Gangster auf frischer Tat ertappt!

Heute Nacht war bei uns was los!
Gegen drei Uhr Geräusche aus dem Keller!
Ich sofort hellwach – oder was man halt so wach nennt.
Da! Noch mal! Es schepperte und klirrte – Da war einer über den Bierkasten gefallen!
Ich stieß meinen Mann an. „Wach auf! Unten ist einer!“
Mein Mann bewegte sich nicht.
Ich rüttelte an seiner Schulter. „Einbrecher! Mensch, wach auf!“
„Was ist los?“ Mein Mann richtete sich ruckartig auf.
„Da sind welche“, flüsterte ich. „Hörst du sie?“
„Ich hör nix.“ Mein Mann ließ sich wieder in sein Kissen fallen und schlief weiter.
Jetzt reichte es mir aber! Kräftig stieß ich ihn in die Rippen. „Horch! Jetzt gehen sie in die Küche!“
„Werden Hunger haben ...“ Mein Ehemann scherte sich einen Dreck um die Sache.
In dem Moment knarrte unten die erste Stufe und leise Schritte waren auf der Treppe zu hören.
Mittlerweile zitterte ich. „Jetzt kommen sie, jetzt holen sie uns.“
Neben dem Knarren vernahm ich auch das sanfte Klirren von Porzellan.
Die werden doch nicht mein geerbtes Gescherbel in einen Sack gesteckt haben!
Wie kann man denn so achtlos mit alten Schätzen umgehen?
Das machte mich wütend.
Mein Mann rührte sich nicht, er atmete tief und gleichmäßig.
Wenn der uns nicht verteidigt, mach ich das!
Entschlossen packte ich den Knüppel, der seit einer Weile griffbereit unterm Bett liegt, und huschte zur Treppe.
Die Schritte kamen näher.
Noch drei Stufen, im Haus kenne ich jedes Geräusch.
Langsam hob ich den Knüppel.
Zwei Stufen.
Ich holte tief Luft.
Eine.
Ich straffte mich.
Da kam ein Teller um die Ecke! Mit einem Baguette drauf.
Gerade wollte ich zuhauen – stand Pubi vor mir und kaute.
Jetzt hatte der Kerl sich aber dermaßen erschrocken, dass er laut losbrüllte und den Teller fallen ließ.
Darüber erwachte dann endlich auch mein Mann.

Das nächtliche Erlebnis hat mich jedenfalls echt mitgenommen. Weil ich danach richtig schön wach war, nutzte ich die Zeit und setzte mich an meinen Schreibtisch. Zustande gebracht habe ich eigentlich nichts, weil sich kurz nach vier meine Kaffeetasse in die Tastatur ergoß. Es dauerte eine Weile, bis ich der Sache Herr wurde.
Obendrein bin ich nun endlich müde. Gute Nacht, ich gehe jetzt schlafen! :-)

Autor:

Anke Müller aus Mülheim an der Ruhr

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