„Die Souveräne Leserin“ begeistert Zuhörer im Spieker

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Michael und Sabine van Ahlen lasen die Novelle von Alan Bennett. (Foto: Michael A. Döring)

Im Rahmen der Reihe "Literatur im Spieker" lasen am vergangenen Sonntag Michael und Sabine van Ahlen die Novelle des englischen Schriftstellers, Dramatikers, Regisseurs und Schauspielers Alan Bennett „Die Souveräne Leserin“.

Manche Bücher - dazu zählt unbedingt Alan Bennetts „Die Souveräne Leserin“ – nimmt man immer wieder in die Hand. Lässt man sich jedoch dieses Meisterwerk an komischer Kürze, dieses funkelnde Juwel von Hochkarätern wie Michael und Sabine van Ahlen vorlesen, fühlt man sich doppelt beschenkt.

Am Sonntag freute sich die Queen königlich über ihren Besuch im bis auf den letzten Platz besetzten Spieker. Sabine van Ahlen hatte darauf verzichtet, die piepsige Stimme der Queen nachzuahmen. Sie las normal aber durchaus royal. Als Queen zeigte sie sich höchst „amused“ über Union Jacks, royale Mugs und den Bobbyhelm, mit dem später die Pause eingeläutet wurde. Michael van Ahlen brillierte als Bibliothekar Hutchings, Küchenjunge Norman, Herzog von Edinburgh, Sir Kevin und Sir Claude.

Im Umfang des Textes haben sie zwar nicht viel zu sagen, doch gab er jedem eine eigene Stimme. Zum Inhalt! Die königlichen Kläffer, die Corgis, waren an allem schuld, waren sie doch einfach losgerannt und hatten vor dem allwöchentlichen Bücherbus der City of Westminster mächtig Radau gemacht. Und da die Queen tadellose – impeccable – Manieren hat, entschuldigt sie sich artig und leiht sich aus Höflichkeit ein Buch aus, ausgerechnet aus der Feder von Ivy Compton-Burnett. Nicht gerade prickelnde Lektüre, die dennoch in der Queen große Leselust weckt.

Mit verheerender Wirkung, denn sie beginnt alsbald ihre königlichen Pflichten sträflich zu vernachlässigen und vertilgt mit enormem Leseappetit Werke von Hardy, Brookner und Proust bis hin zu Balzac und Beckett. Tja, Lesen kann selbst eine Königin dazu bringen ihr Leben umzukrempeln. Was ihr Hofstaat anstellt, um ihrer literarischen Odyssee ein Ende zu bereiten, müssen Sie, wenn Sie nicht dabei waren, nachlesen. Ich sage schon mal AUF WIEDERHÖREN!

(Bericht: Eva Masthoff)
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