Mehr als ,gute‘ Schokolade

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Ein engagiertes Team aus Neuntklässlern (hinten) und Zehntklässlern (vorne) kümmern sich in den Pausen um die Schülerfirma „1959 Underground Kiosk“, die auf Initiative des Lehrers Frank Minnebusch gegründet wurde.
 
Für einen geringen Beitrag können die Schüler im underground-Kiosk der Realschule unter anderem auch Billard spielen. Die Erlöse werden für die Menschen in Not gespendet.
Hattingen: Realschule Grünstraße | Sich zwischen den Schulstunden in einen Kellerraum zurückziehen, um dort mit den Mitschülern einen Kakao zu trinken und Billard zu spielen – das klingt erstmal verboten, wird an der Realschule Grünstraße aber genauso umgesetzt. Und das Ganze ist nicht nur gewollt, sondern dient in der Endkonsequenz sogar der guten Sache: „Wir haben im Jahr 2014 eine Schülerfirma gegründet und betreiben im Untergeschoss den ,1959 Underground Kiosk‘“, erklärt Frank Minnebusch, Lehrer an der Realschule und für das Projekt verantwortlich.

Im Rahmen des Programmes „JUNIOR – Schüler erleben Wirtschaft“ kümmerten sich die damaligen Achtklässler nicht nur um das Konzept des Kiosks, sondern überzeugten auch Sponsoren, sich mit Geld- und Sachspenden zu beteiligen, und renovierten den Raum, der in den Pausen inzwischen gerne von den Schülern aufgesucht wird. Gemütliche Sitzgelegenheiten, bunte Farben, eine kleine Theke und ein großer Billardtisch sorgen für eine gemütliche Atmosphäre, in der sich junge Leute wohlfühlen können.
Geöffnet ist der Underground-Kiosk immer montags, mittwochs und freitags in der Zeit von 12.45 bis 13.30 Uhr. „Für die Neunt- und Zehntklässler besteht also dreimal wöchentlich die Möglichkeit, ihre Pause hier zu verbringen“, so Minnebusch. Bewusst habe man das Angebot so ausgerichtet, dass die älteren Jahrgangsstufen einen ruhigen Treffpunkt für sich haben. „Sie können hier Kakao, Tee oder Kaffee trinken, Schokolade naschen, sich vom Unterricht erholen und Billard spielen.“ Bei den angebotenen Produkten handelt es sich ausschließlich um fair gehandelte Ware. „Die Jungen und Mädchen lernen ,Fairtrade‘ so praktisch kennen und setzen sich auf diese Weise mit weltweiten Wirtschaftszusammenhängen auseinander.“

Besonders wichtig: Die Schülerfirma arbeitet nicht gewinnortientiert, ganz im Gegenteil: „Die Einnahmen werden für einen guten Zweck gespendet“, informiert Lehrerin Dorothee Koberg. Ebenso wie Frank Minnebusch, Elisabeth Uphues und Dirk Schwab hilft sie den jungen Leuten bei der Umsetzung. Es geht aber um weitaus mehr als nur die gute Schokolade und den fair gehandelten Kaffee. So zählt die Realschule Grünstraße seit September diesen Jahres zu den landesweit zehn Partneschulen von Misereor. „Gemeinsam mit der Schüler-, Lehrer- und Elternschaft haben wir entschieden, dass wir das Hilfswerk für Menschen in Not unterstützen möchten“, erläutert Minnebusch, der die Initiative übernahm. „Die Resonanz war durchweg positiv.“
Fest verankert im Schulkonzept, werden nun die nächsten drei Jahre jeweils 300 Euro für Straßenkinder in Brasilien gespendet. „Darüber hinaus werden auch noch weitere Aktionen unterstützt“, versichert der engagierte Lehrer. Es ginge darum, auf lange Sicht und mit Nachhaltigkeit zu helfen. Eine Vernetzung mit den anderen Partnerschulen von Misereor und konkrete weitere Einzelprojekte seien durchaus denkbar. „Alle stehen dahinter, das ist wirklich toll zu sehen“, zeigt sich Dorothee Koberg begeistert. Die Biologielehrerin sieht Vorteile für alle Beteiligten, sei es die finanzielle Unterstützung, der Lernerfolg oder einfach das Bewusstsein für die gute Sache.
„Ein großes Lob gilt dabei natürlich den Schülern, die sich in ihren Pausen für das Projekt engagieren“, hebt der Religions- und Politiklehrer Minnebusch hervor. Rund zehn Schüler würden sich nicht nur um das Kaffeekochen und den Verkauf der Produkte, sondern auch um Nachbestellungen, Anfragen von Mitschülern, einen reibungslosen und friedlichen Ablauf sowie um die Ordnung und Sauberkeit im Underground-Kiosk kümmern. „Natürlich wird das auf dem Zeugnis vermerkt, vorwiegend ist es aber ein engagierter Einsatz für notleidende Menschen.“
Wer das ebenfalls unterstützen möchte, kann sich beim Tag der offenen Tür der Hattinger Schule selber einen Eindruck von der Schülerfirma „1959 Underground Kiosk“ verschaffen. Am Samstag, 5. Dezember, können sich Jung und Alt in der Zeit von 9.30 bis 13 Uhr die gute Schokolade auf der Zunge zergehen lassen.
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