Komödie am Park: Mann setzt Frauen-WG matt!

Foto: Komödie am Park
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Sie hätscheln und tätscheln ihn ohne Ende, kochen ihm Tee, putzen seine Schuhe, wienern ihm die Trompete und bügeln die Krawatten – nein, wir befinden uns nicht in Afrika, wo ein Mann mehrere Ehefrauen haben darf, sondern auf den Brettern der „Komödie am Park“.

Bruno heißt der Umschwärmte, den Klaus Mahlberg hinreißend tapsig, rührend bemitleidenswert und zuweilen auch egoistisch auftrumpfend gibt. Betütelt wird der Nachbar von nebenan in der Komödie „Oh, diese Männer“ von einem Frauen-Trio zum Knuddeln. Vera (Karin Krebs), Simone (Heike Gruß) und Gigi (Sonja Kitsch) geben ihr Bestes, es dem von seiner Ehefrau verlassenen Bruno so gemütlich wie möglich zu machen. Sie helfen ihm sogar, sein Rendezvous mit einer Maskenbildnerin zu beenden, die ihn offensichtlich mit ihren Avancen überfordert.

Bruno richtet sich bei seinen attraktiven Nachbarinnen mit Vergnügen ein – aber halt: Hatte das Trio Infernale sich nach mannigfachen Enttäuschungen nicht geschworen auf Männer komplett zu verzichten, ihnen gar nicht erst die Tür aufzumachen?

Der Charme des Osterhasen

Doch Brunos Charme kann offenbar keine der Damen widerstehen. Jede bemüht sich um ihn, schließlich spielt er sogar den Osterhasen und macht seinen „kleinen Häschen“ praktische Geschenke, zum Beispiel einen Pfannenwender, damit er noch besser bekocht werden kann.

Trotz verzweifelter Bemühungen werden die Frauen Bruno nicht mehr los. „Bis nachher, Mädels“, ist ein Satz aus seinem Munde, der jede Hoffnung auf seinen finalen Abgang im Keim erstickt.

Aber wer möchte sich von diesen drei lebenserfahrenen Freundinnen schon trennen? Niemand! Karin Krebs, Heike Gruß und Sonja Kitsch spielen so herzerfrischend hingebungsvoll und rührend komisch, dass man sie am liebsten gleich mit nach Hause nehmen möchte – denn Haushaltsführung, das können sie wirklich. Scherz beiseite: Die Rollen sind ihnen, wie man so adrett sagt, auf den Leib geschneidert, und der Autor dieser Zeilen würde in ihre WG sofort einziehen. Man müsste nur Bruno irgendwie loswerden . . .

Das wird nicht leicht, denn Klaus Mahlberg alias Bruno führt auch Regie – und das mit leichter Hand und viel Sinn für scherzhafte Possen, witzige Details und zuweilen auch tiefere Bedeutung.

Kein nervender Revierdialekt

In seiner Inszenierung wird auf den Punkt gespielt, sie kommt ohne Schenkelklopfger und Zoten aus – und vor allem ohne den unsäglichen Revierdialekt, mit dem andere Bühnen nerven.

In der Komödie am Park lacht der Besucher nicht unter Niveau, darf sich an guter Unterhaltung laben und über Darsteller freuen, die ihr Handwerk verflixt gut verstehen.

Davon kann man sich zum Beispiel am 7. und 8. Dezember, 15. und 16. Februar sowie am 8. und 9. März überzeugen. Karten gibt es bei Bresser, Hauptstraße 25. Kontakt: 02325/3 13 70. Wer aktiv mitmachen möchte, meldet sich bitte unter 02323/3 50 27.
www.volksbuehne-koerner.de

Autor:

Bernhard W. Pleuser aus Essen-Kettwig

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