So war's damals: Ärger mit dem Wetter

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Die Daten mussten jeden Tag an der Wetterstation abgelesen werden. (Foto: Stadtarchiv Lünen)
Zu viel Regen, die Sonne zu heiß, der Wind zu stark. Das Wetter ist ein beliebtes Thema. Und meistens, das war schon in alten Zeiten so, hatten die Menschen etwas zu meckern.

In der Regel war es den Bürgern an der Lippe zu nass. Denn soviel Regen wie in diesem Jahr, das gab's doch sonst nicht, oder? Schluss war mit dem "gefühlten Wetter", als am Neujahrstag im Jahr 1953 die Wetterstation Lünen in Betrieb ging. Wissenschaftlich und penibel wurde drei Mal am Tag geschaut, wie das Wetter wirklich ist. Die Mitarbeiter der Stadt mussten dafür eine ganze Menge von Geräten im Blick haben. Ein Thermometer, ein Gerät für die Luftfeuchtigkeit, eins für den Wind und die Anzahl der sonnigen Stunden. Zugegeben, so ganz unrecht hatten die Lüner in Bezug auf den Regen nicht. Gleich der zweite Sommer nach Beginn der Messungen zeigte sich von seiner schlechten Seite. Völlig verregnet. Im Jahr 1957 wurden die Lüner für das miese Wetter mit spannenden Entdeckungen am Himmel entschädigt. Die Wetterstation registrierte einen Kometenschweif, Nordlichter und einen vierfachen Regenbogen. Fast zweihundert trübe Tage gab es in diesem Jahr dafür aber auch. Ganz andere Art von Niederschlag kam 1958 ins Gerede. Die Luftverschmutzung aus den Fabriken im Pott war deutlich zu spüren. Industriedreck "regnete" vom Himmel. Schwefelsäuresalze, Chloride, Ammoniak und so manches mehr. Hatten die Lüner zuvor oft über den Regen gestöhnt, litten sie 1959 unter schlimmer Hitze. Rund einen Monat regnete es kein Stück. Nun sehnten die Lüner das kühle Nass herbei. Die offizielle Wetterstation wurde 1960 aufgelöst. Und im gleichen Jahr war er wieder da. Der Regen, der das Korn auf den Feldern verfaulen ließ.

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