Thema. Die FDP-Fraktion beantragte, die Bürger dazu zu ermuntern, Ideen einzureichen, um "daraus eine Tendenz zu erkennen". Für Klaus-Dieter Nikutowski ist der Markt ein "heißes Eisen", er polarisiere. Und der Werbering habe schon einmal der Politik "die Hütte eingerannt".
Ludwig Kade von der ZIG sah darin keinen Grund, die Bürger nicht zu beteiligen: ""Es kann nicht sein, dass wir den Bürger nicht fragen. Ob das nachher umgesetzt wird, ist die Frage."
Wolfgang Jansen, Geschäftsführer der GO! verwies darauf, dass die Fraktionen am 28. September eingeladen sind, mit einem Stadtplaner das Thema zu diskutieren. Die Ergebnisse könne man mit den Bürgern diskutieren. Darauf einigten sich alle einstimmig. Die CDU Goch sieht den Wochenmarkt als großes Durcheinander.

Mehr Aufenthaltsqualität: Mit Wasser- und Sitzflächen würde der Platz zu einem echten Anziehungspunkt.
Die Platzierung der Wochenmarktstände stößt auf Kritik
Autor:

Franz Geib aus Goch

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