Zeichen setzen geht auch anders…
JAPAN BESIEGT PORTUGAL IM FINALE

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Meinung von Stephan Leifeld 

Als Quatar den mutmaßlich erkauften Zuschlag für die Ausrichtung der FIFA-Weltmeisterschaft erhalten hat, waren Spieler wie Kehrer, Musiala und Sane noch kleine Kinder. Die Themen Diversität, Menschenrechte und Klimaschutz wurden von versagenden Politikern und Funktionären, eben diesen jungen Sportlern als „schwarzer Peter“ mit ins Gepäck gegeben. Keine Zeit auf der anderen Seite, die neue Generation aufspielen zu lassen, mussten zudem Hoffnungsträger wie Götze, Müller, Gündogan und Süle nochmal mit. Flickschusterei auf dem Platz und ansonsten Farb- und Sprachlosigkeit, werden von der DFB-Elf in Erinnerung bleiben. Und ein Oliver Bierhoff, der schon beim letzten Vorrunden-Ausscheiden nur warme Worte suchte, ohne seine eigene Mitverantwortung reflektieren zu können…

Aus Sicht der Scheichs in Quatar ist das Timing jedoch perfekt. Die Bekanntgabe der langfristigen Lieferverträge zwischen Deutschland und dem Wüstenstaat, um nicht mehr Gas aus Russland beziehen zu müssen, fallen in die Woche der Abreise der „Mannschaft“. Wirtschaftsminister Habeck wird in seiner eigenen Logik vermutlich formulieren, dass Deutschland nicht ausgeschieden ist, sondern einfach nur nicht mehr am Achtelfinale teilnimmt. Hingegen Quatar fühlt sich dort, wo man finanziell längst vorher angekommen ist, in der ersten Liga der reichen Staaten dieser Erde. Jedenfalls im Durchschnitt. Schließlich gibt es abseits der Oasen noch genügend Elend. Jedoch gibt es Armut auch in Deutschland… nicht zu vergessen, Auswirkungen kognitivem Geiz. Klimaschutz und Menschenrechte werden dabei auf dem Altar des Kapitals ebenso geopfert, wie Wahrheit und Freiheit. Deutschland kauft kein Gas beim Russen. Die Menschenrechte, die weiter entfernt mit Pantoffeln an den Füßen getreten werden, stören die Baerbocks und Scholz dieser Welt weit weniger. Sind diese Missetaten doch weiter weg… wie das Gas. Die Welt der Superreichen ist wieder im Lot: während der „böse Iwan“ schon Zar und reiche Bürger enteignet hat, sind derartige soziale Bewegungen beim „Ali“ nicht zu befürchten, seit die Gaddafi und Husseins nicht mehr sind. Elon Musk träumt vielleicht schon von Twitter- und Teslabauten, im Stil der Sportstätten von Quatar. Billige bis kostenlose Arbeitskräfte, die vielleicht zufrieden sind, wenn sie von der Baustelle kostenlos Voice over IP zuhause anrufen können. Darüber denken hierzulande die meisten Menschen aber nicht wirklich nach. Bier und Sex unter der Wüstensonne, waren die wirklich wichtigen Themen vieler „Fans“. 

Dabei Menschen, die im letzten Jahr noch internetwissenschaftliche Virologen waren, und in diesen Tagen Assistenztrainer von Hansi Flick geworden sind. Hitziges und gleichzeitig erbärmliches Thema: Ein Ball, der mit vollem Umfang von ihnen visuell nicht mehr auf der Spielfläche wahrgenommen wurde, soll den Sieg der Japaner alleine möglich gemacht haben. Man jammert nun nicht über den fehlenden Kampfgeist der Fußballprofis in ihren drei Länderspielen, um aus eigener Kraft die nächste Runde zu erreichen. Fußball-Deutschland hadert stattdessen mit den Entscheidungen des VAR beim parallel ausgetragenen Duell Japan gegen Spanien. Gut, dass ich diese Spiele weder gesehen habe, noch mich mit dieser Nationalmannschaft identifizieren muss. Während Japan das Stadion aufräumt - wie zuhause die sauberen Innenstädte, benehmen sich Deutsche eher peinlich. Dabei hätte man es gut machen können.

Einen Boykott der WM hätte ich dann anders durchgeführt. Mit OneLove-Kapitänsbinde wäre in „meiner“ Mannschaft einer nach dem anderen mit gelb-rot vom Platz gestellt worden, damit ich dann hohen Hauptes ein Zeichen gesetzt hätte, über das in dem entfernten Wüstenstaat niemand gelacht hätte. Man hätte aber auch mit regenbogenfarbenen Schuhen Druck von den Spielern nehmen können, da sie Sportler und keine Polit-Nerds sind. Zeichen, Spielen, Siegen… Respekt. Eine einfache Formel, sportlich und kreativ zu demonstrieren, dass Deutschland immer noch ein Land der Denker und Sportler sein kann, statt des Zetern und Zaudern.

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Nun ist Deutschland raus, ohne Haltung und ohne Kampfgeist… ausgetanzt von den Spaniern und vorgeführt von den Japanern, die noch Littbarski, Podolski und andere „Entwicklungshelfer“ in Sachen Fußball eingeladen hatten, in einer Zeit, als Deutschland in der Weltrangliste Fußball noch TOP 10 gewesen ist - und Politik von Politikern gestaltet wurde. Ich werde weiter kein einziges Spiel sehen, aber in den Nachrichten verfolgen, ob Japan der Titelgewinn gelingt, gegen Hoffnungsträger Ronaldo und sein Team aus Portugal. Ronaldo ist für mich Hoffnungsträger, weil ich Fußball mag… als Sport… und dieser Mann nicht vergessen hat, wo er hergekommen ist. Er ist demütig, wohltätig und ehrgeizig. Mit solchen Tugenden kommt man ins Finale. Das ist keine Frage des Alters…

Japan gönne ich den WM Titel am meisten, weil die Blue Samurai im Gegensatz zu China und Korea nicht mehr FÜR Krieg und Machtdemonstration stehen, sondern die beiden Atombomben-Abwürfe der Menschheitsgeschichte immer noch Mahnmal sein sollen… gerade, wenn in der Ukraine, vor Taiwan und im Norden von Syrien, immer noch eskaliert wird. Die USA helfen den Saudis und Emiraten. Diese setzen NATO Technologie gegen ihre Bevölkerung ein… Lobbyisten wie Strack-Zimmermann wettern derweil nur gegen Putin.

Und wie geht es für den deutschen Fußball weiter? 

Am Ende gewinnen immer die Bayern.
Sponsor Quatar macht es möglich. Sogar die Club WM.
Von wegen „OneLove-Armbinde“… diese bringt weniger ein, als das Logo des Wüstenstaates auf dem Trikot der Münchner.

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Autor:

Stephan Leifeld aus Schermbeck

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