Ein sportliches Multitalent
"Helle" Köllges eine Lintforter Fußball Legende wurde 80

Nachehrung im Verein zum dritten Platz 1954 bei den Westdeutschen Jugend Ringer Meisterschaft in Dortmund.
Helmut Köllges links im Bild mit Medaille.
Foto Helmut Köllges
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  • Nachehrung im Verein zum dritten Platz 1954 bei den Westdeutschen Jugend Ringer Meisterschaft in Dortmund.
    Helmut Köllges links im Bild mit Medaille.
    Foto Helmut Köllges
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„Helle Köllges“ eine Lintforter Sportlegende wurde 80.

Im digitalen Zeitalter sind Medien in der Lage in Windeseile, aus Sportlern weltweit bekannte Idole zu machen, die Menschen und Massen begeistern. Aber auch in Zeiten, als Telefone noch Wählscheiben hatten, gab es sogar im Amateursport Sportler die zu Vereinsidolen, Helden und Legenden wurden. Doch dieser Amateursport findet derzeit nicht statt, als hätte es ihn nie gegeben. Und doch erinnern sich die Älteren unter uns an Zeiten, in denen es Sportveranstaltungen mit ausverkauften Hallen, und vollen Stadien gab. Insbesondere der „König“ Fußball füllte die Stadien. Und so kam es im Sommer 1961 dazu, dass 13.000 Zuschauer das 2:1 im Zweite Liga West Spiel, SV Neukirchen gegen Rot-Weiss Essen sehen wollten. Das der Homberger SV (heute VFB Homberg) am 13. September 1964, bei der Einweihung des neuen Homberger Rheinstadions, im Regionalliga-Derby (damals die 2. Liga) gegen Eintracht Duisburg, vor 8.000 Zuschauern 0:0 Unentschieden spielte. In der Landesliga kamen 3.000 Besucher zum Klever Bresser Berg, um im vorentscheidenden Spiel zum Aufstieg in die Verbandsliga, den 1:0 Sieg des SV Lintfort gegen den SC Kleve mit zu erleben.
Alles wie weggewischt und nie dagewesen!
Allerdings haben die Bürger derzeit auch andere Sorgen, um durch den Alltag zu kommen. Geschweige denn, um an Veranstaltungen oder Festen teilnehmen zu dürfen, bis hin zu Ausgangssperren!
So bleibt denn auch einem Großteil der Menschen in diesen schwierigen Zeiten, oft eine Anerkennung versagt, die sie verdient hätten. Da wären auch Künstler und Kulturschaffende zu nennen, die einen hohen Anteil daran haben, dass unser aller Leben froh, laut, und bunt daherkommt, und es lebenswert macht. Dann wären da noch die „Alten“ zu nennen, von denen sich die geimpften, so langsam wieder ins Leben zurückwagen. Darunter wiederum Persönlichkeiten, denen „Früher“ zu einem 80. Geburtstag, große Aufmerksamkeit, auf Grund ihrer Lebensleistung wieder fahren wäre. Aber in Zeiten dieser Pandemie, feierte ein ehemals erfolgreicher Kamp-Lintforter Sportler und Geschäftsmann, am 9. April seinen Geburtstag im engsten familiären Kreis. Helmut „Helle“ Köllges, war ein Ringer, Tennis-, und Golfspieler, und dazu noch Fußballer, Spielertrainer und Trainer. Gäbe es den TuS Lintfort/SV Lintfort noch, würde man bei ihm von einer Vereinslegende sprechen. In einem Atemzug wie von Hermann Strachitz, und Jürgen „Kotelett“ Janssen vom damaligen Homberg SV, sowie von Robert Guyens und Helmut Weiss vom ehemaligen SV Neukirchen. Hier in Kamp-Lintfort waren die lokalen „Fußball Helden“ der Nachkriegsjahre bis hinein in die 1970er, Franz-Josef „Kini“ Glöckner, Dr. Mathias „This“ Terkatz, und eben „Helle Köllges. Ein sportliches Multi Talent, wie die schon aufgeführten Sportarten erahnen lassen. Der Lintforter Fußball verdankt es den Statuten vom damaligen Deutsche Athleten-Bund, dem auch die Ringer unterstanden, dass das große Ringertalent des Lintforter-Ringer-Vereins Helmut Köllges Fußballspieler wurde. Obwohl er 1954 mit 13 Jahren, bei den Westdeutschen Jugend Meisterschaften in der Dortmunder Westfalen Halle den dritten Platz errungen hatte, durfte er nicht mit zur Gesamt Deutschen Meisterschaft. Das damalige vorgeschriebene Mindestalter um dort mit ringen zu dürfen, war vierzehn Jahre! Darüber war er so wütend, dass er mit dem Ringen aufhörte, und ab sofort dem Fußball den Vorrang gab.
