Palliativversorgung zu Hause

Brigitte Sturm li    Tabea Kaiser re
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Dieses Thema bestimmte den vergangenen öffentlichen Montagstreff bei dem der Hospizkreis Menden erfreulicherweise auch mehrere Nichtmitglieder begrüßen konnte. Eingeladen waren zwei Referentinnen: Brigitte Sturm, Koordinatorin beim Palliativmedizinischen Konsiliardienst, Netzwerk Iserlohn / Letmathe (PKD NIL e.V.), ein palliativ-fachärztlicher Notdienst und Tabea Kaiser, Pflegedienstleitung des ambulanten Palliativ-Pflegedienstes Bethanien, mobile Pflege in Iserlohn. Träger des Palliativ-Pflegedienstes ist das Diakonische Werk Bethanien.
Eine belgische Studie aus 2012 benennt folgende Gründe warum ein Sterben zu Hause unter Umständen schwierig ist: neben vielen anderen Symptomen sind die Luftnot, die körperliche Schwäche und die Schmerzen die für den Hausarzt am schwierigsten zu behandelnden Symptome. Um unnötige Klinikeinweisungen zu vermeiden wird die Unterstützung der Hausärzte durch qualifizierte Palliativärzte in der Versorgung ihrer am Lebensende stehenden Patienten empfohlen. Diese Zusammenarbeit mit den Haus- und Fachärzten hat sich der PKD NIL zur Aufgabe gemacht. Der PKD NIL ist ein Zusammenschluss aus sieben Palliativärzten, von denen der jeweils Diensthabende 24 Stunden am Tag erreichbar ist. Bisher unterstützen sie in Menden allein 22 Hausärzte. Hausarzt, Facharzt und Palliativmediziner gestalten die häusliche Versorgung des Patienten gemeinsam, wobei der Hausarzt der erste Ansprechpartner seines Patienten bleibt. Der Palliativarzt ist somit in die Hausarztversorgung miteinbezogen und steht als Ansprechpartner außerhalb der Sprechzeiten des Haus-/Facharztes dem Patienten zur Verfügung. Das Palliativangebot umfasst den Wirkungsbereich Iserlohn, Schwerte, Hemer und Menden. Die Anmeldung und Registrierung des Patienten beim PKD NIL läuft über den Hausarzt. Die Leistung wird entsprechend der Vereinbarung mit den gesetzlichen Krankenkassen von diesen übernommen. In der Vereinbarung sind auch die genauen Kriterien für eine Aufnahme in das Palliative Netzwerk festgelegt.
Beim ambulanten Palliativ-Pflegedienst wird die Leitung von Tabea Kaiser geleistet. Diesen Palliativ-Pflegedienst gibt es seit vier Jahren. Sein Wirkungsbereich entspricht dem Versorgungsgebiet des Palliativmedizinischen Konsiliardienstes. Er kooperiert mit dem PKD und leistet in der medizinischen Mitbetreuung des Patienten die palliative Behandlungspflege. Deshalb ist es auch möglich, dass der bisherige ambulante Pflegedienst des Patienten weiterhin die Körperpflege vornimmt. Palliativarbeit ist Teamarbeit. Dazu gehört genauso die Zusammenarbeit mit ambulanten Hospizdiensten, die weitergebildete ehrenamtliche Mitarbeiter beschäftigen wie der Hospizkreis Menden. Die Palliativpflege wird von der Krankenkasse bezahlt. Deshalb ist für den Palliativ-Patienten zur palliativmedizinischen und - pflegerischen Mitbetreuung keine Pflegestufe erforderlich. Damit die Lebensqualität des Patienten verbessert werden kann, bedarf es einer umfassenden medizinischen Versorgung sowie einer fachlich fundierten, ganzheitlichen, individuellen und phantasievollen Begleitung. Er soll sich angenommen fühlen. Die neun Mitarbeiter des Palliativ-Pflegedienstes arbeiten bedürfnisorientiert. Maßstab ist Wille und Wunsch des Patienten. Von den Palliativ-Pflegekräften werden Fachlichkeit, Emotionalität und Flexibilität gefordert. Mit der palliativen Rundum-Versorgung PKD, Hausarzt, ambulantem Palliativ-Pflegedienst, Hospizdienst und ambulantem Pflegedienst kann eine unnötige Klinikeinweisung am Lebensende vermieden werden.
Das Thema des Abends warf bei den Besuchern viele Fragen auf, die von den beiden Referentinnen beantwortet werden konnten.

Autor:

Anni Grüne aus Menden (Sauerland)

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