Neujahrslesung im Spieker - Am 3. Februar gibt es im Spieker ein Wiederhören
Leichtfüßige Wortspiele erfreuen das Publikum

Mit einem berührenden Neujahrsschmankerl „Ein Liebesdienst“ (A Service of Love) verabschiedeten Sabine und Michael van Ahlen ihr Publikum. Foto Michael Döring
  • Mit einem berührenden Neujahrsschmankerl „Ein Liebesdienst“ (A Service of Love) verabschiedeten Sabine und Michael van Ahlen ihr Publikum. Foto Michael Döring
  • hochgeladen von Michael Menzebach

Haltern. In der ersten Lesung des neuen Jahres amüsierte und begeisterte Michael van Ahlen sein Stammpublikum mit einem halben Dutzend Kurzgeschichten aus der Feder des Schriftstellers O. Henry, alias William Sydney Porter (1862-1910), Vater der amerikanischen Short Story und Amerikas Antwort auf Guy de Maupassant.

Die dritte Geschichte „Ein knickriger Freier“ (A Lickpenny Lover) zählt zweifellos zu den besten unter seinen mehr als 250 in Manhattan verfassten Kurzgeschichten und überraschte am Ende mit einer unerwarteten Wendung. Das Publikum genoss sichtlich hörbar O. Henrys atmosphärisch dichte Sprache, seine zahlreichen Metaphern und Anspielungen, leichtfüßigen Wortspiele und sprühenden Witz, u.a. in: „Liebesgeschichte eines vielbeschäftigten Börsenmarklers, „Tildys kurzes Debut“ sowie „Der Liebestrank des Ikey Schoenstein“. In seiner Begrüßung berichtete der Veranstalter Horstfried Masthoff, dass O. Henry erst während seiner Gefängnisjahre – er verbüßte lediglich drei der ihm aufgebrummten fünf Jahre - ans Schreiben und die Trunksucht gekommen sei. Nach einer harten, hoffnungsarmen Jugend hatte er reich geheiratet und eine Anstellung bei der First National Bank in Austin, Texas, bekommen, wo man 1894 entdeckte, dass er 5557,02 Dollar unterschlagen hatte. In die Freiheit entlassen, sei er in Manhattan untergetaucht und habe in billigen Hotels oder möblierten Zimmern, stets nur einen Steinwurf von einer Kneipe entfernt seine Geschichten zu Papier gebracht, die Leser weltweit auch heute noch das Milieu der Elendsviertel New Yorks hören, „schmecken“ und fühlen lassen. Der Alkohol, insbesondere Whisky, das „Wasser des Lebens“, wurde ihm zum Verhängnis. Er starb hoch verschuldet im Alter von 48 Jahren in New York. Auf ein Wiederhören am 3. Februar! Lassen Sie sich Was vorlesen: „Wenn Frauen sich verheben und Männer zu viele Schuhe kaufen“.   (Eva Masthoff)

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