Hildener und Langenfelder Apotheker geben Tipps zur gesicherten Versorgung
Medikamente oft nicht lieferbar

Immer wieder gibt es Medikamenten-Engpässe in Deutschland. Apotheker versuchen, weiterzuhelfen.

Die Apotheker in Hilden und Langenfeld geben Tipps, wie Patienten trotz häufig fehlender Medikamente dennoch gut versorgt werden können.

"Blutdruckmittel, Antidepressiva und sogar das Schmerzmittel Ibuprofen: Lieferengpässe bei Arzneimitteln haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen", teilt der Apothekerverband Nordrhein mit. 529 Arzneimittel liste das "Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte“ (BfArM) aktuell in seiner Datenbank auf. Diese seien schwer und nicht binnen zwei Wochen zu bekommen. Teilweise müssten Patienten monatelang darauf warten. Auch ein Lieferengpass über ein Jahr sei keine Seltenheit. Es gebe aber oft noch Möglichkeiten, die helfen, wenn das Medikament auf dem Rezept nicht verfügbar ist. Darauf weisen die Apotheker in Hilden und Langenfeld Patienten und Kunden hin.

Liefer-Engpässe nehmen zu

Die zunehmenden Liefer-Engpässe führten bei immer mehr Medikamenten zu spürbaren Problemen. Ein Grund dafür seien immer weiter entfernte Produktionsstätten im Ausland und Rabattverträge mit den Krankenkassen: „Der Kostendruck auf Pharma-Firmen führt immer häufiger zu Liefer-Engpässen bei verschiedenen Medikamenten“, erklärt Dr. Jürgen Wunderlich, Pressesprecher der Apotheker in Hilden und Langenfeld. Ob blutdrucksenkende Mittel, Schmerztabletten, Mittel zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen oder Depressionen: „Fast alle Bereiche sind betroffen und es spitzt sich leider von Jahr zu Jahr weiter zu“, berichtet der Apotheker. „Um unsere Patienten trotz der Lieferengpässe gut versorgen zu können, legen sich alle Apothekerinnen und Apotheker jeden Tag aufs Neue ins Zeug", betont Dr. Wunderlich.

Alternativen möglich

Aber es gebe Alternativen, wenn das gewünschte Medikament wirklich nicht da ist? „Grundsätzlich handelt es sich immer um eine Entscheidung im Einzelfall. “Wenn das Medikament des Herstellers, mit dem die Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen habe, nicht verfügbar sei, könne der Apotheker oft ein Präparat einer anderen Firma bestellen. Das könnte für den Patienten allerdings bedeuten, dass er etwas darauf warten muss und das Präparat anders aussieht als das gewohnte. Eine weitere Möglichkeit sei das Ausweichen auf eine geringere oder höhere
Dosierung – also etwa Tabletten mit 10 Milligramm Wirkstoff statt 20 Miligramm, von denen der Patient dann die doppelte Menge einnehmen muss. Auch ein höher dosiertes Präparat, das dann entsprechend aufgeteilt wird, sei denkbar. Bei Ibuprofen 800, das laut Dr. Jürgen Wunderlich derzeit so gut wie überhaupt nicht verfügbar sei, könnte man theoretisch auch zwei 400er-Tabletten einnehmen. „Die sind allerdings in den meisten Fällen nicht verschreibungspflichtig. Deshalb werden die Kosten dann auch nicht von der Krankenkasse übernommen," stellt Dr. Wunderlich klar.

Apotheker spricht mit Arzt

Sei der gewünschte Wirkstoff weder im verschriebenen noch in einem alternativen Medikament eines anderen Herstellers vorhanden und auch nicht bestellbar, nehme der Apotheker mit dem Arzt Kontakt auf und schlage ihm einen ähnlichen Wirkstoff vor, der für den Patienten infrage komme.
Gegebenenfalls bedeute das allerdings für den Patienten, dass er ein neues Rezept beim Arzt abholen oder sogar einen neuen Termin zur weiteren Klärung vereinbaren müsse.
Dr. Wunderlich empfiehlt, sich gerade bei einer Dauerbehandlung frühzeitig um das entsprechende Rezept und Medikament zu kümmern, um im Bedarfsfall noch einen kleinen Vorrat davon zu Hause zu haben. Denn wenn der Patient gar keine Tabletten mehr habe und gleichzeitig Liefer-Engpässe bestünden, müssten Apotheker jeweils wieder eine individuelle Alternativ-Lösung finden. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass eine eventuell notwendige Rücksprache mit dem Arzt außerhalb der Praxiszeiten auch oft nicht möglich ist.

Autor:

Lokalkompass Langenfeld - Monheim - Hilden aus Monheim am Rhein

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