Hildener Senioren beim Flashmob
Pflege macht happy

Pflege macht happy: Das zeigen Hildens Senioren, Pfleger, Angehörige und Ehrenamtliche am Donnerstag auf der Mittelstraße.
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  • Foto: Alle Bilder: Michael de Clerque
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Unter dem Motto „Pflege macht HAPPY“ sind viele Senioren gemeinsam mit ihren Pflegern und Ehrenamtlichen plötzlich in der Hildener Innenstadt und tanzen auf der Mittelstraße.

Gemeinsam tanzen plötzlich rund 70 Menschen auf der Mittelstraße schräg gegenüber der Bismarckpassage zu den Klängen von "Happy" von Pharell Williams. Dahinter steckt eine Aktion der Arbeitsgruppe Gerontopsychiatrie der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft im Kreis Mettmann.

Vorurteil ungerechtfertigt

Senioren, ihre Pfleger und Ehrenamtliche machen am Donnerstag darauf aufmerksam, dass Pflege "HAPPY macht" und zugleich auch Lebenseinstellung ist: "Pflege bereitet Freude und ist ein begehrter und zukunftssicherer Ausbildungsberuf", sagt Beate Linz-Eßer. Die Geschäftsführerin der Seniorendienste Stadt Hilden gGmbH ist es leid, die Pflege immer nur in einem schlechten Bild zu sehen. "Genau das stimmt nicht", betont Linz-Eßer. "Pflege macht Spaß, wenn sie richtig organisiert wird. Und die Bezahlung stimmt inzwischen auch." Das Problem sei ein anderes: "Wir haben heute einen Mangel an Personal, weil der Bedarf an Pflegekräften in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen ist. Und dieser Trend wird sich fortsetzen", prognostiziert die Geschäftsführerin. Allerdings sei die Zahl der Auszubildenden in den vergangenen Jahren ebenfalls angestiegen: "2012 habe wir rund 10.000 junge Menschen ausgebildet - 2018 waren es mit 21.500 mehr als doppelt so viel." Angesichts der steigenden Nachfrage "müssen wir auf diesem Weg weitergehen", betont Linz-Esser, "obwohl inzwischen jeder vierte Jugendliche seine Ausbildung in der Pflege absolviere. Pflege ist auch weiterhin zukunftsträchtig."

"Die Kassen müssen sich bewegen"

Sylvia Menke, Leitung Ambulante Dienste der Diakonie Düsseldorf Mettmann, entwickelte die Idee zu der Aktion in Hilden. "Wir wollten einmal zeigen, das Pflege ein schöner Beruf ist." Sie verweist darauf, dass viele Mitarbeiter seit 20, 25 und länger dabei seien. "Hier in der Region wird nach Tarifvertrag bezahlt", betont sie. Eines der künftigen Ziele sei, den Beruf familienfreundlicher zu gestalten. Sie kritisiert, dass die Kranken- und Pflegekassen die Leistungen der Träger nicht ausreichend honorieren. ""Die Kassen müssen sich bewegen und den realen Zeitaufwand auch vergüten", fordert Menke. "Valide Zahlen, wie viele Pflegekräfte in den kommenden Jahren im Kreis fehlen, liegen derzeit nicht vor", sagt sie.

"Übergang klappt nicht"

"Ich sehe immer wieder, dass der Übergang von der ambulanten Pflege zum betreuten Wohnen und der möglicherweise nötigen Pflege nicht funktioniert", erklärt Bürgermeisterin Birgit Alkenings. "Ich hoffe, dass ich eines Tages einsichtig genug bin, frühzeitig den Weg ins betreute Wohnen zu finden." Viele Menschen verpassten den Zeitpunkt, ins betreute Wohnen zu wechseln. "Ich sehe außerdem die Gefahr, dass allein lebende Menschen ihre sozialen Kontakte verlieren, wenn sie sich nicht mehr selbstständig aus dem Haus bewegen können. Angehörige wie Nachbarschaften könnten auf Dauer einer Vereinsamung nicht entgegenwirken oder die Pflege übernehmen.

In Hilden ist die Welt in Ordnung

"Das niederländische System der Betreuung der Senioren durch kommunale Sozialarbeiter passt nicht in unser Finanzierungssystem. Wir als Kommune haben institutionell mit der Pflege nichts zu tun." Hilden unterstütze aber ehrenamtliche Projekte, um den Senioren zu helfen. "Ich bin froh, dass wir mit den Seniorendiensten Stadt Hilden eine gemeinnützige Gesellschaft haben. Denn der Markt allein funktioniert nicht richtig", ist sich die Bürgermeisterin sicher. Zusammen mit den caritativen Einrichtungen sei Hilden gut aufgestellt.
"Kommunale Einrichtungen können wirtschaftlich geführt werden", betont Linz-Eßer, "weil nicht das Erwirtschaften von Gewinnen das Ziel ist, sondern eine gute Betreuung und Pflege." Damit mache das Leben trotz Pflegebedürftigkeit Spaß. ^dh

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