HSK-Straßenverkehrsbericht
Mehr Unfallfluchten im HSK

 Die Verkehrsstatistik wurde von Landrat Dr. Karl Schneider, Polizeihauptkommissar Thomas Fröhlich (li.) und Polizeidirektor Klaus Bunse präsentiert.
  • Die Verkehrsstatistik wurde von Landrat Dr. Karl Schneider, Polizeihauptkommissar Thomas Fröhlich (li.) und Polizeidirektor Klaus Bunse präsentiert.
  • Foto: Peter Benedickt
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Trotz einer intensiven Kampagne stiegen die Zahlen weiter an: im Jahr 2018 wurden im Hochsauerlandkreis 1.675 Verkehrsunfälle mit Flucht gezählt, 128 mehr als im Vorjahr. Mit der Aktion „Unfallflucht ist unfair“ versucht die Kreispolizeibehörde die Bevölkerung zu sensibilisieren, doch scheinen die Bemühungen noch keine Früchte zu tragen.
Auch wenn die Gefahr besteht, ermittelt zu werden - die Aufklärungsquote liegt bei 44,54 Prozent (eine Steigerung von 3,62 Prozent) - entfernen sich Beteiligte unerlaubt vom Unfallort. Sogar bei Personenschaden geben sie Gas - trotz der gravierenden Konsequenzen. Schließlich werden bei diesen Delikten sogar 59,38 Prozent der Flüchtigen ermittelt, wie Polizeihauptkommissar Thomas Fröhlich auf der Pressekonferenz zum HSK-Straßenverkehrsbericht mitteilte.
„Kleine Erfolge können wir inzwischen im Bereich der jungen Erwachsenen feststellen“, sehen sich die Fachleute mit ihren anhaltend durchgeführten präventiven Aktivitäten auf dem richtigen Weg. Natürlich muss weiterhin viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, denn noch wird eine überproportionale Unfallhäufigkeit durch diese Altersgruppe festgestellt. Bei einem Bevölkerungsanteil von 7,8 Prozent liegt die Verunglücktenbeteiligung bei 18,3 Prozent.

"Crash Kurs" und "Junge Fahrer"

Auch wenn es seit 2014 einen Rückgang um 4,04 Prozentpunkte gab, sind diese Zahlen dennoch zu hoch. Mit dem Projekt „Crash Kurs“ oder den Aktionen „Junge Fahrer“ in Schulen und Berufskollegs wird deshalb weiterhin versucht, diese Personengruppe auf Gefahren hinzuweisen und sie zu sicherem Fahren anzuleiten.
Erfreuliches gab es auch zu vermelden: Kein Kind wurde bei Verkehrsunfällen im Kreisgebiet getötet, auch die Zahl der Verletzten der „Unter-15-Jährigen“ sank im Vergleich zum Vorjahr auf 79. In den meisten Fällen handelte es sich bei den verletzten Kindern um Mitfahrer in den Fahrzeugen der unfallbeteiligten Erwachsenen und damit nicht um falsches Verhalten des Nachwuchs. Oft war es schlicht mangelnde Sorgfalt, etwa beim Anlegen des Gurtes, die für den Schaden sorgte.

Geschwindigkeit ist Hauptproblem

Erneut stiegen aber die Unfallzahlen bei den Motorradfahrern an, wie Landrat Dr. Karl Schneider als Leiter der Kreispolizeibehörde hervorhob. Polizeidirektor Klaus Bunse sieht einen Punkt in der Unerfahrenheit: „Viele Fahrer kommen aus dem Ruhrgebiet, sind ortsunkundig, kennen sich mit den engen Straßen und Kurven sowie dem hügeligen Gelände nicht aus und überschätzen ihr fahrerisches Können.“ Dazu kommt das Problem Nummer eins: Die Geschwindigkeit. Natürlich ist jeder Besucher im Hochsauerlandkreis willkommen, aber: „Wir wollen keine Raser und keinen unnötigen Lärm.“ Deshalb wird auch weiter kontrolliert.

Unfallhäufigkeit steigt

Die absoluten Zahlen bei den Verkehrsunfällen sind 2018 gestiegen. Einen Grund sieht der Landrat in den immer häufiger im Sauerland anzutreffenden E-Bike- oder Pedelecsfahrern. „Es ist schon ein Unterschied, ob sich mit Muskelkraft fortbewegt wird oder mit Einsatz der Technik“, weiß er.
Ab einem gewissen Alter, die modernen Räder werden meist von Senioren benutzt, sind die Reaktionen nicht mehr so ausgeprägt und oft wird das Gefahrenpotential unterschätzt. Aber auch hier wird die Polizei ein Auge drauf haben.

"Fortwährende Arbeit erforderlich"

Während Unfallfahrten unter Alkoholeinfluss zurückgegangen sind (von 104 auf 64) stiegen die Anzahl der Unfälle, bei denen Drogenkonsum festgestellt wurde, um 25 auf 42. Hier wäre das Gefahren- und Unrechtsbewusstsein noch nicht ausreichend vorhanden. „Es ist fortwährende Arbeit erforderlich, und die leisten wir“, wird weiterhin beharrlich über mögliche Folgen aufgeklärt.
Im vergangenen Jahr kamen im Straßenverkehr neun Menschen ums Leben, und auch, wenn dies die niedrigste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1975 ist, ist doch jeder Tote einer zu viel. Unter den Opfern waren zwei Motorradfahrer, drei Fußgänger und vier Pkw-Fahrer beziehungsweise -insassen. Bei den Opfern handelte es sich um drei junge Erwachsene, drei Erwachsene und drei Senioren. Bei fünf der acht tödlichen Unfälle (bei einem starben zwei Menschen) war die Geschwindigkeit die Ursache.

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