Die Mitarbeiter begrüßen ihre Kundinnen und Kunden auf der Arnold-Janssen-Straße 8
Die "neue" Gocher Tafel

Uta Fitzner und Liesel Mitteis sind zwei der 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gocher Tafel, die die Kundinnen und Kunden seit Dienstag an anderer Stelle zu Gesicht bekommen werden. Foto: Steve
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So was nennt man wohl Punktlandung: Im Wonnemonat Mai wollte die Gocher Tafel ihre neuen Räumlichkeiten (wir berichteten im Februar über die Planungen) beziehen und das hat auf de Minute geklappt: Seit gestern begrüßt sie ihre Kunden und Kundinnen an der Arnold-Janssen-Straße 8 in den Räumen der ehemaligen Palette.

VON FRANZ GEIB

Goch."Unser Team hat in den letzten Wochen ordentlich gewirbelt", lobt die Vorsitzende des Trägervereins Arche das Engagement der Mitarbeiter, die den Betrieb der Tafel in den vergangenen Jahren managten und auch künftig am Laufen halten werden. Eine große Baustelle waren die Räume, in denen zunächst das Küchenstudio Schryvers zu finden war und später vom Sozialkaufhaus Palette genutzt wurden, zum Glück nicht, ein frischer Anstrich, neue Leitungen und ein neue Einrichtung genügten schon. "Aus einem Altenheim bekamen wir für unsere Ausgabe ein paar Tische, wofür wir sehr dankbar sind", freut sich Hans-Peter Kempkes vom Team. Auch der Empfangsraum ist mit ausreichend Sitzgelegenheiten bestückt, und an den großen Schaufenstern hängen bereits Gardinen. Hier im vorderen Bereich sollen die Kunden erstmal ankommen, Stühle und Tische sollen das Warten angenehmer gestalten. Mit ein paar Sichtblenden in den Fenstern wird ein bisschen Schutz geschaffen.

Ware wird sortiert und vorbereitet

"So wird vermieden, dass unsere Kunden während der Ausgabe draußen warten müssen und so den Blicken der Vorbeigehenden ausgesetzt sind", erläutert Werner Pellenkamp die Situation. Allerdings wird in Zeiten der Pandemie sowieso ein anderes System greifen müssen, damit sich die wartenden innerhalb der Räume nicht zu nahe kommen, wie Uta Fitzner erklärt: "Bei der Ausgabe werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Ware in die Taschen der Kunden packen."
Weiter hinten ist die ehemalige Schryvers-Werkstatt, die auch weiterhin genutzt wird: Die Fahrer der Tafel sollen nach wie vor die Zufahrt am Westring ansteuern, die Ware aus den Geschäften wird hier sortiert und für die spätere Ausgabe vorbereitet.
In einem weiteren Raum haben die Mitarbeiter der Tafel die Möglichkeit sich zwischendurch mal zurückzuziehen und bei einem Kaffee durchzuschnaufen.
"Personell sind wir gut ausgelastet, der Betrieb der Tafel läuft also, aber wir freuen uns natürlich über jeden, der uns in irgendeiner Form helfen will", so Uta Fitzner. Die rund 80 ehrenamtlichen Helfer der Arche (bis zu 35 von ihnen arbeiten bei der Tafel) und somit Mitglieder des Vereins leisten ihren "Mitgliedsbeitrag" durch Arbeitskraft und Zeit. Gesucht werden dagegen immer wieder vor allem zahlende Mitglieder, die für 60 Euro im Jahr, umgerechnet also nur fünf Euro im Monat, dem Verein, der sich ausschließlich aus Spendenmitteln finanziert, unter die Arme greifen könnten.

Neuer Transporter ist bestellt

Ein erster Aufruf im Gocher Wochenblatt hatte bereits Erfolg: Weil der Transporter, der derzeit die Supermärkte abfährt, schon in die Jahre gekommen ist und diverse Reparaturen über sich ergehen lassen musste, suchte der Verein nach Unterstützern, um sich mit deren Hilfe ein weiteres Fahrzeug anschaffen zu können. Das hat dank des Engagements unserer Leser und darüber hinaus weiterer Sponsoren funktioniert, so dass die Arche nunmehr ein neues Fahrzeug bestellen konnte. Somit ist weiter der Tafel-Slogan gewährleistet, wonach dass das Essen aus den Supermärkten dahin kommt, wo es hingehört ...
Einen kleinen Wunsch haben die Tafel-Mitarbeiter dennoch: Dass sich jemand fände, der sich mit einem Obulus für eine einheitliche Kleidung stark machen könnte.

Info: Träger der Gocher Tafel ist der Verein Arche e. V. Dessen Gründung geht auf eine gemeinsame Initiative der römisch-katholischen und evangelischen Gemeinden in Goch zurück. Er finanziert seine Arbeit und sämtliche Anschaffungen wie die Inneneinrichtung oder das Fahrzeug, ausschließlich durch Spenden. Rund 600 Menschen aus rund 70 Haushalten unterstützt die Gocher Tafel jeweils zweimal wöchentlich (dienstags und freitags von 9.30 bis 12 Uhr) mit Lebensmitteln, die die Ehrenamtlichen der Tafel bei örtlichen Supermärkten und Bäckereien einsammeln. Vor allem für viele Alleinerziehende und Rentner ist die Tafel eine wichtige Anlaufstelle. Gegen Vorlage ihres Kundenkärtchens und einem kleinen Obulus von 2 Euro bekommen sie hier frische und haltbare Ware, vom Brot bis zum Joghurt. Zu erreichen ist die Einrichtung unter Tel. 02823/9764434 oder info@arche-goch.de Wichtige Anlaufstelle

Uta Fitzner und Liesel Mitteis sind zwei der 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gocher Tafel, die die Kundinnen und Kunden seit Dienstag an anderer Stelle zu Gesicht bekommen werden. Foto: Steve
Freuen sich für ihre Kunden und Kundinnen über die Eröffnung der "neuen" Gocher Tafel (von links): Werner Pennekamp, Iris Böttcher, Hans-Peter Kempkes, Pfarrerin Rahel Schaller und Erhard König. Foto: Steve
Autor:

Franz Geib aus Goch

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