Hospizbewegung St. Martin mit 37 Ehrenamtlichen in Langenfeld und Monheim
Auch Sterben gehört zum Leben

Das Team der Hospizbewegung St. Martin bietet Sterbe- und Trauerbegleitung: Christine Erm, Stephanie Hahn, Regina Groß und Anja Roth-Reiter.  Foto: Michael de Clerque
  • Das Team der Hospizbewegung St. Martin bietet Sterbe- und Trauerbegleitung: Christine Erm, Stephanie Hahn, Regina Groß und Anja Roth-Reiter. Foto: Michael de Clerque
  • hochgeladen von Corinna Rath

Die ambulante Hospizbewegung kümmert sich in Langenfeld und Monheim nicht nur um Schwerkranke und begleitet diese beim Sterben, sondern unterstützt außerdem auch deren Angehörige und steht ihnen in Trauersituationen zur Seite. Was ursprünglich einmal als Hilfe für Familien gedacht war, wurde längst auch auf Krankenhäuser und Altenheime ausgeweitet. Denn: Bedarf gibt es überall.

Als Koordinatorin der Hospizbewegung St. Martin arbeitet Christine Erm gemeinsam mit ihrem Team aus Hauptamtlichen und 37 Ehrenamtlichen täglich daran, Menschen in der letzten Lebensphase so viel Lebensqualität und Selbstbestimmung wie möglich zu geben und die Angehörigen ein Stück weit zu entlasten.

Falsche Vorstellung

Sterbebegleitung ist für die gelernte Krankenschwester genauso wie für andere Menschen ein "hartes" Wort und oftmals besteht eine falsche Vorstellung von der Arbeit der Hospizbewegung. Die ist, wenn benötigt, nicht nur in den letzten Tagen an der Seite der Patienten und deren Angehörigen, sondern - bei Bedarf - auch auch schon viel früher.

Begleitung kann Monate andauern

"Unsere Begleitung kann Monate andauern und beginnt manchmal schon mit der Diagnosestellung", weiß Christine Erm über die mögliche Chance, eventuell noch offene Pläne und Wünsche umzusetzen, letzte Dinge zu regeln und den Sterbenden und deren Angehörigen vertrauensvoll zur Seite zu stehen.
„Was hätte ich gerne, was man mir Gutes tut?“, ist eine wichtige Frage, die, an der eigenen Person gespiegelt, sicherlich hilft, Antworten zu finden, um einfühlsam an der Seite der schwerstkranken Menschen zu agieren.
Was Sterbebegleitung für den Hospizdienst bedeutet? Zeit schenken, zuhören, begleiten, ohne sich aufzudrängen und herausfinden, was dem Anderen gut tut und welche Wünsche er hat. „‘Was möchtest du, was ich dir Gutes tun soll‘, ist der Gedanke, mit dem wir zu den Sterbenden gehen“, erklärt Christine Erm. Dabei sind die individuellen Bedürfnisse so breit gefächert, wie es unterschiedliche Menschen gibt. Und weil am Ende nicht viel Zeit bleibt, um Beziehungsarbeit zu leisen, kommen Ehrenamtliche und Patienten oft schnell zusammen und auch auf den Punkt. Das Lieblingsbuch noch einmal vorgelesen bekommen? Lieblingslieder singen? Spazieren gehen oder der Besuch eines bedeutsamen Ortes? Die Ehrenamtlichen vom Hospizdienst St. Martin machen vieles möglich und betreuen ganz individuell.
Und weil die Bedürfnisse der Sterbenden am Ende genauso unterschiedlich sind, wie die der Trauernden, bietet die Hospizbewegung St. Martin neben der Sterbebegleitung auch eine Trauerbegleitung in Gruppen und Einzelgesprächen sowie Hilfe und Information rund um die Erstellung einer Patientenverfügung an.

Trauergruppen für Angehörige

Die professionell geleiteten Trauergruppen für Angehörige, die Menschen durch Tod verloren haben, finden zweimal im Jahr an zehn Abenden in Folge statt. Neben den Themen, die jedem Trauernden auf seinem Weg begegnen, kommt es zwischen den acht bis zehn Teilnehmern zum Austausch. "Ich bin nicht allein" - das ist ein Gefühl, das hilft, die Zeit der Trauer zu überstehen, sich im Gespräch zu öffnen, Vertrauen in geschützter Atmosphäre zu spüren und den Tod am Ende zu akzeptieren. "Das macht es leichter, mit der Schwere der Situation umzugehen", weiß Trauerbegleiterin Stephanie Hahn, die mit ihrem Angebot die Trauernden auf dem Weg zurück ins Leben unterstützen und sie Schritt für Schritt zu neuen Lebenskräften führen möchte.
Auch wenn für die Trauergruppe im Frühjahr keine Plätze mehr frei sind - nach den Sommerferien startet die Hospizbewegung mit einer zweiten Gruppe. Wer mit seinem Schmerz allein ist und Unterstützung in Anspruch nehmen möchte, dem stehen Stephanie Hahn und Claudia Flaskamp natürlich auch in Einzelgesprächen - bis zur nächsten Trauergruppe - zur Verfügung. "Trauernde sind bei uns nicht unbegleitet", verspricht Stephanie Hahn. Zu den Sprechzeiten melden, kann sich hier jeder. "Unabhängig von der Religion sind wir für alle Menschen offen", sagt die Leiterin der Trauerarbeit, die seit vielen Jahren für die Hopizbewegung St. Martin tätig ist.
Und weil man hier auch Menschen begleitet, die aus anderen Kulturen kommen, würden sich die vier Hauptamtlichen auf ehrenamtliche Unterstützung auch durch Menschen aus anderen Religionskreisen freuen.

Infos und Kontakt

Hilfe und Unterstützung finden Menschen bei der Hospizbewegung St. Martin, Klosterstraße 34 in Langenfeld unter der Telefonnummer (02173) 856560 sowie per E-Mail unter hospizbewegung-langenfeld@t-online.de oder in der Zweigstelle Monheim, Heinestraße 2, unter der Telefonnummer (02173) 2037389. Die Sprechzeiten in beiden Büros sind montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und nach Absprache. Informationen gibt es auch auf der Homepage unter der Adresse www.hospizbewegung-langenfeld

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