Bodenaustausch in Unna-Massen: Zweite und letzte Phase läuft an

Massen 3/4 aus der Luft: Start der Bauarbeiten war im Mai 2018.
  • Massen 3/4 aus der Luft: Start der Bauarbeiten war im Mai 2018.
  • Foto: Mario Persch/Archivfoto
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Mit dem Rückbau der Halle und des Bürogebäudes an der Dortmunder Straße in Unna-Massen hat nun die zweite Phase der Bodensanierung auf dem ehemaligen Kokereistandort begonnen.

Der zu sanierende Grundwasserschaden hat sich bis an den Rand der Dortmunder Straße ausgebreitet. Deshalb muss die entstehende Baugrube in der Mitte der Dortmunder Straße und auf dem Gelände des dort ansässigen Autoverwerters gesichert werden. Dazu wird die Dortmunder Straße in diesem Bereich in Abstimmung mit den zuständigen Behörden teilweise bzw. voll gesperrt.
Während des vierwöchigen Rückbaus der Hallen und des Bürogebäudes auf dem Gelände des Autoverwerters wird die Dortmunder Straße zunächst halbseitig gesperrt. In dieser Zeit wird eine Einbahnstraßen-Regelung vom Kreisverkehr in Richtung Dortmund greifen.

Eine Vollsperrung der Dortmunder Straße ist für etwa drei bis vier Monate während des sich anschließenden Bodenaustauschs vorgesehen. Daran schließt sich erneut eine rund zwei Monate dauernde halbseitige Sperrung mit Einbahnstraßenführung an. Die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge und Schulbusse wird weiterhin möglich bleiben. Für die Anwohner werden Umleitungen eingerichtet und eine Bushaltestelle muss verlegt werden.

Die Arbeiten werden im Auftrag des AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung als Maßnahmenträger in enger Abstimmung mit dem Kreis Unna, der Stadt Unna sowie Straßen NRW durchgeführt.

Sanierung in offener Baugrube
Um die kokereitypischen Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) aus dem Boden zu entfernen, wird auf der Fläche eine offene Baugrube zunächst bis etwa drei Meter Tiefe ausgehoben. Die dort befindliche Wasserleitung wird vom Wasserversorger verlegt. Anschließend werden in dieser Baugrube Großlochbohrungen bis in maximal fünf Metern Tiefe durchgeführt, um den belasteten Boden auszutauschen. Diese Borhrarbeiten dauern rund drei bis vier Monate. Danach wird die Wasserleitung zurückverlegt und die Baugrube mit sauberem Material verfüllt.

Die Wiederherstellung der Dortmunder Straße wird unter Beteiligung von Straßen NRW erfolgen. Auch die Fläche des Autoverwerters wird auf dem alten Geländeniveau wieder fachgerecht hergestellt.Die Zwischenlagerung des belasteten Bodens erfolgt wie bei Sanierungsphase 1 im Jahr 2018 auf einer speziell vorbereiteten Fläche auf dem Gelände des Autoverwerters. Dabei wird ein Fachgutachter kontinuierliche Messungen in Hinblick auf geruchliche Auffälligkeiten durchführen. Bedingt durch den Bauablauf im Winter wird jedoch mit einer deutlich geringeren Geruchsbelästigungen als in Sanierungsphase 1 gerechnet.

Zum Hintergrund
Bei diesem Projekt handelt es sich um den Betriebsstandort der ehemaligen Zeche und Kokerei Massen 3/4, die von 1912 bis 1926 betrieben wurde. Nachdem der Betrieb eingestellt worden war, wurde die Kokerei abgerissen. Durch den langjährigen Produktionszeitraum kam es zu erheblichen Kontaminationen insbesondere des Bodens und des Grundwassers mit kokereispezifischen Schadstoffen. Bei der Sanierungsuntersuchung auf dem Nordteil des Areals wurde ein ehemaliger Klärteich als Hauptursache für die im Abstrom des Geländes nachgewiesene Grundwasserbelastung mit PAK erkannt. Im Bereich des Klärteichs wurden Teeröle vorgefunden, die sich auch auf benachbarte Grundstücke ausgebreitet haben. Im Abstrom dieses Klärteichs wurden auch im Grundwasser kokereispezifische Schadstoffe nachgewiesen. Die Verunreinigungsfahne kann bis zum Pumpwerk an der Wasserkurler Straße weiterverfolgt werden.

AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung Der AAV ist ein bundesweit einzigartiges Kompetenzzentrum für Flächenrecycling und Altlastensanierung, in dem Land, Kommunen und Wirtschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Durch ein Landesgesetz 1988 gegründet, beseitigt die unabhängige, selbstverwaltete Körperschaft des öffentlichen Rechts überall dort Altlasten in Boden und Grundwasser, wo ein Verursacher der Verunreinigungen zum Beispiel nicht haftbar gemacht werden kann. So schützt der AAV Mensch und Umwelt vor Gefahren. Und macht zugleich wertvolle, meist attraktiv gelegene und gut erschlossene Flächen neu nutzbar. Damit unterstützt der AAV die Landesregierung wirkungsvoll bei ihrem Ziel, den Verbrauch von Natur- und Freiflächen zu reduzieren. Der Verband ist bei den Projekten in der Regel Maßnahmenträger und bringt neben seinem in über 30 Jahren erworbenem Know-how bis zu 80 Prozent der Finanzierung auf.
Zusätzlich zu den gesetzlichen Pflichtmitgliedern – dem Land NRW und den Kommunen – haben sich dem Verband auf freiwilliger Basis Unternehmen angeschlossen. Sie unterstützen damit die gesamtgesellschaftlich wichtigen Aufgaben des AAV. Und profitieren zugleich von den Erfahrungen und dem Sachverstand des interdisziplinären AAV-Teams, das die Unternehmen rechtlich und fachlich unterstützt.

Autor:

Verena Kobusch aus Unna

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