Rainer Werthmann als Schiedsrichter-Beobachter aktiv

Beim Spiel des FC Schalke gegen Hertha Berlin am 28. April in Schalke war Rainer Werthmann (r.) auch als Spielbeobachter eingeteilt. Er beobachtete  folgendes Schiri-Team (v. l.):  Michael Emmer, Georg Schalk (die beiden Assistenten), Günter Perl (SR) und Christian Bandurski (4. Offizieller). | Foto: privat
  • Beim Spiel des FC Schalke gegen Hertha Berlin am 28. April in Schalke war Rainer Werthmann (r.) auch als Spielbeobachter eingeteilt. Er beobachtete folgendes Schiri-Team (v. l.): Michael Emmer, Georg Schalk (die beiden Assistenten), Günter Perl (SR) und Christian Bandurski (4. Offizieller).
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Rainer Werthmann (52) nimmt die tägliche Fahrt von Herne nach Iserlohn und zurück gerne in Kauf, „weil ich mich an der Bömberg-Grundschule wohl fühle“.
Seit 22 Jahren unterrichtet der gebürtige Hagener („Genau aus Boelerheide“) an der Grundschule Bömberg mit den Schwerpunktfächern Mathematik und Sport. „Ich bin aus privaten Gründen von Dröschede, wo ich eine ganz Zeit gewohnt habe, nach Herne gezogen.“
Wer mit Rainer Werthmann über Fußball spricht, muss Zeit mitbringen. Er kann nämlich viel erzählen. Was nicht überrascht. Denn er kann auf eine mehr als 40-jährige Karriere zurückblicken. Die begann, „weil mein Vater eine wichtige Antriebsfeder war“, bei der SG Boelerheide als Libero. Was in dem Hagener Stadtteil begann, sollte bis heute die Wochenend-Gestaltung in der Familie Werthmann mitbestimmen. Denn er war unter anderem über 20 Jahre für den Deutschen Fußballbund (DFB) in den Fußballstadien als Schiedsrichter und Linienrichter aktiv.
Bis 2006 hat er noch Bundesliga gepfiffen, musste dann aus Altersgründen ausscheiden. „Ich war über 400 mal im Einsatz und bildete mit Hellmut Krug aus Gelsenkirchen ein festes Gespann“, blickt Werthmann zurück., „über 150 Spiele haben wir zusammen geleitet.“ Auch mit dem noch aktiven Thorsten Kinhöfer aus Herne hat er zwischen 2003 und 2006 manches Bundesligaspiel geleitet. Hingegen nur „eine Handvoll“ mit dem Hemeraner Christian Fischer. Der Lehrer am Märkischen Gymnasium ist übrigens in den letzten Jahren als Assistent fest gesetzt, wenn Kinhöfer pfeift. Insgesamt hat Rainer Werthmann wohl in rund 2000 Spielen Verantwortung als Schiri oder Linienrichter übernommen. 1974 hatte er sein erstes Spiel geleitet und ist danach alle zwei Jahre, wie es damals üblich war, eine Klasse höher gekommen: 1985 in die Oberliga, 1986 kam Werthmann in den DFB-Bereich, war ein Jahr später Schiedsrichter-Assistent in der Bundesliga, pfiff 1991 in der zweiten Liga und ab 1994 in der ersten Liga. „Eine tolle Zeit“, urteilt Werthmann, der nun seine 20-jährige DFB-Erfahrung als Schiedsrichter-Beobachter einbringt. Er ist zusammen mit 21 Ex-Kollegen an jedem Wochenende im Einsatz. „Meistens in NRW, aber ich habe auch Spielbeobachtungen außerhalb von NRW.“ Zwei Tage vor dem Spiel bekommt er mitgeteilt, welches Spiel er besuchen soll. „Der Schiedsrichter weiß dann auch Bescheid.“ 90 Minuten vor dem Anpfiff ist Werthmann im Stadion, begrüßt seine aktiven Kollegen und füllt anschließend bis zu eineinhalb DIN-A4-Spielstatistik-Bögen pro Halbzeit aus. „Die meisten Entscheidungen treffen die Schiedsrichte richtig“, lobt Werthmann. Er führt beispielsweise eine Foulstatistik mit genauer Angabe der Minute. „Bis zu 50 Fouls im Spiel sind keine Seltenheit.“
Rainer Werthmann war auch Schiedsrichter-Beobachter beim letzten BVB-Heimspiel gegen Freiburg. „Das bislang fairste Spiel mit gerade einmal zwölf Fouls.“ Werthmann: „Fairness hat sich für den BVB ausgezahlt.“
Nach jedem Spiel erfolgt umgehend auch die Nachbesprechung. „Im Großen und Ganzen sind die Schiedsrichter schon selbstkritisch“, erzählt Werthmann aus Erfahrung.
Er ist mit Leidenschaft im Stadion. „Es macht halt Spaß.“ Als Spielbeobachter wird Rainer Werthmann regelmäßig zu DFB-Treffen eingeladen. „Mitte bis Ende Juli kommen alle Spielbeobachter zu einem Treffen nach Frankfurt in die Zentrale“, freut sich Rainer Werthmann auf dieses Treffen mit den 21 Kollegen. „Wir haben halt alle eine gemeinsame Leidenschaft: den Fußball.“

Autor:

Rainer Tüttelmann aus Iserlohn

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