Friederike Tautz ist zurück im Leben

Friederike Tautz hat mit ihren knapp 22 Jahren schon einiges durchgemacht - und ist zurück im Leben.
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Von einem Tag auf den anderen war plötzlich alles anders. Friederike Tautz lag wochenlang im Koma und musste um ihr Leben kämpfen. Überlebt hat sie einen schlimmen Autounfall und arbeitet emsig daran, die Folgen zu überwinden.

Ein schöner Morgen im Herbst. Friederike Tautz aus Herten, seit vier Wochen überglücklich in Innsbruck studierend, war um 7.30 Uhr mit dem Auto unterwegs auf den Weg zur Uni. Ein schwerer Unfall änderte alles.

Es war der 10. Oktober 2012. „Ich muss von der Straße abgekommen sein. Das Auto geriet ins Schleudern und wickelte sich förmlich um einen Baum. Die Ursache, warum der Unfall passiert ist, konnte die Polizei nicht feststellen.“ Zu schnell fuhr sie nicht, das steht fest. Erinnerungen an den Crash hat sie keine.
Denn Friederike erlitt schwerste Verletzungen, darunter auch am Kopf.

Wochenlang im Koma

Ein Kampf ums Überleben begann. Zwei Monate lang lag das Mädchen im Koma, auch im künstlichen.

Es folgten mehrere Operationen und danach ausgedehnte Reha-Behandlungen in Norddeutschland. „Ich hatte Glück. Weil ich überlebt habe und weil ich hervorragend medizinisch behandelt worden bin.“
Sprechen musste die junge Hertenerin erst wieder lernen. „Ich konnte mich nur schreibend mitteilen.“ Sich alles von der Seele zu schreiben, das wurde zu einem Bedürfnis. Sie bloggte und bloggt mit ihrer Mutter Anke. So entstand die Idee zum gemeinsamen Buch „Wenn plötzlich nichts mehr einfach ist“, das Friederike zusammen mit Anke Tautz, die in Oer-Erkenschwick lebt, geschrieben hat.
Am 21. März wird das Buchbei der Leipziger Buchmesse vorgestellt.

Das Gehen fällt der grazilen und sportlichen jungen Frau, die gerne reitet und Ballett tanzte, noch schwer. Auf zwei Gehstöcke ist sie angewiesen, denn Kalkablagerungen haben ein Knie versteifen lassen und der Bruch einer Schulter löste eine Spastik aus. „Aber in meiner Wohnung in Herten geht es schon ohne Krücken!“

"Als das mit Schumacher passierte, kam alles wieder hoch." Anke, Mutter von Friederike

Friederike lacht, sie macht gerne Scherze und ist selbstironisch. Auf die Frage, wie für sie ein ganz normaler Tag aussieht, zählt sie auf: „Physio-Therapie, Ergo-Therapie, zur Logopädin gehen. Einkaufen, Wohnung putzen, Wäsche waschen, kochen. Musik hören, gerne Musicalhits oder Charts.“
Unterkriegen lassen will sie sich nicht. Friederikes Wahlspruch lautet: „Aufgeben kann ich auch noch morgen.“

Erste Lesung in Oer-Erkenschwick

In ihrer Heimatstadt Herten lebt sie nun wieder, nach dramatischen 14 Monaten Überlebenskampf. Sie ist gerade alt geworden.

Nach dem Abitur am Freiherr-vom Stein-Gymnasium in Recklinghausen hatte sich Friederike Tautz erfolgreich um einen Studienplatz in ihrem Traumland Österreich bemüht und hatte in Innsbruck das Studium Unternehmensführung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft begonnen.

Hertenerin liebt Österreich

Warum musste es Österreich sein? „Ich liebe dieses Land, das kenne ich sehr gut, weil ich viele Jahre lang mit meinen Großeltern dort Urlaub gemacht habe.“
Nicht nur in Herten und Recklinghausen, auch in Österreich hat sie viele Freunde, die sie zu dem Buch ermutigt haben. Friederike ist stolz auf ihre Fortschritte, erklärt aber auch: „Man weiß nie, was nach einem langen Koma passiert, ob bleibende Schäden bleiben oder eine Wesensveränderung eintritt. Bin ich verändert?“

Mutter und Tochter bloggen

Frage an ihre Mutter. Die lächelt und schüttelt den Kopf. Friederike: „Klar. Zickig war ich schon vorher.“ Wohl eher mutig und selbstbewusst.
Die Uni hat ihr ihren Platz offengehalten. Nach der Leipziger Buchmesse will Friederike Tautz nach Österreich fahren und herausfinden, wie es nach für sie 14 schweren Monaten mit dem Studium weitergeht.
Aufgeben ist einfach nicht ihr Ding.

Infos auf einen Blick:
Buchvorstellung: Leipziger Buchmesse 2014 (Halle 3, Stand A207)
Ab März im Handel erhältlich: „Wenn plötzlich nichts mehr einfach ist“: Friederike Tautz und Anke Tautz, erschienen im Manuela Kinzel-Verlag, 248 Seiten, ISBN 978-3-95544-011-4, 13,90 Euro.
Infos im Netz: www.wennploetzlich.de

Lesung: Donnerstag, 3. April, 19 Uhr, Evangelisches Gemeindezentrum, Dietrich-Bonhoeffer-Platz 1, Oer-Erkenschwick

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