Kastanien-Retter kämpfen gegen Motten

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Kleine Pause auf den Säcken mit dem Kastanien-Laub. Gleich geht's weiter! (Foto: Magalski)
Freund Baum ist krank - die Kastanien brauchen Hilfe! Larven in den Blättern setzen den Bäumen zu. Im Kampf gegen die Miniermotte und ihre Nachkommen wurde am Samstag am Schlossberg auf Cappenberg der Wald gefegt.

Kinder lieben die glänzenden Früchte, doch die Kastanie ist in Gefahr. Die Kastanien-Miniermotte macht den Bäumen das Leben schwer. Die Larven sind winzig, der Schaden aber groß. Wenn im August schon die Blätter der Kastanie braun werden, ist die Motte schuld und nicht etwa der Herbst. "Die Miniermotte ist aus Asien eingewandert", weiß Joachim Kallendrusch vom Kreisverband Unna der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der sich auch als Waldlehrer bei der Waldschule Cappenberg engagiert. Ihre Eier legt die Motte, der Name lässt es vermuten, in die Blätter von Kastanien. Dort überwintern die Larven, um im folgenden Jahr zu schlüpfen und die frischen Kastanien-Blätter zu befallen. Der Schädling breitet sich aus. Siebzig Kilometer pro Jahr Richtung Norden. Schon seit einigen Jahren ruft die Schutzgemeinschaft deshalb bundesweit zu der "Blätter-Sammlung" auf.

Chance für kranke Kastanien

Auf Cappenberg waren es vor allem Kinder und Eltern aus der Waldschule, die fleißig mit anpackten. Dutzende Säcke sammelten die Helfer am Samstag, harkten am Schlossberg das Laub zusammen. Das klingt vielleicht nach einem Tropfen auf dem heißen Stein, Kallendrusch aber erklärt: "Wir können die Population so eindämmen und eine Alternative gibt es nicht, schließlich wollen wir kein Gift einsetzen." Er ermutigt deshalb auch Privatleute, vor der eigenen Haustür das Kastanienlaub zu kehren. Die Stadtwerke Selm stellten für die Aktion am Samstag kostenlos einen Container zur Verfügung, in dem das Laub gesammelt und abtransportiert wurde. Die Blätter sollen verbrannt werden, damit die Motte nicht an anderer Stelle schlüpft. Die große Kastanie neben der Waldschule wird schon seit Jahren gepflegt und das Laub gesammelt. Und die Mühe lohnt sich, wie Martina Schmidt von Boeselager von der Waldschule berichtet: "Unsere Kastanie ist deutlich kräftiger geworden." Wenn Menschen helfen, hat die Kastanie gegen die fiese Motte also eine echte Chance.

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