Wie Alleinerziehende ihren Alltag meistern und Kind und Job unter einen Hut bringen
Stresspegel am Anschlag

Die alleinige Erziehung  ist häufig eine große Herausforderung. Besonders jetzt im Lockdown dürfte es für berufstätige Eltern noch schwieriger sein.
  • Die alleinige Erziehung ist häufig eine große Herausforderung. Besonders jetzt im Lockdown dürfte es für berufstätige Eltern noch schwieriger sein.
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  • hochgeladen von Nadine Scholtheis

Für alleinerziehende Mütter und Väter, die berufstätig sind, ist der Alltag oft eine große Herausforderung. Kind, Job und Haushalt unter einen Hut zu bringen lässt den Stresspegel bis zum Anschlag steigen. Corona macht es da nicht leichter - das private Netzwerk bricht zusammen.
Der zweite große Lockdown und die damit verbundenen Einschränkungen im Kita-und Schulalltag, wie zum Beispiel das „Home Schooling“, setzen Eltern zusätzlich unter großen Druck. Die Folgen sind Erschöpfung und finanzielle Einbußen.
Allzu gut weiß das auch Steffi P. Aus Moers. Ihr Sohn Luca ist fünf Jahre alt und besucht den Kindergarten mit 35 Stunden in der Woche. Normalerweise. Doch durch die nun gekürzte Betreuungszeit um zehn Stunden pro Woche sind es nur noch 25 Stunden, die Steffi zur Verfügung stehen. „Ich bringe Luca jeden Morgen gegen 7.15 Uhr/7.30 Uhr in die Kita. Dann fahre ich zur Arbeit“, beschreibt die 38-jährige Medizinische Fachangestellte, die in einer Hochheider Hausarztpraxis rund 28 Stunden pro Woche tätig ist, ihren Tagesablauf. „Gegen 13.30 Uhr hole ich Luca ab. Eigentlich wären das jeden Tag rund sieben Stunden. Aufgrund der Kürzung habe ich das jetzt so mit den Erzieherinnen geregelt, dass ich Luca einen Tag in der Woche zuhause lasse. So passt es wieder von der Stundenanzahl. Luca wird dann von meinen Eltern betreut. Jedoch geht das nicht jeden Tag, da beide gesundheitlich nicht mehr ganz so fit sind. Lucas Vater wohnt 40 Kilometer von uns entfernt und kann deshalb nicht „mal eben“ einspringen.“ Besonders froh ist Steffi, dass die Erzieher auf alle Eltern eingehen und bemüht sind, für jeden eine gute und passende Lösung zu finden. „Am Anfang, im ersten Lockdown, fiel es mir nicht leicht, Luca in die Kita zu bringen. Die Angst, dass er sich dort mit Corona anstecken könnte, war groß. Mittlerweile bin ich beruhigter und gelassener. Schließlich sitze ich ja durch meine Arbeit „an der Quelle“ und eine Ansteckung könnte dort viel schneller erfolgen. Zudem ist es ein gutes Gefühl, dass Luca in der Kita bestens aufgehoben ist. Die Notbetreuung ist für uns also sehr wichtig und ein echter Segen.“

Eltern werden weiter entlastet

Nachmittags basteln, lesen und toben Steffi und Luca viel an der frischen Luft. „Wir versuchen uns, die Zeit im Lockdown so angenehm wie möglich zu machen. Ändern kann man ja sowieso nichts. Da müssen wir durch.“
Lange Zeit war die Regelung der zusätzlichen Kinderkrankentage ungewiss. Doch nun ist klar: Eltern werden weiter entlastet. Die Zahl der Tage beim Kinderkrankengeld wurde verdoppelt. Das von Familienministerin Franziska Giffey unterzeichnete Gesetz gilt rückwirkend ab dem 5. Januar auch für die Betreuung von Kindern während des Lockdowns. Das Kinderkrankengeld wird in diesem Jahr für zehn zusätzliche Tage pro Elternteil (20 zusätzliche Tage für Alleinerziehende, das bedeutet eine Aufstockung von 20 auf 40 Tage) gewährt. Die Eltern sind dann von der Arbeit freigestellt. Für diese Freistellung erhalten sie dann das Kinderkrankengeld. Diese neue Regel gilt nicht nur für den Fall, dass das Kind erkrankt ist, sondern auch für die jetzt Corona bedingte Notbetreuung zuhause. Voraussetzung ist, dass es im Haushalt keine zweite Person gibt, die das Kind betreuen könnte. Anspruch auf die Kinderkrankentage sollen nur gesetzlich Versicherte haben. Eine Bescheinigung der Kita oder Schule soll als Vorlage bei der Krankenkasse ausreichen. Ist das Kind jedoch krank, muss der Betreuungsbedarf gegenüber der Krankenkasse jedoch mit einer Bescheinigung vom Arzt nachwiesen werden.

Krisenhotline steht für alle Fragen zur Verfügung

Abgerechnet werden die zusätzlichen Leistungen laut Ministerium über die Krankenkassen. Dafür leiste der Bund zum 1. April einen zusätzlichen Bundeszuschuss zur Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds in Höhe von 300 Millionen Euro.
Detaillierte Informationen gibt es bei der Corona Krisenhotline des Verbandes allein erziehender Mütter und Väter Landesverband NRW (VAMV NRW) unter Tel: 0201-82774-799 (montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 14 Uhr). Eine Terminanfrage ist per E-Mail an info@vamv-nrw.de möglich.

Autor:

Nadine Scholtheis aus Moers

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