Widerstand gegen Demo an Allerheiligen

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In Lünen gibt es Sonntag eine Demo der NRW-Patrioten, doch es formiert sich Widerstand.
Sonntag ist Allerheiligen, eigentlich ein stiller Feiertag. In Lünen wird dieser Sonntag aber kein stiller Tag. Ein Flyer im Internet fordert auf zu einem "Spaziergang gegen Islamisierung, Asylwahnsinn und Extremisten".

Der "Spaziergang" ist dem Flyer nach bereits der zweite dieser Art in Lünen und soll am Nachmittag am Hauptbahnhof starten. Anmelder sind nach Angaben der Pressestelle der Polizei Dortmund die NRW-Patrioten. "Handhabe, die angemeldete Versammlung zu untersagen, haben wir nicht", so ein Sprecher der Polizei in Dortmund am Donnerstagabend. Nach Stand von Freitag wird aus dem "Spaziergang" allerdings wohl eine Standkundgebung am Bahnhof, das verfügte das Polizeipräsidium Dortmund. "Der Anmelder ist unserer Einladung zum Kooperationsgespräch nicht gefolgt", erklärte eine Sprecherin am Freitagmittag. Diese Gespräche dienen im Vorfeld einer Demonstration zur Abklärung der Details. Viele Informationen hat die Polizei zu den Anmeldern nach eigenen Angaben nicht, sieht die NRW-Patrioten aber im rechten Spektrum. Polizeibeamte begleiten die Demo am Sonntag. In Lünen blieb die Ankündigung des Treffens nicht ohne Folgen, denn bereits noch vor der eigentlichen Genehmigung des "Spaziergangs" formierte sich breiter Widerstand. Das Bündnis gegen Rechts ruft am Sonntag ab 14 Uhr vor dem Rathaus zu einer Gegendemo auf, das Motto lautet "Flagge zeigen für ein buntes und weltoffenes Lünen". Redner sind nach dem Stand von Freitag unter anderem der Lüner Rainer Schmeltzer, neuer Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und Gürbüz Demirhan, der Integrationsratsvorsitzende von Lünen. "Alle Lünerinnen und Lüner sind aufgerufen, daran teilzunehmen und den Rechten zu zeigen, dass sie in unserer toleranten Stadt nicht willkommen sind", heißt es in dem Aufruf zur Demo bei Facebook.

Kleine-Frauns: "Wir dulden keinen Rassismus"

Stellung bezog im Vorfeld auch Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns: "Wir lassen uns das gute Klima der Mitmenschlichkeit und überwältigenden Hilfsbereitschaft in unserer Stadt nicht kaputtreden und kaputt machen. Wir dulden keinen Rassismus und keine Ausgrenzung in Lünen. Wir lassen uns keinen Angriff auf diese unsere Grundhaltung gefallen. Und wir werden uns geschlossen allen entgegenstellen, die unsere klare Haltung für ein gutes Miteinander und gegen Rechts attackieren. Wenn die Rechten und andere extreme Gruppierungen in unserer Stadt schweigend spazieren wollen, dann werden wir dazu nicht schweigen. Gemeinsam mit dem 'Bündnis gegen Rechts' werden wir uns an die Spitze derer setzen, die für ein weltoffenes und soziales Lünen demonstrieren. Denn wir sind eine Stadt, die in den vergangenen Wochen und Monaten vor allem auch in der Flüchtlingshilfe beispielhaft zusammengestanden hat. Hunderte Ehrenamtliche leisten in dieser Hinsicht seit langer Zeit Großes. Dieses Klima werden wir uns von außen nicht vergiften lassen." Kleine-Frauns verschickte am Donnerstag eine E-Mail mit der Einladung zur Gegendemo auf dem Marktplatz an alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung. "Bis Sonntag", beendet der Bürgermeister sein Schreiben.

Thema "Demo" im Lokalkompass:
> Hunderte bei Demo gegen Terror und Hass
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4 Kommentare
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Lee Harvey aus Lünen | 28.10.2015 | 21:04  
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Silvia Eisold aus Lünen | 29.10.2015 | 09:14  
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fabian Tillmanns aus Lünen | 29.10.2015 | 11:46  
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Silvia Eisold aus Lünen | 30.10.2015 | 09:47  
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