Naturschützer bauten Niströhren für die stark gefährdete Eulenart
Neue Wohungen für Steinkäuze in Homberg

NABU-Projektleiterin Sarina Mohr präsentierte zusammen mit Johannes Boerl (Mitte) und Hajo Börgers eine der selbstgebauten Niströhren, mit denen der Steinkauz in den Homberger Süden gelockt werden soll.
  • NABU-Projektleiterin Sarina Mohr präsentierte zusammen mit Johannes Boerl (Mitte) und Hajo Börgers eine der selbstgebauten Niströhren, mit denen der Steinkauz in den Homberger Süden gelockt werden soll.
  • Foto: Ulrich Bangert
  • hochgeladen von Maren Menke

Dieser Vogel ist schon ein komischer Kauz: Er braucht nicht nur eine Höhle für sein Brut, sondern zwei weitere zum Ausruhen und als Futterlager.

Kein Wunder, dass der Steinkauz sich nicht überall niederlassen möchte. Die kleine Eulenart war jahrelang im Schwinden begriffen. „Gerade mal 4.000 Brutpaare konnten bundesweit ausgemacht werden. Inzwischen hat sich deren Zahl wieder verdoppelt“, schöpft Hajo Börgers von der Ratinger Ortsgruppe des Naturschutzbundes (NABU) Hoffnung.

Verlust des Lebensraums

Der Verlust von extensiv genutzten Viehweiden, die Rodung von Streuobstwiesen und alten Bäumen mit Hohlräumen und der Umbau von alten Gemäuern schränken den Lebensraum der kleinen Eule mit dem braun-weiß getupftem Gefieder immer weiter ein. Neben Mäusen, Kröten und Fröschen verspeist der Steinkauz Insekten und Würmer.

Nachdem sich im Homberger Norden am Wittenhausweg ein Pärchen niedergelassen hat, hoffen die Naturschützer, dass sich weitere Käuzchen rund um den Götzenberg ansiedeln. Unterstützung kam durch Tomaz Kotnik, den Besitzer den ländlichen Anwesens, und von der Stadtverwaltung. Umweltdezernent Martin Gentzsch möchte den stark gefährdeten Steinkauz, der auf der Roten Liste steht, nicht nur schützen, sondern ihm weitere Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Die Steinkauz-AG des NABU erhielt von der Stadt daher 400 Euro für Materialkosten. Und Johannes Boerl baute daraufhin die Niströhren für den Kauz, in denen er eben Brut anlegt, sich ausruht oder die er als Vorratskammer nutzt.

Schutz vor Madern

„Damit der Marder nicht eindringen kann, ist vorne eine Schutzeinrichtung. Hinten ist eine verschließbare Klappe zur Reinigung“, stellte der Konstrukteur die Eulen-Behausung vor. Damit sich Familie Kauz so richtig wohlfühlt, staffierte Hajo Börgers die Wohnung mit klein geschreddertem Holz aus.

Die Umgebung des Götzenbergs mit seinen Wiesen und Streuobstbeständen sehen die NABU-Experten als geeignetes Gelände an und sind nun gespannt, ob die Steinkäuze dort im kommenden Frühjahr mit dem Brutgeschäft beginnen. „Ein idealer Standort für Käuze sind Golfplätze, vor allem der in Hösel“, ist sich Experte Hajo Börgers sicher, der erfahren musste, dass sich die Golfclubs in dieser Beziehung schwer tun. Einen konkreten weiteren Standort haben die Eulenschützer in Lintorf ausgemacht.

Hinweise bitte durchgeben

Das Amt für Kommunale Dienste bittet darüber hinaus um Hinweise und Mithilfe, gerne auch von Grundstückseigentümern, wo weitere Nisthilfen montiert werden könnten. Hinweise bei der Stadtverwaltung nimmt Angelika Genieser vom Amt Kommunale Dienste entgegen, entweder unter Telefon 02102/550-6731 oder per E-Mail an angelika.genieser@ratingen.de.

Autor:

Lokalkompass Ratingen aus Ratingen

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