Markus Meckel referierte in der von-Seydlitz-Kaserne

Außenminister a. D. Markus Meckel bei der Begrüßung gemeinsam mit Oberst a. D. Lambert Engelberts (links), Dr. Barbara Hendricks (rechts), den beiden Bürgermeistern Rainer Weber (2. v. rechts) und Gerhard Fonck (3. von rechts) und Oberst i. G. Peter-Georg Stütz. Foto: Klaus Sattler
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  • Außenminister a. D. Markus Meckel bei der Begrüßung gemeinsam mit Oberst a. D. Lambert Engelberts (links), Dr. Barbara Hendricks (rechts), den beiden Bürgermeistern Rainer Weber (2. v. rechts) und Gerhard Fonck (3. von rechts) und Oberst i. G. Peter-Georg Stütz. Foto: Klaus Sattler
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Zum traditionellen Empfang anlässlich des Tages der Deutschen Einheit in der von-Seydlitz-Kaserne Kalkar, durfte der Kommandeur des Kommandos Operative Führung Luftstreitkräfte, Generalleutnant Dieter Naskrent, in diesem Jahr nicht nur mehr als 220 Gäste begrüßen, sondern vielmehr auch einen echten Zeitzeugen des Mauerfalls und des folgenden Einigungsprozesses als Gastredner begrüßen. Markus Meckel war in den 70er und 80er Jahren evangelischer Pfarrer in der ehemaligen DDR, engagierte sich früh in der Opposition, war Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei der DDR und nach den einzigen demokratischen Wahlen zur Volkskammer seit April 1990 Außenminister seines Landes. Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 war Markus Meckel bis 2009 19 Jahre lang ununterbrochen Mitglied des Deutschen Bundestages.

Bevor der Referent jedoch aus der Zeit des Umbruchs im Osten Deutschlands berichtete, durfte Generalleutnant Naskrent gemeinsam mit dem zweiten Gastgeber des Abends, Oberst a. D. Lambert Engelberts, Regionalleiter Niederrhein der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, zahlreiche hochrangige Besucher aus allen Teilen des gesellschaftlichen Lebens begrüßen. So waren neben den beiden Bürgermeistern der Standortgemeinden Kalkar, Gerhard Fonck, und Uedem, Rainer Weber, auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Hendricks und die Stellvertretende Landrätin des Kreises Kleve, Hubertine Croonenbrock, auf den Beginenberg gekommen.

In seinem Vortrag schilderte Markus Meckel sehr anschaulich, wie nach der Machtergreifung Gorbatschows in der ehemaligen Sowjetunion 1985 auch das Regime in der DDR immer mehr zu bröckeln begann. Als dann am 9. Oktober 1989 die friedliche Revolution von Leipzig aus der kommunistischen Diktatur die entscheidende Niederlage beibrachte, keimte bei der Opposition erstmals ernsthaft die Hoffnung auf einen demokratischen Wandel auf. „Damals hat an eine Wiedervereinigung der beiden Teile Deutschlands aber noch niemand gedacht“, so Markus Meckel, „wir wollten vielmehr zunächst nichts anderes als einen demokratischen Wandel in unserem Land.“ Das dies irgendwann zum Abbau der Sperranlagen führen würde, dass sei allerdings klar gewesen, führte Meckel weiter aus. Vom Fall der Mauer nur einen Monat später sei dann allerdings die ganze Welt überrascht worden. „Ob George W. Bush, Michail Gorbatschow oder Helmut Kohl“, so Meckel, „diese plötzliche Entwicklung hatten selbst die Großen dieser Welt nicht kommen sehen.“ Mit Nachdruck betonte er, dass es keineswegs die regierende SED war, die die Mauer geöffnet hat. „Nachdem Regierungssprecher Schabowski das neue Reisegesetz öffentlich falsch interpretiert hat“, so Meckel, „war es das Volk, dass an jenem 9. November 1989 die Mauer einfach umgestoßen hat.“ Der ursprüngliche Plan eines langsamen Einigungsprozess – die Rede war einst von bis zu zehn Jahren – war schon bald Makulatur.

„Die Massen wollten die Wiedervereinigung sofort“, so Meckel, der sich dabei auch an den Besuch von Helmut Kohl in Dresden kurz vor Weihnachten 1989 erinnerte: „Danach war jedem klar, dass die Einheit so schnell wie möglich vollzogen werden musste.“

Lang anhaltender Applaus zeugte nach dem Vortrag davon, wie beeindruckt das Publikum von den Schilderungen des Gastes war. Das drückte auch Generalleutnant Naskrent bei seinem Dank an Markus Meckel aus. „Es war eine Freude Ihnen zuzuhören“, so Naskrent, „Sie haben uns einen Einblick in die Zeit der Wende gewährt, wie ihn sicher nur jemand vermitteln konnte, der so dicht am Geschehen war.“ Als Erinnerung überreichte General Naskrent seinem Gast einen Bildband über den Niederrhein.

Beim anschließenden Empfang im Unteroffizierheim der von-Seydlitz-Kaserne wurden noch angeregte Diskussionen über die Schilderungen des letzten Außenministers der DDR geführt.

Außenminister a. D. Markus Meckel bei der Begrüßung gemeinsam mit Oberst a. D. Lambert Engelberts (links), Dr. Barbara Hendricks (rechts), den beiden Bürgermeistern Rainer Weber (2. v. rechts) und Gerhard Fonck (3. von rechts) und Oberst i. G. Peter-Georg Stütz. Foto: Klaus Sattler
Markus Meckel war der letzte Außenminister der DDR, ehe er zwischen 1990 und 2009 Abgeordneter des Deutschen Bundestages war.
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Lokalkompass Kleve aus Kleve

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