Von Vernetzung: Schwerpunkt der vierten Altenessen-Konferenz war das Thema Bildung

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Bestandsaufnahme: Vertreter verschiedener Schulen schilderten ihre Eindrücke zur Bildungssituation in Altenessen. Foto: Müller
 
Pointiert: Viele Thesen auf den Punkt brachte Moderator Klaus Wermker.

Am vergangenen Sonntag ging die Altenessen-Konferenz auf der Zeche Carl in ihre vierte Runde, Thema war die Bildung im Stadtteil. Mängel sahen die Beteiligten vor allem in der Kommunikation mit der Stadt, zudem müsse auch außerhalb der Schule besonders durch Ehrenamtler und Netzwerkarbeit ein größeres Angebot geschaffen werden.

War die Altenessen-Konferenz in den vorherigen Jahren mit brisanten Themen wie der Außenwirkung Altenessens,der Sauberkeit im Stadtteil und schwierigen Bauvorhaben stets am Puls der Zeit, wurde mit dem Thema „Bildung“ zu einem deutlich abstrakteren Gespräch eingeladen. Entsprechend weniger voll waren die Reihen, dafür ließen sich mehr junge Menschen sehen.
Zu Anfang stellte Moderator Klaus Wermker Ergebnisse der Entwicklungen aus vorherigen Gesprächsrunden vor. Für die Sauberkeit im Stadtteil haben sich seit der zweiten Konferenz fünf Gruppen zusammengefunden, die den Zustand einzelner Gebiete im Auge behalten. In vielen anderen Bereichen besteht noch ein Bedarf für den Einsatz solcher freiwilligen Helfer.
Viel hat sich getan in Hinsicht auf verschiedene Bauprojekte im nördlichen Stadtteil. Inzwischen sei beispielsweise der Beschluss zum Bau des Süd-Carrees gefallen: So ließ Ronald Graf, Leiter des Planungsamtes, verlauten, dass der erste Spatenstich bereits Mitte 2015 erfolgen könne. Das gleiche gilt für den Möbelbahnhof. Nichts neues gibt es von Stadthaus Altenessen, Marina oder Emil-Emscher. Am Kutelgelände schließlich hat ein Eigentümerwechsel stattgefunden: nicht länger ist Friesland Campina Inhaber, sondern ein Standortentwickler.

Förderung und Netzwerkarbeit

Ins Thema führte ein Vortrag von Prof. Dr. Isabell van Ackeren, Prorektorin Studium und Lehre an der Uni Duisburg-Essen. Zunächst stellte die Professorin mögliche Bildungsrisiken vor: Klassische Beispiele waren hier unter anderem das familiäre Umfeld und die Konsequenzen von Versagenserfahrungen. Wichtig sei heutzutage besonders die gezielte Förderung von individuellen Talenten und Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen. Auch die Netzwerkarbeit zwischen Schulen und anderen Trägern sowie Ehrenamtlern müsse zunehmen. Nach Ansicht der Professorin seien viele dieser Vorschläge in Altenessen zumindest in Ansätzen bereits umgesetzt.
Dem Vortrag folgte eine Interview-Runde mit Schulleitern und Elternvertretern. Erster Kritikpunkt war hier die schwierige Kommunikation zwischen Schulen und Behörden. Selbst wenn ein Projekt bereits bezahlt sei, dauere es manchmal Jahre, bis es tatsächlich realisiert werde. Aus Sicht der Grundschulen wurden zu volle Klassen beklagt und die Rolle des Offenen Ganztages gelobt.
Stellung zur schwierigen Kommunikation in Vertretung nahm Cordula Schare vom Bildungsbüro der Stadt Essen: „Die Systeme Jugendhilfe und Schule arbeiten vorbildlich untereinander zusammen.“ Aber: „Aufsuchende Elternarbeit wird ohne Ehrenamt nicht zu realisieren sein.“ Die Altenessener Jobbörse auf dem Marktplatz im Juni 2014 war in Schares Augen ebenfalls ein Beispiel von gelungenem ehrenamtlichem Engagement im Stadtteil. Damit in Altenessen aktiv Netzwerke geschaffen werden, stellten zum Abschluss noch mehrere Institutionen sich und ihre Projekte vor.

Wo steckt die Jugend?

Abgesehen vom wenig kritischen Ton der Veranstaltung suchte man besonders die Zielgruppe: Zwar hatte die Schülervertretung eines Gymnasiums im Essener Norden einen Stand im Vorraum der Zeche Carl, doch während der Veranstaltung kamen sie nicht zu Wort und auch hinterher war das Interesse an der Meinung der Jugendlichen so gering, dass sie bereits frühzeitig gingen.

Fotos: Debus-Gohl
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