“Froh erfülle deine Pflicht! Textilarbeit in der Mädchenerziehung”
Neue Ausstellung im Stadtmuseum Iserlohn

Textilarbeiten in der Mädchenerziehung.
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  • Textilarbeiten in der Mädchenerziehung.
  • Foto: Stadt Iserlohn
  • hochgeladen von Stephan Faber

Die neue Sonderausstellung, die im Stadtmuseum Iserlohn (Fritz-Kühn-Platz 1) zu sehen ist, trägt den Titel "Froh erfülle deine Pflicht! Textilarbeit in der Mädchenerziehung".

Manch einer erinnert sich noch an hauchzart mit Spitzen umhäkelte Deckchen auf Omas Kaffeetisch oder an fein gearbeitete Monogramme auf Großvaters Stofftaschentüchern. Manche aufwendig gestickte Berglandschaft in wuchtig-rustikalen Rahmen sorgt bei Haushaltsauflösungen für Staunen. Gemeinsam ist diesen Objekten und zahllosen anderen, dass sie Teil einer langen Handarbeitsgeschichte sind.

Der moderne Trend, bestimmte Dinge des persönlichen Bedarfs selbst herzustellen und mit alten Handarbeitstechniken zu verzieren, erweist sich inzwischen als überraschend langlebig. Es lohnt sich, die Rolle der Handarbeiten und vor allem des Stickens für die Mädchenerziehung genauer anzusehen. Immerhin dienten sie bis in die jüngste Vergangenheit auch dem Antrainieren von traditionellen Geschlechterrollen.

Da Textilien im eigenen Haushalt hergestellt, repariert und verziert werden mussten, gehörten Handarbeiten zu den Pflichtaufgaben unzähliger Mädchen- und Frauengenerationen. Die Unterweisung in die Techniken begann bereits in jungen Jahren. Beim Sticken sollte zwar vordergründig die Fertigkeit der Textilverzierung geschult werden, aber auch Geduld und der Sinn für Sauberkeit. Damit sollten die Mädchen auf ihre Rolle als tüchtige Hausfrau vorbereitet werden.
Das Ausbildungswesen in der Mädchenerziehung wandelte sich im 19. Jahrhundert nachhaltig. Neben der familiären erhielt die schulische Unterweisung immer größeres Gewicht. Neue Richtlinien für den Handarbeitsunterricht in den Elementar- und weiterführenden Schulen veränderten die Anforderungen; Handarbeit wurde zum Pflichtfach innerhalb des Fächerkanons mit festgelegten Lehrinhalten.

Gestickte Mustertücher vom 19. bis ins 20. Jahrhundert bilden den roten Faden der Ausstellung, präsentiert werden neben Mustertüchern, bestickter Aussteuerwäsche, Wandschonern und Überhandtüchern aber auch Stickzubehör wie Monogramm- und Musterschablonen, Lochstecher, Stickrahmen und Nadeln.

Die Ausstellung wurde im Auftrag des Kreismuseums Peine, das die umfangreiche Sammlung zur Verfügung stellt, von der Kuratorin Petra Watermann entwickelt und in enger Kooperation mit dem Stadtmuseum Iserlohn um regionale Sammlungsobjekte erweitert. Sie ist bis zum 24. Januar 2021 zu sehen. Das Stadtmuseum Iserlohn öffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr (montags und an Feiertagen geschlossen).

Öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung finden am 12. Oktober um 17 Uhr und am 11. Dezember um 16 Uhr statt. Eine Anmeldung ist verpflichtend unter museum@iserlohn.de, oder  unter Tel. 02371-217-1961.

Textilarbeiten in der Mädchenerziehung.
Die neue Ausstellung im Stadtmuseum Iserlohhn.
Autor:

Stephan Faber aus Hagen

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