Ein Reisebericht aus Hurghada 2019
Urlaub in Ägypten

Hotelanlage in Hurghada
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  • Hotelanlage in Hurghada
  • Foto: Private Aufnahme, Hurghada, Feburar 2019
  • hochgeladen von Julia Damer

Wenn man eine Urlaubsreise ins Ausland plant, ist es sinnvoll sich Informationen über landesspezifische Eigenschaften wie Währung, Gesetze und Richtlinien sowie gesundheitliche Risiken einzuholen. Zum einen bietet das Reisebüro diese Informationen, zum anderen das Auswärtige Amt. Bevor ich meinen Urlaub nach Hurghada angetreten habe, las ich folgendes auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes:

"Es besteht landesweit weiterhin ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge. Diese können sich auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger richten.(...) Bei Reisen nach Ägypten, einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer, wird generell zu Vorsicht geraten."

Derartige Formulierungen können dazu führen, dass beim Leser Ängste und Befürchtungen entstehen und eine in Betracht gezogene Reise wird wahrscheinlich nicht angetreten. Auf der einen Seite ist es notwendig, dass derartige Warnungen ausgesprochen werden, auf der anderen Seite sollte man bedenken, wie wichtig die Tourismus Einnahmen für die Einwohner von Ägypten sind.

Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass es mir nicht darum geht etwas zu beschönigen oder Werbung zu machen! Hierbei handelt es sich um einen persönlich erlebten Erfahrungsbericht, der mögliche Vorurteile abbauen soll und Leser und Leserinnen ermutigen soll, auch ein solches Land zu bereisen.

Tag 1 Anreise:
Meine Freundin und ich waren für etwa sieben Tage in Ägypten. Wir flogen von Düsseldorf bis Hurghada, ca 5 Stunden und waren am frühen Abend um 18 Uhr da. Direkt am Flughafen fielen uns die aufwendigen Sicherheitskontrollen auf. Wir wurden durch einen Metalldetektor geprüft und unsere Reisedokumente, sowie das am Flughafen erworbene Visum, wurden durch das Sicherheitspersonal kontrolliert.
Anschließend suchten wir den Bus unseres Reiseunternehmens auf. Sobald man den Flughafen verlassen hatte, boten zahlreiche Taxi Fahrer ihre Hilfsbereitschaft an, hinzu kamen zahlreiche Sprüche wie:" Hallo schöne Frauen" oder "Hallo, woher kommt ihr?". Im ersten Moment wirkte dies äußerst aufdringlich, doch durch klares Verneinen und konsequentes Weitergehen, ließen sie uns in Ruhe.
Am Bus angekommen, nahm uns der Fahrer das Gepäck ab, verstaute es im Kofferraum und hielt fordernd die Hand hin.In Ägypten ist es üblich Trinkgeld zu geben, wovon die meisten Einwohner durchaus leben müssen. Daher ist es also normal, dass die Menschen dort für Kleinigkeiten-aus unserer Sicht- Geld verlangen. Hierbei geht es jedoch nicht nur um die Summe, sondern vielmehr um die Geste. Wir fuhren ca eine Stunde bis zum Hotel durch die Stadt. In Hurghada selbst habe ich keine Ampeln gesehen, mit anderen Worten, der Straßenverkehr ist mit dem zu Hause nicht zu vergleichen, so wird in Ägypten bei jedem Überholvorgang mehrfach gehupt, geblinkt und am Steuer wild gestikuliert. Es mag zunächst unsicher wirken-vor allem wenn man bedenkt dass die Fußgänger einfach so die Straßen überqueren- aber wir haben nicht einen Unfall erlebt beziehungsweise gesehen.
Im Hotel waren wir während unseres Aufenthalts sehr gut aufgehoben. Die Angestellten waren alle sehr nett, höfflich und sprachen neben Englisch auch deutsch. Die Zimmer waren sauber und ordentlich.

Tag 2: Den ersten Tag im Hotel nutzten wir, um uns einzugewöhnen und das Gelände zu erkunden. Buffet gab es zu den Standard Zeiten, wie in anderen Hotels auch. Am Strand selber wurden wir dann täglich von Verkäufern angesprochen, wobei es unter anderem um Aktivitäten, wie Ausflüge mit Kamelen, einer Delfin Tour, Wellness und Massagen ging.
Hier möchte ich auch unterstreichen, dass wenn man höflich und bestimmt abgelehnt hatte, man auch nicht länger belästigt worden ist.
Durch die Strandlage des Hotels, waren hier deutlich weniger Verkäufer, da es nicht in der Nähe anderer lag und zugleich gab es eine Verkäufer-freie-Zone.

Wir buchten mehrere Ausflüge für die Zeit unseres Aufenthaltes, welche ich noch weiter ausführen werde. Unser Reiseveranstalter erklärte uns am ersten Tag einige landesspezifische Besonderheiten, wie zum Beispiel das Trinkgeld und das Trinkwasser. Vom Hotel erhielten wir täglich zwei Flaschen Mineralwasser -zum Zähne putzen und Mund spülen- , da aufgrund der teilweise fehlenden Filterung, Bakterien im normalen Wasser zu Durchfällen, hätten führen können.

