Sein oder Nichtsein, Demokratie verstanden oder sogar erlebt?

Heute war mir einfach danach einmal wieder einen Fehler zu machen, nach hinten zu schauen und nach vorne zu schauen, die gemachten Fehler zu erkennen und die Unwichtigkeit des eigenen Seins.

Aber was sind wir einzelnen denn? Eine kleine Ameise aus einem Zusammenschluss von zigtausenden von Ameisenhaufen. Trotzdem haben wir, von den für uns, niedrigeren Tieren immer noch nichts, aber auch gar nichts, gelernt. Denn die allermeisten davon schauen nicht nach hinten und nicht nach vorne, sie leben für den Moment, für heute, für jetzt.

Die uns eigene Unzufriedenheit, egal ob mit der Gesundheit, dem Job, den finanziellen Möglichkeiten etc. ist anscheinend der Triebmotor unseres Seins. Jedoch kann ein Motor der von negativer Substanz angetrieben wird nie richtig Fahrt aufnehmen und nie eine Laufruhe erreichen, mit der man zufrieden sein kann.

Da wir jedoch die fragwürdige Fähigkeit haben in die Vergangenheit zu schauen und darüber nachzudenken sollte man dies dann auch ruhig mal im positivem Sinne machen.

Seit über 75 Jahren sind wir in Frieden und Freiheit, leben in einer Demokratie in welcher wir mitentscheiden können, zumindest mehr oder weniger. Das hat es bis heute auf der Welt noch nie gegeben.

Wir haben die meisten von Krankheiten überlebt und besiegt, ja auch Corona werden wir irgendwann einmal besiegen können.

Wir konnten uns fortpflanzen und dadurch eine Familie gründen, was den meisten auch ein wichtiger Zukunftsaspekt ist.

Wir sind in der Lage, unser Sterben durch die bestehende Medizin weitgehendst schmerzfrei zu machen. Was absolut auch ein sehr wichtiger Punkt unseres Seins ist.

Wobei sich diese Aufzählung noch weit fortführen lassen könnte.

Aber was machen wir? Wir machen viele unnütze Sachen die ich mal aus einem Netzfund zusammengetragen habe:

Zum einen vermittelt das Netz 2.0 den Eindruck, dass wir alle wichtig sind. In unserer Sucht nach Anerkennung und Relevanz verlieren wir aus den Augen, dass wir nur Ameisen in einem Haufen sind.

In der Egozentrik des Zeitgeistes und mit der Fähigkeit jeden Hirnfurz über Social Media öffentlich machen zu können, haben wir aus den Augen verloren, dass wir selber außerhalb unseres persönlichen Umfeldes für andere Menschen keinerlei Relevanz haben.

Und zum anderen der Verlust eines demokratischen Miteinanders.

Wir reden uns Bedeutung und Freiheiten ein, die wir nie hatten. Und als kleinster Teil einer Gesellschaft niemals haben werden. Denn wenn wir demokratisch leben wollen und die deutliche Mehrheit will, dass ich eine Maske trage, dann habe ich verfickt nochmal eine Maske zu tragen.

Das und nichts anderes bedeutet Demokratie. Und deshalb ist es auch vollkommen gleichgültig, ob da nun 20.000 Menschen öffentlich ihre Egozentrik zur Schau gestellt haben oder eine Million.

Entscheidend in einer Demokratie ist nicht gegen etwas zu sein. Sondern für etwas. Man muss Alternativen anbieten, Lösungskonzepte, in den politischen Diskurs gehen. Und zwar nach den Regeln der Gesellschaft, deren Demokratie man einfordert und die man mitgestalten will.

Genau deshalb ist Pegida gescheitert. Und genau deshalb wird die AfD langfristig keine politische Wirkkraft entfalten. Und deshalb wird nie etwas dabei herauskommen, wenn Impfgegner sich mit freiheitsliebenden Rentnern, Rechtspopulisten und fundamentalchristlichen Hippies zusammentun.

Plötzlich ist jeder Epidemiologe, Virologe, Klimaforscher, Migrationsanalyst, Religionswissenschaftler und Jurist. Dabei haben die meisten nicht einmal das Grundgesetz verstanden. Und einige verstehen nicht, dass es unsere Verfassung ist.

Sie plappern im psychologischen Bestätigungsfehler das nach, was Rattenfänger ihnen aus eigennützigen Gründen vorbeten. Getrieben von ihren Ängsten, ihrer Überforderung und davon, sich plötzlich ihrer Unwichtigkeit bewusst zu werden und einen Kontrollverlust zu erleben. Der nur darin begründet ist, dass sie sich vorher eine Kontrolle eingeredet haben, die sie nie hatten.

Wir leben in keiner „Meinungsdiktatur“. Wir leben in einer Kompetenzdiktatur. Denn wir leben in einer Demokratie, in der man bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss, um die Gesellschaft mitgestalten zu können.

Die Gefahr ist, dass diese Menschen aber den Weg bereiten, um eine tatsächliche Diktatur heraufzubeschwören.

Sie demonstrieren für Freiheit und merken nicht einmal, dass sie dabei eine der größten Freiheiten bereits in Anspruch nehmen. Sie kommentieren auf Social Media über den Verlust von Meinungsfreiheit und bemerken den Widerspruch nicht einmal.

Sie glauben tatsächlich die demokratische Mehrheit seien die Diktatoren, weil sie vor lauter Freiheit vergessen haben, was Unfreiheit tatsächlich bedeutet.

Das alles wäre doch einmal eine Überlegung zum eigenen Thema Zukunft wert, mit der uns so einzigartigen Möglichkeit die Zukunft zu sehen und zu gestalten.

freies Pressebüro Herne
Rainer Burg (unter Verwendung einiger Netzfunde)

Autor:

Rainer Burg aus Herne

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