Besinnliches von Heike Rienermann: "Zurückbleiben bitte!"

Heike Rienermann, Pfarrerin in der Ev. Kirchengemeinde Sprockhövel
  • Heike Rienermann, Pfarrerin in der Ev. Kirchengemeinde Sprockhövel
  • hochgeladen von Roland Römer

Manchmal möchte ich unserem beschaulichen Kleinstadtmief gerne mal entfliehen, dann zieht es mich in den Trubel, in den Flair der großen weiten Welt, nach Berlin zum Beispiel. Da ist was los! Viele coole Typen, Kunst, Kultur, Konzerte… die Stadt, die nicht schläft, wo das Leben pulsiert – „atemlos durch die Nacht…“. Und alles schnell erreichbar mit dem grandiosen U-Bahnnetz der Stadt. Sind Sie schon mal in Berlin U-Bahn gefahren? Ist Ihnen dabei aufgefallen, dass die Berliner U-Bahn in allem wimmeligen Getriebe so was wie eine Liturgie hat? „Zug nach Spandau – einsteigen bitte! – Zurrrrrrückbleiben bitte!“
In jedem Bahnhof tönt es so mit einem strengen Unterton aus den Lautsprechern. Und die Leute halten sich dran. Vielleicht weil schon zu viel passiert ist, weil jede und jeder um die Gefahr von schlimmen Unfällen weiß.
„Zurückbleiben bitte!“
Wir leben ja nicht gerade in einer Zeit, in der Menschen gerne zurückbleiben, wer will schon als „zurückgeblieben“ gelten?
Mitzukommen ist für Viele Lebenszweck: im Trend sein, die richtige Marke tragen oder fahren, nichts verpassen und am besten bei den Ersten sein, notfalls auch mit Einsatz der Ellenbogen.
„Zurückbleiben bitte!“
Und dabei täte es uns oft so gut, mal inne zu halten, nachzugeben, langsamer zu treten. Wer atemlos lebt, wie auf der Jagd, übersieht die Kleinigkeiten – die gefährlichen, aber auch die beglückenden.
Zurückbleiben ist keine Schande, sondern eine Chance.
„Entschleunigung“ heißt das moderne Wort dafür. Wer zu schnell lebt, kommt ins Schleudern, und davor sind auch wir Kleinstädter nicht gefeit.
Die Berliner U-Bahn-Sprecher wissen das. Und Jesus weiß es auch, wenn er sagt: „Schaut euch die Blumen und die Vögel an, die machen sich keinen Stress und bekommen trotzdem alles, was sie zum Leben brauchen.“ Urlaubstage zum Zurückbleiben wünsche ich Ihnen – und wenn Sie keine Ferien haben, dann wünsche ich Ihnen zumindest einen entschleunigten Sonntag!

Heike Rienermann,
Pfarrerin in der
Ev. Kirchengemeinde
Sprockhövel

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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