Unternehmer hörten Bollermanns Visionen

Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann hielt eine bemerkenswerte Zukunfts-Rede.
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Es waren nicht sehr viele Unternehmer und Verbandsfunktionäre zum Frühstück der Wirtschaftsinitiative Nord (WIN) in die Hemeraner Dependance der Oestricher Spedition Winner gekommen. Aber die, die da waren, hörten einen mehr als interessanten, weil zukunftsweisenden Vortrag des Arnsberger Regierungspräsidenten Dr. Gerd Bollermann.
Er berichtete eingangs, dass "er als Chef von 40 000 Lehrern ein verändertes Lehrerbild erhalten habe", stellte im 775. Jubiläums-Jahr von Iserlohn fest, "dass Iserlohn vor 200 Jahren hinter Soest, aber klar vor dem Dorf Dortmund, die zweitgrößte Stadt in Westfalen war."
Dann kam Dr. Bollermann zum Kern seiner Ansprache und nannte drei Herausforderungspunkte.
Besonders am Herzen liegt ihm die demografische Entwicklung. "Wir werden bis 2030 einen Verlust von 3,7 Prozent an Menschen zu verzeichnen haben." Für Dr. Bollermann ist die Kosenquenz eindeutig: "Bei 25 Prozent weniger Kindern ist zu hinterfragen, ob das Schulsystem so weiter gefahren werden kann. Die Infrastruktur der Städte ändert sich." Für ihn ist aber die "Bildung zugleich der Schlüssel für die Zukunft". Bollermann: "Wir müssen viel tun, um die Jugend hier zu behalten." Das bedeutet gleichzeitig, dass "wir uns im Regierungsbezirk Arnsberg neu aufstellen müssen."
"Die Demografie trifft uns in der Infrastruktur. Junge Menschen gehen. Es gibt kaum noch Beweerber für attraktive freie Stellen. Im Regierungsbezirk sind Unistädte wie Siegen, Dortmund und Bochum die Gewinner bei den 18-bis 30-Jährigen. Aber nach dem Studium gehen sie. Wir müssen alles tun, um sie zu halten." Eindeutig auf der Siegerseite stehen das Rheinland mit Köln und Düsseldorf und der Rhein-Main-Bereich.
Die Lösung? "Wir müssen Wirtschaft und Wissenschaft noch stärker vernetzen. Wir müssen einen besseren Klebe-Effekt erzielen."
Für Bollerman ist klar: "Wir halten mit unserer eminent großen Wirtschaftskraft hinterm Berg. Die hervorragenden Ergebnisse sind nicht im Bewusstsein der Menschen. Wir haben eine starke Wirtschaft und eine wunderschöne Natur."
Um die Region attraktiv zu machen, bedarf es einer Infrastruktur, die Anbindung und Mobilität gleichermaßen garantiert. Mit Blick auf den Weiterbau der A46 meinte er: "Großprojekte scheitern, wenn der lokale Konsens fehlt."
Da Bollermann den Regierungsbezirk Arnsberg als "Herz Westfalens" sieht, sind diverse Anstrengungen gemacht worden oder sie sind in Planung. So sollen Drehbuchautoren eingeladen werden, um die Region in bewegte Bilder umzusetzen. "Wir denken daran, Westfalenspiele zu installieren, wir prüfen, ob wir nicht auch eine Nacht der kulinairschen Künste in der Region verwirklichen können und wir denken daran, Diplomatenreisen aus Berlin in die Region zu organisieren." Bollermann hat einen netten Vergleich zur Hand: "Wenn es Brei regnet, muss man den Löffel haben." Und meint damit, Fördergelder für die Projekte zu erhalten. "Wir müssen die regionale Verwurzelung deutlich machen und dem Land und seinen Menschen klarmachen, dass im Regierungsbezirk die stärkste mittelständische Wirtschaftskraft des Landes existiert."
Schließlich sprach Dr. Bollermann auch über sichere, erneuerbare und vor allem preiswerte Energien. "Wir müssen es schaffen, die Energieversorgung so zu händeln, dass es keine Ausfallzeiten gibt. Ich habe deshalb auch eine Studie über erneuerbare Energien in Auftrag gegeben. Ich sehe beispielsweise darin eine große Chance besonders für das Handwerk." Und noch etwas hatte der Bezirks-Chef zu vermelden: "Wir prüfen die Speicherkapazitäten bei den Talsperren. Denn davon haben wir im Regierungsbezirk sehr viele."

Autor:

Rainer Tüttelmann aus Iserlohn

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