Vogelkundler Bruno Gasthaus bringt Interessierten die Natur näher
Ein Blick in die Vogelwelt

Der Sonsbecker Bruno Gasthaus in seinem Element: Er erklärt gerade die Vogelwelt und wie sie funktioniert. Dabei macht ihm vor allem die Futterknappheit für viele Arten Sorgen.
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Wenn einer etwas zu erzählen hat, dann ist das Bruno Gasthaus. Seit 40 Jahren ist er Vorsitzender der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Sonsbeck. Regelmäßig lädt er zu Führungen in die Welt der Wildvögel ein.

Von Christoph Pries

Sonsbeck/Xanten. Das Aufgabengebiet des Vogelkundlers ist im Prinzip klar umrissen. "Vögel beobachten und alles aufschreiben, was man sieht", sagt Bruno Gasthaus. So einfach ist es natürlich nicht. Auch wenn die Evolution, wie der Sonsbecker beobachtet haben will, "sehr schnell voran schreitet". "Menschliches Tun, der Klimawandel und vor allem Nahrungsmangel" führen dazu, dass sich die Vögel immer rarer machen.
Seine Expeditionen am Sonntagmorgen in Sonsbeck und auf der Bislicher Insel in Xanten sind bereits jetzt Kult. Wert legt Bruno Gasthaus dabei auf die Abwechslung. Jede Jahreszeit gestattet einen anderen Einblick in die heimische Vogelwelt. Im Frühjahr machen sich die Wildgänse auf den Weg zu den Brutgebieten im fernen Sibirien. "Wenn der Zilpzalp zu hören ist, liegt der Winter hinter uns", weiß Bruno Gasthaus.
Im Sommer kann man mit ganz viel Glück Gäste wie den Kuckuck oder den Pirol beobachten. "Sie kommen spät und sind früh wieder weg". Eine Schelm, wer dabei etwa an Beamte oder Redakteure denkt.
Im Sommer sollte man tierische Fette und Mehlwürmer füttern, rät der Experte. Wenn die Meisen ihre Jungen aufziehen, benötigt die Brut jede Menge Kraftnahrung. Wenn sich die Vögel über den Buchsbaumzünsler oder den Eichenprozessionsspinner hermachen, ist das eher ein Alarmsignal. "Die werden aus der Not gefressen", ist Bruno Gasthaus überzeugt.

Zum Gänsegucken

Der Herbst steht wieder im Zeichen der Wildgänse. Wenn die 200.000 Wintergäste einfliegen ist das ein besonders grandioses Naturschauspiel. Immer mehr Gäste kommen dann auf die Bislicher Insel zum "Gänsegucken".
Im Winter kommt die Zeit der Rabenvögel. Ihre rauen Rufe hallen über die weiten Flächen. Auch Spechte sind jetzt gut zu beobachten.
Einen Lieblingsvogel hat Bruno Gasthaus nicht. Aber nicht ganz zufällig ist der Steinkauz das Wappentier der Arbeitsgemeinschaft. "Für mich ist er der Niederrheiner schlechthin", sagt Bruno Gasthaus.
Auch unter Vögeln kann es schon mal richtig Ärger geben. So hat der Sonsbecker einmal eine Nilgans beobachtet, die ohne Furcht und Respekt einen großen Höckerschwan angriff, der ihren Jungen zu nahe gekommen war.

Seeadler und Ibis

Am Niederrhein sind auch seltene Vögel anzutreffen. Das Seeadler-Brutpaar auf der Bislicher Insel ist aus Sicht des Ornithologen eine Sensation. Ob durchziehende Fischadler oder gar ein "Heiliger Ibis aus einer" - aus seinem reichen Erfahrungsschatz kann Bruno Gasthaus jede Menge berichten.
Die Welt der Vögel ist jedoch in Unordnung geraten. Fasane, Rebhühner, Kiebitze oder Wachteln machen sich rar. Der Ornithologe macht dafür zum einen die fehlende Nahrung zum anderen aber auch die intensivere Bewirtschaftung von Feldern und Wiesen dafür verantwortlich. "Früher war alles etwas gemütlicher", meint Bruno Gasthaus. Den Vögeln hat das offensichtlich besser gefallen.

Der Sonsbecker Bruno Gasthaus in seinem Element: Er erklärt gerade die Vogelwelt und wie sie funktioniert. Dabei macht ihm vor allem die Futterknappheit für viele Arten Sorgen.
Bruno Gasthaus in seinem Element. Ob in Sonsbeck oder auf der Bislicher Insel. Die Natur hat es ihm angetan.
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Lokalkompass Xanten aus Xanten

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