Rainer Köster hat ein Buch über den Widerstand in Heiligenhaus geschrieben
Spitzel saßen im Kirchenchor

In seinem Buch "Ewig kann´s nicht Winter sein" hat Rainer Köster Widerstand und Verfolgung in Heiligenhaus in den Jahren von 1933 bis 1945 dokumentiert.
  • In seinem Buch "Ewig kann´s nicht Winter sein" hat Rainer Köster Widerstand und Verfolgung in Heiligenhaus in den Jahren von 1933 bis 1945 dokumentiert.
  • Foto: Ulrich Bangert
  • hochgeladen von Maren Menke

Bereits in den 80-er Jahren hatte Rainer Köster über Widerstand und Verfolgung in Heiligenhaus von 1933 bis 1945 Vorträge an der Volkshochschule (Vhs) gehalten.

Jetzt hat der inzwischen pensionierte Velberter Gesamtschullehrer ein Buch über diese Zeit herausgegeben. Als Titel wählte er „Ewig kann´s nicht Winter sein“, das Lied der Moorsoldaten, das zur Hymne des NS-Widerstands wurde.
Rainer Köster hat das Buch nicht an der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 angelegt, sondern früher: „Dieser Tag hatte eine lange Vorgeschichte, angefangen mit dem Versailler Vertrag, der Dolchstoßlegende und den Arbeiter- und Soldatenräten.“ In Heiligenhaus gab es im Unterschied zu den Großstädten ein gemeinsames Handeln gegen die Nazis. So hatten im Juli 1932 SPD und KPD gemeinsam mit den ihnen nahe stehenden Verbänden als „Einheitsfront gegen den Faschismus – unabhängig von partei-politischer Einstellung“ ein gemeinsames Flugblatt für eine Kundgebung auf dem Rathausplatz heraus gebracht, an der 400 Personen teilnahmen. „Die Akten von Justiz und Geheimer Staatspolizei sind im Hauptstaatsarchiv NRW außerordentlich umfangreich erhalten geblieben“, staunt Köster, der sich mit viel Fließ und Schweiß durch die Papiere gearbeitet hat. Dabei war es für den Historiker erstaunlich, wie trotz der rigorosen Unterdrückung jeder Opposition durch die Nazis immer wieder kritische Stimmen in der Öffentlichkeit laut wurden.

„Das sind keine Fake-News"

Rainer Köster hat sich mit rund 190 Menschen beschäftigt, die in Heiligenhaus lebten oder sonst mit dem Ort in Verbindung standen und Repressalien durch die Gestapo erleiden mussten. Manche hatten Glück und ihnen blieben Haft oder Konzentrationslager erspart. Denunzianten und Spitzel belauschten in den Fabriken die Kollegen, sie saßen im Kirchenchor und schwärzten die Geistlichen beider Konfessionen an. Ein Arbeiter wurde für seine Bemerkungen in einem Rüstungsbetrieb im Dezember 1943 durch den Reichsgerichtshof zum Tode verurteilt. Neben den Zuträgern der Nazis gab es auch Menschen, die andere vor deren Zugriff geschützt hatten. Der ehemalige Lehrer wundert sich über seinen Berufsstand, der meistens ein Steigbügelhalter des Regimes war. In Heiligenhaus jedoch gab es gleich fünf Pädagogen, die Widerstand leisteten.
In diesen Wochen, in denen sich Politiker hinstellen und sagen, das Dritte Reich sei ein Vogelschiss in der Geschichte gewesen, ist es Rainer Köster ein besonderes Anliegen, mit seinem Buch über diese Zeit aufzuklären: „Das sind keine Fake-News, sondern alles Originalzitate der Täter.“

Information:
Das im Selbstverlag erschienene Buch ist für 12 Euro plus 2 Euro Versandkosten unter der E-Mail-Adresse rai-koe@online.de erhältlich.

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