Kneipe ist nicht gleich Kneipe – Kultur pur in Gladbeck

Café Stilbruch (Foto: Frank Gebauer)
 
Café Stilbruch-Zuschauer (Foto: Frank Gebauer)
Früher dachten viele bei dem Wort Kneipe nur an verrauchte Räume und Bierfahnen. Die modernen Kneipen haben heute allerdings viel mehr zu bieten. Sie sind Cafés und Restaurants, wo es eben nicht nur das übliche Pils-Korn-Gedeck und dichte Nebelwände gibt. Cocktails gehören ebenfalls dazu wie alkoholfreie Getränke. Für das leibliche Wohl wird in den meisten Klausen hervorragend gesorgt. Fußballfans sind ebenfalls an der richtigen Adresse, bedingt durch die Übertragungen im Pay TV. Auch die Kultur kommt nicht zu kurz. So mancher Sänger oder Autor hat seine ersten Gehversuche vor Live-Publikum in einer Kneipe unternommen.
Das Café Stilbruch in Gladbeck ist so eine Erlebniskneipe. Als Café, Restaurant und Lokal in Einem verfügt es über ein einzigartiges Ambiente. Aber das ist noch lange nicht alles.
Die Gaststätte beinhaltet eine Kleinkunstbühne, wo Künstler aus fast allen Sparten auftreten können. Daher mauserte sich das Café Stilbruch schnell zu einem beliebten Künstlertreff. Inzwischen besuchen Autoren, Verleger, Musiker, Maler, Fotografen, Kunst- und Literaturliebhaber regelmäßig diesen Pub und verleihen der Location einen ganz besonderen Charme, von dem sie sich dann auch selbst bezaubern lassen.
Der Kulturmontag hat sich fabelhaft entwickelt. Mittlerweile findet nahezu an jedem Montag eine Veranstaltung statt. Zum Publikum zählen Besucher aus dem In- und Ausland. Es verschlägt viele ins Café Stilbruch nach Gladbeck.
Alles fing harmlos an. Buchautor Harry Michael Liedtke schaute vor etwa zwei Jahren auf der Suche nach einer Auftrittsmöglichkeit bei Edyta Baniewicz vorbei, der Betreiberin des Café Stilbruch. Er wollte damals eine Lesung veranstalten, um auf diese Weise sein neu erschienenes Buch "Begräbnis auf den Mond" einem breiten Publikum zu präsentieren. Dies gelang, und angespornt von diesem Erfolg, ließ der nächste Schritt nicht lange auf sich warten. Fortan wurde auch andere Autoren dazu eingeladen, Lesungen abzuhalten. Immer mehr Talente gaben sich die Klinke in die Hand, bald darauf schnupperten auch die alten Hasen rein, und so bildete sich ein fester Kern. Die Autorenliga Stilbruch ward geboren.
Das Konzept ging auf, und Harry Michael Liedtke kann sich inzwischen vor Anfragen kaum noch retten. Es melden sich immer mehr Künstler, die gerne im Café Stilbruch auftreten wollen – zumal die Autorenlesungen gut besucht werden. So wird das Programm immer vielfältiger. Abwechslung suchende Zuhörer kommen voll auf ihre Kosten, die Zeit vergeht wie im Flug, Langeweile bleibt aus. Krimis, Fantasy, Horror, Urlaubserlebnisse, Lovestorys, Historienromane, Poetry Slams, Lyrik, Musik und vieles mehr wurde und wird angeboten und ausprobiert. Die Event-Planungen gehen mittlerweile weit übers Jahr hinaus.
Natürlich besteht vor Ort die Möglichkeit, die Werke der Autoren käuflich zu erwerben und gleichzeitig ein Autogramm zu ergattern. Der Büchertisch wird immer beladener, das Angebot stetig größer.
Neue Freundschaften entstehen, und die Zusammenarbeit zwischen Autoren und Verlegern wird angekurbelt und ausgebaut. Angeregt vom kreativen Klima, gehen aus dieser Connection sogar neue Anthologien hervor. Kürzlich kam zum Beispiel "Nachbarschaftsgeflüster" auf den Markt, herausgegeben vom Gladbecker Autor Rainer Wüst. Oder auch das neueste Werk "Ruhm und Boden", eine Antikriegsanthologie aus dem Hagener cenarius-Verlag von Jürgen Ludwig. Selbstverständlich sind auch in diesem Werk einige Gladbecker Autoren vertreten. Nicht zu vergessen das Lyrikbändchen "Längswege" von Stilbruch-Eigengewächs Dirk Juschkat, der von Harry Michael Liedtke entdeckt wurde. Der umtriebige Literaturaktivist nahm den Dichter mit der Siegfried Lowitz-Stimme umgehend unter seine Fittiche und brachte kurz entschlossen dessen Buch heraus. "Längswege" wurde zum Erstling der "Edition Stilbruch" und steht mittlerweile vor der dritten Auflage. Weitere Buchveröffentlichungen sind geplant.
Das Künstlervölkchen rund ums ehemalige Haus Hoff begreift sich als Gemeinschaft. Neue Projekte werden im Team besprochen, Geburtstage zusammen gefeiert. Wer beschwingte Abende in freundschaftlicher Atmosphäre verbringen will, der finde sich in der kultigen Kulturkneipe ein. Es lebe das Café Stilbruch in Gladbeck, das bereits die Auszeichnung "2011 – Kultur (er)leben" vom cenaruis-Verlag innehat.

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„Nachbarschaftsgeflüster"
Herausgeber: Rainer Wüst
ISBN 9783940680310
100 Seiten
9,95 Euro
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„Ruhm und Boden"
Herausgeber: Jürgen Ludwig
cernarius-Verlag
ISBN 978-3940680-08-2
146 Seiten
15,80 Euro
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„Längswege"
Dirk Juschkat
Wunderwaldverlag
ISBN 9783940582515
40 Seiten
7,50 Euro

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http://www.cafe-stilbruch-Gladbeck.de/index.php?op...
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2 Kommentare zum Beitrag
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Franz Burger aus Bottrop am 29.08.2011 um 22:38 Uhr  
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Jürgen Ludwig aus Hagen am 31.08.2011 um 13:33 Uhr  
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