Vollpension: EABG-Projekt bringt 100 Flüchtlinge ins Bfz-Bildungshotel

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Zimmer in den Farben der Hoffnung: Auf Raumvisite sind Julia-Kahle-Hausmann, Aufsichtsratsvorsitzende EABG, Peter Renzel, Sozialdzernent Stadt Essen, Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie Hartmut Kütemann-Busch, Geschäftsführer EABG. Foto: dib

Schon am Montag, 26. Oktober, zogen 15 Asylbewerber aus den verschiedenen Essener Behelfseinrichtungen in ihre neuen Zimmer an der Karolingerstraße, Tag für Tag sollen weitere folgen. Sinn und Zweck des Kooperations-Projekts der Stadttöchter ist in erster Linie die Sprachförderung, gleichzeitig soll die Maßnahme den Flüchtlingen den reibungslosen Übergang in Beruf oder die eigenen vier Wände geben.

„Es ist nicht nur das Thema Unterbringung“, kommentiert Peter Renzel, Sozialdezernent der Stadt Essen, die tagtägliche Arbeit der Stadt in Sachen Flüchtlingsfrage. „Das A und O ist die Sprache!“, stimmt Oberbürgermeister Thomas Kufen zu. Die beiden freuen sich über eine gelungene konzerninterne Kooperation: Im Rahmen des „Integrationsprojekts für sprachliche und berufliche Bildung“ wird die Stadttochter Essener Arbeit-Beschäftigungsgesellschaft mbH (EABG) insgesamt 100 Flüchtlinge im Bfz-Hotel an der Karolingerstraße unterbringen. Mit der Maßnahme kommen die Asylbewerber nicht nur aus den Einrichtungen, sondern erhalten parallel eine vernünftige Perspektive. „Das ist der Beginn eines innovativen Konzepts für eine gelungene Integration“, freut sich Renzel. „Ein echter Elfmeter!“

Learning by watching

Da im Bfz-Hotel lediglich Einzel- oder Doppelzimmer zur Verfügung stehen, kommen nur Alleinreisende in Frage, keine Familien. Wegen der EABG-Beteiligung sind zudem keine Jugendlichen im Programm vorgesehen, Zielgruppe sind allein Erwachsene im Alter von 25 bis 40 Jahren. Maßgeblich ist schließlich, ob die Chance auf das Bleiberecht besteht. Hier reicht die Einschätzung der Verantwortlichen, der abschließende Bescheid ist nicht zwingend erforderlich.
Der mögliche Zeitraum für den Aufenthalt im Bildungshotel ist ganz individuell, wie Hartmut Kütemann-Busch, Geschäftsführer EABG, betont: „Wir stellen uns nicht vor, dass einer fünf Jahre hier wohnt.“ Rekrutiert werden die Hotelgäste über eine Vorschlagsliste des Sozialamts, in einem mehrere Stunden langen „Profiling“ können beide Seiten ausloten, ob der Aufenthalt Sinn macht. Für die Sprachförderung haben sich die Verantwortlichen bewusst gegen Deutschkurse entschieden, stattdessen werden die Fähigkeiten mithilfe neun verschiedener Niveaus des Programms „Lingua TV“ aufgemöbelt. Erprobt werden die in gemeinsamen Gruppensituationen. Finanziert wird das Projekt – wie auch die Unterbringung in den Einrichtungen – über das Asylbewerberleistungsgesetz per Tagessatz und Sachleistungen.

Ohne Pay-TV

Die Zimmer selbst sind mit Bett und sanitären Anlagen einfach gehalten, verpflegt werden die Hotelgäste morgens, mittags und abends über die EABG-Küche in der hauseigenen Mensa: „Also Vollpension!“, schmunzelt Renzel.
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