Kreissynode mit Überraschungsgast Rekowski

Präses Manfred Rekowski, leitender Kirchenmann der Ev. Kirche im Rheinland
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"Die Wahrscheinlichkeit, dass der Präses unserer Landeskirche bei 38 Kirchenkreisen ausgerechnet uns besucht, habe ich nicht für sehr hoch gehalten." Mit diesen Worten brachte Superintendent Thomas Brödenfeld seine Freude zum Ausdruck, das ausgerechnete der führende Mann der Evangelischen Kirche im Rheinland mit seinen über 700 Gemeinden und 2 Millionen Gemeindegliedern eine Stippvisite nach Wesel unternahm und überraschender Ehrengast auf der Synode war. Rekowski betonte mit Humor und Witz seine Motivation, der Weseler Synode beizuwohnen. Er leide seit seiner Amtszeit als Präses darunter, dass er häufig in diesen Novembertagen, an denen typischerweise eine Kreissynode im Rheinland stattfinde, nicht wüsste, was er anstellen solle. Er wisse wohl die freundliche Aufnahme in Wesel hoch anzurechnen, zumal andere Synoden, diesen Besuch eventuell als "Strafe" betrachten würden. Rekowski ließ es sich nicht nehmen, im Laufe des Abends neben seinen Grußworten auch an der einen oder anderen Stelle Sachverhalte aus seiner landeskirchlichen Perspektive zu kommentieren. In seinem Grußwort ging er vor allem auf die Bilanz des Reformationsjubiläums ein und lobte vor allem die vielen Initiativen, Veranstaltungsformen und Aktionen auf gemeindlicher und kreiskirchlicher Ebene. Die Formate, die von Seiten der EKD und der Landeskirche insgesamt durchgeführt worden waren, sah er teils positiv, teils kritisch. Man müsse sehr wohl eine genaue Auswertung machen. Er brachte dabei schon einige sehr positive Ergebnisse (recht hohes Publikumsinteresse bei Fernsehgottesdiensten) wie auch sehr ernüchternde Erlebnisse zur Sprache ("Beim Kirchentag auf dem Weg in Dessau waren wir bei einer Diskussion 4 Personen auf dem Podium und 5 im Publikum."). Er stellte der Synode in Aussicht, dass die Landeskirche in Zukunft eine neue Strategie unter dem Titel "Leichtes Gepäck" oberste Priorität zumessen würde. Dabei ginge es darum, dass man weg von langen Diskussions- und Vereinheitlichungsprozessen hin zu individuellen Feldversuchen gehen möchte, in denen neue Lösungen ausprobiert werden sollen. Als Beispiel nannte er die Initiative, die Presbyteriumswahl künftig durch eine Gemeindeversammlung durchzuführen und damit das Verfahren zu vereinfachen.

Schon im Synodengottesdienst im Willibrordi-Dom am Freitag um 16 Uhr war er mit dabei und erlebte mit allen anderen einen Abendmahlgottesdienst, in dem die Predigerin - Pfarrerin Sarah Brödenfeld - in ihr Amt als Pfarrerin am Berufskolleg in Wesel offiziell eingeführt wurde. Diese Aufgabe nahm Synodalassessor Michael Binnenhey wahr und wählte als zentrales Bibelwort Johannes 15,16: "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, auf dass, worum ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe." Pfarrerin Brödenfeld brachte dann in ihre Predigt die bereits gemachten Erfahrungen im Schulbetrieb ein, wobei deutlich wurde, dass sie die frische und ungefilterte Weise in der mancher Schüler sich über Kirche, Religion und ethische Fragen äußert, besonders schätze.

In seinem Bericht als Superintendent setze sich Superintendent Thomas Brödenfeld kritisch mit einem Ergebnis der EKD-Synode auseinander, die u.a. gefordert hatte, neue Gottesdienstformate für Jugendliche stärker umzusetzen. Für Brödenfeld erschien dieses Ansinnen "realitätsfern", da dieses doch schon längst überall praktiziert würde. Zum zu Ende gehenden Reformationsjubiläumjahr sagte er, dass man wohl auf der EKD-Ebene in vieler Hinsicht mit der Planung und den Erwartungen danebengelegen hätte. Die eigenen Aktivitäten des Kirchenkreises zum Thema Reformationsjubiläum sah er durchweg positiv, wollte aber einer umfassenden Auswertung darüber nicht vorgreifen. Einen Großteil seines Berichts nahmen die vielen personellen Veränderungen in den Pfarrstellen ein und die Bewältigung des Problems der Vakanzzeiten, also der Perioden, in denen die Gemeinden keinen Pfarrstelleninhaber oder -inhaberin hätten.

Ein weiteren Schwerpunkt des ersten Synodentages war die Vorstellung der Kampagne "Plastik - Fluch und Segen". Pfarrer Dieter Hofmann und Pfarrerin Martje Mechels stellten die Initiative vor, in der es darum geht, vor allem das Problem des Plastikmülls gezielt in den Blick zu nehmen. Der Plastikmüll trage weltweit zur Vermüllung der Weltmeere bei und sorge damit für ein Massensterben der Meeresbewohner aller Art. Hofmann, Vorsitzender des Synodalen Ausschusses für Kirchlichen Entwicklungsdienst, Mission und Ökumene betonte, dass diese Kampagne Christen im Kirchenkreis zu einer gemeinsamen Aktion zusammenführen könne. Er verwies auf den Erfolg der letzten Kampagne zum Thema "Faire Schokolade". Pfarrerin Martje Mechels zeigte anschaulich die negativen Folgen der Verbreitung von Plastikabfällen auf und die Möglichkeiten, wie man Müll vermeiden könnte.

Am zweiten Tag ging es dann eher um Zahlen. Der Haushalt für 2018 wurde nach ausführlicher Vorstellung einstimmig verabschiedet, eine neue Satzung für das Verwaltungsamt wurde auf den Weg gebracht.

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