Mops schließt Geburtshilfe

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Keine leichte Entscheidung wurde für März 2018 getroffen. (Foto: privat)

Das Ev. Krankenhaus Haspe, auch „Mops“ genannt, plant zum 31. März 2018 die geburtshilfliche Abteilung zu schließen. „Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht und wir bedauern sehr, dass bald am Mops keine Babys mehr geboren werden“, betonen Markus Bachmann, Vorstand der Ev. Stiftung Volmarstein, Olaf Heinrich, Kaufmännischer Geschäftsführer, und Frank Bessler, Ärztlicher Geschäftsführer im Hasper Krankenhaus.

Für diese Entscheidung nennen die Verantwortlichen zwei Hauptgründe: Erstens gebe es große Schwierigkeiten, insbesondere Hebammen für den Standort Haspe zu finden. Zweitens gehe die Entwicklung in der Geburtshilfe immer mehr hin zur strukturellen Qualifizierung mit zumindest einer Kinderklinik am Haus bis hin zu Perinatalzentren, was beides auf absehbare Zeit am Mops nicht vorgehalten werden kann.
Auch Chefarzt Dr. med. dr hab. Jacek Kociszewski bedauert die Entscheidung: „Wir haben ein tolles Team in unserer Geburtshilfe. Die Mitarbeiterinnen prägen mit viel Engagement und hoher Fachlichkeit diese Abteilung. Dafür sind wir sehr dankbar. Dennoch gibt es leider aus den genannten Gründen keine andere Perspektive.“
Das Ev. Krankenhaus Haspe ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung mit verschiedenen Schwerpunkten wie zum Beispiel der Rheumatologie, der Kardiologie, dem Adipositas-Zentrum oder der Urogynäkologie. Mit 600 Geburten in 2016 und ca. 500 in 2017 sowie ohne eine eigene Kinderklinik ist die Geburtshilfe am Mops mit Abstand die kleinste Geburtsklinik in der Region. Die Anforderungen, die die Gesundheitspolitik an die Geburtshilfe stellt, wachsen ständig und sind zunehmend auf Perinatalzentren ausgerichtet. Demzufolge ist es als einzige „reine Geburtsklinik“ in Hagen und Umgebung besonders schwierig, neue Hebammen zu finden. Bereits im Sommer war der Kreißsaal in Haspe aufgrund eines krankheitsbedingten akuten Mangels an Hebammen für eine Woche geschlossen.
„Mit den Planungsbehörden und unseren Kooperationspartnern wie dem Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke und dem AKH werden wir nun weitere Gespräche führen. Unsere Ziele sind, den werdenden Müttern in der Region auch weiterhin eine hervorragende und sichere geburtshilfliche Versorgung und den betroffenen Mitarbeitern eine attraktive berufliche Perspektive zu bieten“, erläutert Frank Bessler. Markus Bachmann betont: „Das Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe bleibt für die Evangelische Stiftung Volmarstein ein wichtiger Standort. Wir leisten für die Menschen in Hagen und Umgebung weiterhin einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung.“ Mit hohen Investitionen und Baumaßnahmen wird das Krankenhaus Haspe derzeit erweitert und modernisiert.


Folgende geburtshilfliche Abteilungen stehen in Hagen und Umgebung zur Verfügung:

  • Allgemeines Krankenhaus Hagen, Grünstraße 35, 
  • Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Gerhard-Kienle-Weg 4
  • Helios Klinikum Schwelm, Dr.-Moeller-Straße 15
  • Marienhospital Witten, Marienplatz 2
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