Tag 3: Gegen halb drei am Morgen wurden wir von der Rezeption geweckt und fuhren mit einem Reisebus nach Kairo. Wir erhielten ein Lunch Paket für den Tag, sowie Wasser zum Trinken. Insgesamt waren wir bis zu 13 Stunden -Rückfahrt mit eingerechnet- unterwegs. In Kairo wurden wir von einer deutschsprachigen Reiseführerin empfangen und fuhren weiter zum Museum für Archäologie und Geschichte. Beim Eintreten mussten wir durch einen Metalldetektor laufen und die Handtaschen wurden überprüft. Im Museum wurden neben zahlreichen archäologischen Funden die mehrere tausende Jahre alt sind, die berühmte goldene Maske des Tutanchamun ausgestellt. Unsere Reiseführerin erzählte uns zu einigen der Stücke Teile der ägyptischen Geschichte, was uns bewusst machte, welche großartige antike Historie Ägypten besitzt. Nach dem Museum wurden wir zu einer Anlegestelle gebracht, von wo wir aus mit einem Boot über den Nil fuhren -ähnlich wie in Amsterdam auf den Grachten- und unsere Reiseleiterin erzählte uns etwas über die heutige Lebenssituation der Menschen.
Kairo gehört mit 25 Millionen Einwohner neben Tokio und Mexico City zu den drei größten Städten der Welt. Der Straßenverkehr war dem im Hurghada sehr ähnlich, doch mit der Ausnahme dass es in Kairo drei Verkehrsampeln gibt.
Während der Bus uns zu den Pyramiden, einem der Sieben Weltwunder, fuhr, erklärte uns die Reiseleiterin, dass Ägypten aufgrund des arabischen Frühlings finanzielle Probleme habe, wodurch es zum Beispiel in Kairo nur Drei Straßenverkehrsampeln gibt.
Daher ist das Land insbesondere auf die Einnahmen durch den Tourismus angewiesen, was man an Hand der Busfahrt durch die Stadt sehen konnte. Die Straßen und insbesondere die Fußgängerwege sind meist von Müll übersät, Baustellen und Arbeiter sind nicht ausreichend abgesichert und es fehlt an adäquaten Überquerungsmöglichkeiten für Fußgänger.
Die Menschen selber machten diese Abhängigkeit durch das permanente Ansprechen der Touristen deutlich. Als sie versucht hatten uns falsches Papyrus Papier zu verkaufen, wirkte das zwar aufdringlich, aber man konnte ihnen auch Verzweiflung anmerken.
Bevor wir zu den berühmten Pyramiden gingen, wurden wir zu einem Restaurant gefahren, um dort die von der Reiseleitung geplante Mittagspause zu machen. Es gab ein Buffet aus diversen ägyptischen Speisen bestehend. Auch hier waren die Menschen sehr zuvorkommend und vergewisserten sich, dass wir zufrieden waren.
Wenig später waren wir bei den Pyramiden angekommen und musste zunächst eine Sicherheitskontrolle passieren (Handgepäck und Person wurden überprüft).
Anschließend eröffnete sich ein spektakuläres Panorama Jahrtausend alter Geschichte. Wir ritten auf Kamelen zu einem der Höchsten Punkte um Fotos zu machen, betraten eine leere Grabstätte und wurden danach zur Sphinx weitergefahren. Nachdem wir genügend Fotos gemacht hatten, gingen wir zum Bus zurück, wobei wir von mehreren Händlern angesprochen wurden. Am Bus wartete ein bewaffneter Mann, der uns während unseres Aufenthaltes beobachtete und aufdringliche Händler wegschickte. Unsere Reiseleiterin erklärte uns, dass dies ein engagierter Sicherheitsbeamter für den Aufenthalt in Kairo wäre. Zurück im Bus wurden wir zu unserem letzten Halt in Kairo gefahren und besuchten eine Parfümerie. Hier wurden wir auf Tee eingeladen und der Inhaber erklärte uns etwas über die Herstellung und brachte uns verschiedene Proben.
Im Anschluss wurden wir nach Hurghada zurück gefahren, wo wir gegen 22:30 Uhr am Abend das Hotel erreichten.
Rückblickend kann ich sagen, dass es ein sehr anstrengender Tag gewesen war, mit tollen imposanten Eindrücken und Bildern. Sollten Sie beispielsweise nach Ägypten fahren, würde ich ihnen raten Kairo zumindest einmal aufzusuchen. Sowohl die Pyramiden als auch die Sphinx sind beeindruckend.

