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Bürgerreporter des Monats Oktober: Harald Bletgen aus Oberhausen

Mit der Kamera auf Spurensuche: Harald Bletgen fotografiert die Industriekultur im Ruhrgebiet.
  • Mit der Kamera auf Spurensuche: Harald Bletgen fotografiert die Industriekultur im Ruhrgebiet.
  • Foto: Bletgen
  • hochgeladen von Jens Steinmann

Harald Bletgen erinnert sich noch an die Zeit, als der Himmel über dem Ruhrgebiet noch nicht blau war. Der gelernte Fliesenleger aus Oberhausen erkundet das Revier heute mit der Kamera und legt dabei besonderen Fokus auf das, was von der Industrie übrig blieb. Hier lest ihr das Interview mit unserem Bürgerreporter des Monats Oktober.

Wie kam es, dass du Bürgerreporter geworden bist?
Als ich vor drei Jahren mein aktives Berufsleben beendete, sprich Rentner wurde, habe ich das arg vernachlässigte Hobby des Fotografierens wieder intensiviert. Gleichzeitig wuchs aber auch der Wunsch, dies nicht nur für mich selbst zu tun, sondern das Fotografieren auf eine breitere Basis zu stellen. Im Wochenanzeiger stieß ich auf einen Bericht, in dem der Lokalkompass vorgestellt wurde. Sofort war mir klar: Das ist genau das, was du dir vorstellst. Keine Frage, dass ich mich dann gleich registrieren ließ. Seitdem bin ich dabei.

Du bist seit mehr als zwei Jahren im Lokalkompass aktiv. Wie erlebst du die Lokalkompass-Gemeinschaft? 
Es überrascht mich immer wieder, wie vielfältig die LK-Gemeinschaft ist. Da sind zum Einen die Bürgerreporterinnen und -Reporter, die genau das tun, was der Name sagt, nämlich Reporter sein. Die Berichte aus den jeweiligen Städten, Geschichten aus dem Alltagsleben, Kritisches und Humoriges zeugen von echtem Engagement. Im Bereich der Fotografie ist ein Kreis von Fotografinnen und Fotografen auf hohem Niveau unterwegs. Ihre Arbeiten schätze ich sehr, ja bewundere sie teilweise sogar. Die unterschiedlichen Sichtweisen und fotografischen Umsetzungen finde ich sehr inspirierend.

Was war dein bisher schönster Erfolg als Bürgerreporter?
Das war die Verwendung meiner Bilder der "Night of Light" im Juni 2020 auf der Titelseite des Wochenanzeiger Oberhausen. Auch dass ich bereits mehrfach auf der Newswall vertreten war, ist eine schöne Wertschätzung meiner Fotos.

"night of light" in Oberhausen

Du bist gebürtiger und heimatverbundener Oberhausener. Was macht deine Heimatstadt für dich besonders?
Es geht mir hier wie den meisten Menschen, die zu der Stadt, in der sie geboren und aufgewachsen sind, eine besondere Verbundenheit fühlen. Ohne es konkret beschreiben zu können, ist es wohl das Gefühl: Hier sind deine Wurzeln, hier bist du zu Hause, hier gehörst du hin – eben Heimatgefühl. Oder wie man im Ruhrpott voller Stolz verkündet: "Da bin ich von weg".

Was hat sich in Oberhausen in den letzten 30 Jahren zum Besseren verändert – was zum Schlechteren?
Ohne Zweifel befindet sich Oberhausen bei der Bewältigung des vielbeschriebenen Strukturwandels – der im Übrigen in mehr oder minder starker Ausprägung auch die anderen Ruhrgebietsstädte belastet und der noch längst nicht abgeschlossen ist – auf gutem Wege. Die Erfolgsgeschichte des Centro ist hier beredtes Beispiel. Gleichzeitig befindet sich Oberhausen seit gut 25 Jahren haushaltstechnisch im Krisenmodus – unverschuldet und ohne Unterstützung durch die Bundespolitik chancenlos, dies in absehbarer Zeit zu überwinden. Auch dies eine Gemeinsamkeit mit anderen Städten im Ruhrgebiet.

Wann geschieht hier endlich etwas?

Woher kommt deine Vorliebe für Architektur- und Industriefotografie?
Ich mag einfach die klare Formensprache, die der Architektur innewohnt. Eine berufliche Vorbelastung mag da eventuell mit hineinspielen: Als gelernter Fliesenleger bin ich es gewohnt, mit exakten Linienführungen und Flächenwirkungen umzugehen. So seltsam es klingt, ist Industriefotografie für mich immer auch eine Zeitreise, eine Art Spurensuche. Auf den Zechen und Industrieanlagen haben unsere Väter und Großväter malocht und unseren heutigen Wohlstand mitbegründet. Beim Fotografieren in alten Industrieanlagen stelle ich mir oft vor, wie es dort zugegangen sein mag, wie die Arbeit dort aussah.

Als Fotograf kommst du im Ruhrgebiet und der weiteren Umgebung viel herum. Was sind deine drei Lieblingsorte zum Fotografieren?
In meiner Rankingliste steht der Landschaftspark Duisburg Nord an erster Stelle, dicht gefolgt vom Zollverein-Areal. Des Weiteren sind die Zechen und Halden gern besuchte Locations. Zugeben muss ich leider, dass das östliche Ruhrgebiet bisher zu kurz gekommen ist. Hier habe ich aber für die Zukunft einige Vorhaben ins Auge gefasst.

Weltkulturerbe: Zeche Zollverein

Wenn du etwas am Lokalkompass verbessern könntest – was wäre das?
Um der Flut der hochgeladenen Bilder, speziell in der Rubrik "Schappschüsse" noch Herr zu werden, hätte ich den unpopulären Vorschlag einer Limitierung. Es kann nur ein, maximal zwei Bilder pro Tag hochgeladen werden. Ob dies eine Verbesserung ist, mag dahingestellt sein.

Autor:

Jens Steinmann aus Herne

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