Lesung "Mod Helmy" im Nicolaihaus Unna

Ksenia Sakelsek (Integrationsrat Unna), Autor Igal Avidan und Alexandra Khariakova (Jüdische Gemeinde Unna) im Nicolaihaus Unna.
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  • Ksenia Sakelsek (Integrationsrat Unna), Autor Igal Avidan und Alexandra Khariakova (Jüdische Gemeinde Unna) im Nicolaihaus Unna.
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Wo: Nicolaihaus, Nicolaistraße 3, 59423 Unna auf Karte anzeigen

Von Ulrich Knies

Knisternde Spannung im vollen Nicolaihaus, von der sich auch Altpräses Alfred Buss und Landrat Michael Makiolla anstecken ließen. Der israelische Autor Igal Avidan, der seit 1990 in Berlin lebt und forscht, stellte sein Buch "Mod Helmy. Wie ein arabischer Arzt in Berlin Juden vor der Gestapo rettete" vor.

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Eingeladen von Jüdischer Gemeinde Unna und dem hiesigen Integrationsrat, verstand es der Autor, die Geschichte des "arabischen Schindler" der Hörergemeinde anschaulich nahezubringen. Mod Helmy, als junger Medizinstudent Anfang der 20er Jahre an die Berliner Uni gekommen, wurde von den Nazis als "Nichtarier" diskriminiert, als Arzt entlassen und als Ägypter inhaftiert. Trotzdem half er jahrelang einer jüdischen Familie, sich vor der Gestapo zu verstecken. Mitten in Berlin gelang es ihm sogar mithilfe von Hitlers Intimfreund, dem Mufti von Jerusalem, eine Jüdin als "Muslima" in Sicherheit zu bringen. Unter den in Yad Vashem Geehrten ist er der einzige Araber.

Autor ist Nahostexperte

Avidan traf in Berlin in den letzten Jahren noch ehemalige Patienten des 1982 verstorbenen ägyptischen Arztes, die ihren Beitrag zur lebendigen Darstellung des besonderen Arztes leisten konnten. Der dtv-Verlag hat die Publikation in seine Reihe "Bücher gegen das Vergessen" aufgenommen.

Der Autor, der als Nahostexperte aus Berlin für deutsche und israelische Zeitungen und den Hörfunk arbeitet und zuletzt gar noch ein Interview mit dem hochbetagten Charles Aznavour kurz vor dessen Tod senden konnte, hatte sich Zeit für Unna genommen: er besuchte das im Umbau begriffene ehemalige Bodelschwingh-Haus in Massen, das inzwischen seit einigen Jahren als Synagoge der hiesigen jüdischen Gemeinde dient.

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