Tag4: Am Morgen des vierten Tages machten wir uns direkt zum Strand auf, holten uns an der Anlegestelle Ausrüstung für das anstehende Schnorcheln ab und gingen an Bord des Schiffes "Golden 3". Wir fuhren ungefähr eine Stunde auf das Rote Meer hinaus, währenddessen stellte sich der Leiter der Crew vor und gab unserer Gruppe den Namen "Die-Da-Gruppe"( ja, nach dem Song der Fantastischen Vier). Desweiteren wurden wir in die Schnorchel-Ausrüstung eingewiesen und erfuhren wie der Tag geplant war. Wir erhielten die Möglichkeit an drei verschiedenen Korallen Riffs unter Führung der Crew Leitung zu schnorcheln. Zum Mittag wurde eine Pause zum Essen an Board eingelegt, bestehend aus einem Buffet. Anschließend fuhr uns der Kapitän in das Gebiet der wild lebenden Delfine. Es wurde uns ermöglicht mit den Delfinen zu schwimmen, sie aber ausdrücklich nicht zu berühren und zahlreiche Fotos und Videos aufzunehmen. Danach wurden wir wieder zur Anlegestelle am Hotel zurück gefahren. Einer der Crew Mitglieder hatte unsere Delfin Tour sowohl auf dem Schiff als auch unter Wasser mit einer Kamera aufgenommen. Die Aufnahmen haben wir gegen eine geringe Gebühr käuflich erwerben können.

Tag5: An diesem Tag wurden wir am Mittag zur anstehenden Quad Tour im Hotel abgeholt. Wir wurden in ein Lager außerhalb der Stadt gefahren, wo wir uns mit dem Leiter der Quad Tour trafen, der uns in den Umgang mit den Fahrzeugen einwies. Nachdem wir eine Probefahrt gemacht hatten, fuhren wir in die Steinwüste hinaus und machten nach einigen Kilometern eine Pause, damit wir Bilder machen konnten. Um uns herum herrschten Stille, Sand und Stein. Anschließend fuhren wir zum nahe gelegenen Beduinendorf. Der Gruppenleiter führte uns herum während wir Tee und Brot bekamen. Im Vergleich zum turbulenten und chaotisch wirkendem Stadtleben, war die Atmosphäre im Dorf von Ruhe geprägt. Unser Reiseleiter erzählte uns etwas über das Leben im Dorf und einige kulturelle Aspekte der Beduinen, so erklärte er uns beispielsweise wie wichtig für die Menschen im Dorf ihre Familien waren. Anschließend fuhren wir mit dem Sonnenuntergang im Rücken zum Treffpunkt im Lager zurück. Je länger wir fuhren und je dunkler es wurde, umso mehr nahm die abendliche Kälte zu. Im Lager angekommen, aßen wir zu Abend, während wir von einer einheimischen Tanzgruppe unterhalten wurden. Zu guter Letzt wurden wir zum Hotel sicher nach Hause gefahren.

Am sechsten Tag haben wir unsere Zeit hauptsächlich am Strand verbracht, da uns die vergangenen Aktivitäten geschafft hatten.
Der Tag der Abreise verlief reibungslos und ohne Probleme wurden wir vom Hotel zum Flughafen gefahren. Der Flughafen von Hurghada war durch ein hohes Sicherheitsaufkommen geprägt, so haben wir mehrmals unsere Reisedokumente vorzeigen müssen und unsere Koffer und das Handgepäck wurden mehrfach kontrolliert. Bevor wir zum Boarding gelangten, wurden wir einer Personendurchsuchung unterzogen. Gegen 21 Uhr landete das Flugzeug in Düsseldorf.

Rückblickend habe ich viele positive Dinge in Ägypten erleben dürfen und möchte dazu ermutigen auch ein solches Land, das insbesondere durch die Medienlandschaft meistens negativ dargestellt wird, zu bereisen. Ich möchte damit nicht irgendwelchen Sicherheitswarnungen des Auswärtigen Amtes widersprechen oder etwas beschönigen!
Doch wie ein altes Sprichwort sagt" Jede Medaille, hat ihre zwei Seiten" sollte man sich nicht vom aller Ersten Bild und nur einer einzigen Seite beeinflussen lassen. Vor dieser Reise habe ich ein mulmiges Gefühl gehabt und war etwas in Sorge, dass wir Zeugen von einem terroristischen Anschlag würden.
Während ich versucht habe diesen Reisebericht zu verfassen, habe ich ein zweites Mal gespürt was ich wirklich erlebt habe und wie sehr mich diese Erfahrungen bewegt haben, sodass es mir zunächst schwer fiel die richtigen Formulierungen zu finden.
Ich habe in diesem Urlaub die Gastfreundschaft der Ägypter kennen und sehr zu schätzen gelernt. Letztendlich sind dies ebenso-wie wir in Deutschland- einfache Menschen, zwar kulturell unterschiedlich, im Grunde aber nicht viel anders. Daher sollte sich keiner von uns durch Ängste oder der Meinungen anderer bestimmen lassen.

Autor:

Julia Damer aus Herdecke

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