Und so kam es zu einer von nur wenigen Unterbrechungen, ab 1959 zu fast zwei Jahrzehnten langen Zugehörigkeit zum Tus/SV Lintfort. So wie von1966-1969, als Amateur Vertragsspieler bei Eintracht Duisburg und Hamborn 07, die in der Regional-Liga West, der damaligen 2.Bundesliga spielten. Zudem war er zwei Jahre von 1975-1977, als Spielertrainer bei der Alemannia in Pfalzdorf. Seine Fußballschuhe hing er dann endgültig nach der Saison 1978/79 an den Nagel. In seiner Fußballerlaufbahn hatte er so ziemlich auf jeder Position gespielt, inclusive die des Torhüters. Im letzten TuS Jahr 1970/1971, wurde er besonders geehrt, denn der Verein stieg dank seiner 29 Tore ein weiteres Mal in die Landesliga auf. Im Anschluss an diese Saison fusionierte der TuS mit dem SV Hoerstgen, und wurde zum SV Lintfort. Aber er erzielte nicht nur als Stürmer jede Menge Tore, er war auch Libero und Mittelfeldmotor. Im Aufstiegsjahr 1977/78 (wieder einmal), wurde er vom damaligen Torjäger Paul Birkner, der in dieser Saison 35 Tore(!), und in der darauffolgenden 25 erzielte, bewundernd „Flankengott“ getauft. Denn er erzielte die meisten seiner Treffer, auf Vorarbeit (heute Assist) von Helmut Köllges! Aber es hingen nur die Schuhe des Fußballers am Nagel, die des Trainers noch nicht. Von 1982 bis 1984 trainierte er den Verbandsligisten SV Lintfort, danach von 1984-1986 in der Bezirksliga den SV Sonsbeck. Dort verpasste die Mannschaft um ihn, den Aufstieg leider nur wegen des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Siegfried Materborn. Im Anschluss daran hing er noch ein letztes Jahr bei der Alemannia in Kamp dran. Danach hing er auch die Trainerschuhe an den Nagel, um dem Fußball endgültig ade zu sagen.
Allerdings nicht um sich aufs Altensteil zurück zu ziehen.
Tennis spielte er schon immer nebenher, und war eine weitere große Leidenschaft von ihm. Mehrere Vereinsmeisterschaften bei Blau Weißen in Lintfort konnte er für sich entscheiden. Auf die Frage wie viele es waren, kann er sich nicht mehr erinnern.
Zitat: Watt weiß ich, das weiß ich doch heute nicht mehr, ich bin Achtzig, und dann ist das doch sowieso egal!
Seine letzten sportlichen Erfolge erzielte er im Golfsport, dort gewann er 2002 und 2003 im hiesigen "Golfclub Am Kloster Kamp" die Senioren Meisterschaft. Seine mehr und mehr nachlassende Sehkraft, zwang ihn dann letztendlich den aktiven Sport zu beenden.
Doch ganz aufgeben und sich verkriechen, gibt es bei ihm nicht! Getreu seinem Motto, sportlich bis es nicht mehr geht, ging er seit Jahren täglich, trotz seines nun mittlerweile schweren Handicaps, allein und zu Fuß zum Kaffeeklönen mit wenigen verbliebenen Freunden, ins Lintforter Kaffeehaus. Seit ihm Corona das verwehrt, marschiert er von seinem Haus an der Eyller-Straße, die 2 Kilometer zum Kamp-Lintforter Mammutbaum am Eyller Berg, und dieselbe Strecke wieder zurück nach Haus. Stolz weist er darauf hin, dass er immer noch das gleiche Kampfgewicht hat, wie bei seinem letzten Einsatz als Fußballer, und das soll auch so bleiben.
Ich bin froh darüber, dass ich als junger Spieler und sein Mannschaftskamerad, von 1977 bis 1979 seine letzten zwei Jahre als Aktiver mit begleiten durfte. Denn es waren zwei tolle erfolgreiche Jahre! Ich wünsche ihm zu seinem 80sten nachträglich, dass er bald wieder zu seinem" Klönschnack" ins Kaffeehaus gehen, und dass er sein Gewicht noch viele Jahre halten kann!

Quellen: Festschrift zum 70-jährigen Bestehen des SV Lintfort von Helmut Blume
Fotos: Paul Birkner und Helle Köllges

Autor:

Uwe Kluge aus Kamp-Lintfort

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