Schule in Corona-Zeiten
Neheimerin entwickelt Erklärvideos

Die Neheimerin Carina Keweloh absolviert ihr Referendariat in Bielefeld am Gymnasium Bethel der von Bodelschwinghschen Stiftungen. Aufgrund der besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie hat sie jetzt Erklärvideos entwickelt.
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  • Die Neheimerin Carina Keweloh absolviert ihr Referendariat in Bielefeld am Gymnasium Bethel der von Bodelschwinghschen Stiftungen. Aufgrund der besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie hat sie jetzt Erklärvideos entwickelt.
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Unter Corona leiden alle Menschen. Geschäfte, Museen, Freizeiteinrichtungen, sogar Rathäuser wurden geschlossen. Auch Kigas und Schulen ließen ihre Türen zu. Da mussten die Pädagogen schon findig sein, um ihren Schützlingen weiterhin das Wissen der Welt zu vermitteln. Bildung kennt keinen Halt, nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ So wurde auch die Neheimerin Carina Keweloh, die nun am Gymnasium Bethel („von Bodelschwinghschen Stiftungen“) tätig ist, kreativ. Dabei hat sie sich unter anderem Inspirationen von Lehrkraftbloggern geholt, um von deren Erfahrungen zu profitieren.

Die Sauerländerin verbrachte ihre Grundschulzeit in Moosfelde, danach besuchte sie das St. Ursula Gymnasium, wo 2013 das Abitur absolviert wurde. Sie ist in Neheim aufgewachsen und fühlt sich mit der Region eng verbunden: „Durch das Sauerländer Tor zu fahren und von weitem schon den Neheimer Dom zu sehen - das ist Heimat!“ Von 2013 bis 19 schaffte sie das Bachelor- und Masterstudium (Englisch und katholische Theologie) an der Universität Duisburg-Essen. Dazu gehörte ein Auslandssemester an der Newman University in Birmingham, England. „Bis zum Studiumsende war ich Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes und habe zudem als Tutorin für Hebräisch an der Uni und an einem Gymnasium als Vertretungslehrkraft gearbeitet“, beschreibt Carina.

"Wir sind gut aufgestellt"

Jetzt unterrichtet sie von der 5. bis 12. Klasse (10 und 18 Jahre), im Referendariat werden Erfahrungen in allen Stufen gesammelt. Die digitale Ausstattung ihrer Schule wird ausdrücklich gelobt: „Wir sind sehr gut aufgestellt. In nahezu jedem Klassenraum sind Beamer eingebaut, Whiteboards vielfach vorhanden. Den Lehrkräften stehen iPads zur Verfügung.“ Kommunikation erfolgt über den Schulserver „iServ“: „Emails schreiben, Räume buchen, mit Schülern Dateien austauschen, im Messenger chatten und seit einigen Wochen bietet iServ auch ein Videokonferenzmodul an.“

"Entdecken, verstehen, gestalten"

Die Schule hatte bereits vor Corona das digitale Lernen fest verankert. So wird nicht nur Informatik unterrichtet, sondern den jungen Menschen in der Mittelstufe im Rahmen des Moduls „Medien: entdecken, verstehen, gestalten“ der Umgang mit digitalen Tools und Anwendungen nähergebracht.
Auch wenn mit einer Schulschließung gerechnet wurde, war es ein Schock. „Unsere Leitung hatte bereits im Vorfeld Szenarien ausgearbeitet, so dass die Schüler ihre Materialien abholen und der digitale Unterricht starten konnte, auch wenn es Startschwierigkeiten gab.“ Allerdings wurden durch die tolle kollegiale Zusammenarbeit und des Austauschs schnell Wege gefunden, um Lernen über Distanz zu ermöglichen. Es war sichergestellt, dass alle Schüler über digitale Geräte verfügten: „Wer keines besaß, bekam entweder Schul- oder vom Förderverein gesammelte Altgeräte.“

Virtuelle Trips durch Nationalparks

Bei einer Umfrage unter den Jugendlichen stellte sich heraus, das kreative und offene Aufgabenformate besonders motivieren. Carina: „Daher habe ich meine Achtklässler zum Beispiel virtuelle 360°-Trips durch amerikanische Nationalparks machen lassen, zu denen sie Reiseberichte gestalteten.“

Zeichentalent ist gefragt

„Ich bin auch auf die Idee gestoßen, Erklärvideos zu erstellen, um Inhalte verfügbar zu machen und zu vermitteln. Die Idee ist nicht neu, aber jetzt erlebt sie einen regelrechten Boom. Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, so ein Video zu gestalten. Man kann sich selbst beim Erklären filmen, Präsentationen erstellen oder seine Erklärungen mit Zeichnungen untermauern. Ich habe alle Varianten mittlerweile ausprobiert, jedoch gefällt mir das Zeichnen am besten. Dabei habe ich ein Blatt Papier gefilmt, während ich darauf gezeichnet habe. Später wurde dann Audio mit Erklärungen zugefügt. Das größte Problem war dabei, eine Halterung für die Kamera zu bauen. Mit ein bisschen Geschick und aufeinandergestapelten Kisten hat das dann aber gut funktioniert.“

Neue Wege des digitalen Lernens

Die Zusammenarbeit mit den Kollegen lohnte sich: „Alle sind genauso kreativ oder sogar kreativer! Im Austausch höre ich wundervolle Sachen über die Nutzung digitaler Lernflächen im Netz, kooperatives Texteschreiben online und das Erstellen von Quiz und Umfragen. Im Kollegium hat sich sogar eine Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, die neue Wege des digitalen Lernens erkunden.“
Die angehende Pädagogin weiß jedoch: „Trotz aller Vorteile der digitalen Medien ist es wichtig, dass die Beziehung zu den Schülern im Mittelpunkt steht. Wir Lehrkräfte müssen durch Videosprechstunden und -konferenzen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, um sie beim Lernen individuell zu beraten und begleiten, damit Sicherheit und Unterstützung bieten. Nur so findet Schule jenseits des Gebäudes statt.“

"Auf dem Weg in eine Normalität mit Corona"

Der Blick in die Zukunft stimmt Carina Keweloh pessimistisch: „Wir sind bestimmt nicht auf dem Weg in die Normalität vor Corona. Die Wiederaufnahme von Regelunterricht ist noch für lange Zeit nicht möglich. Allerdings sind wir auf dem Weg in eine Normalität mit Corona. Und das ist wichtig. Kinder und Jugendliche brauchen in Ausnahmesituation Verbindlichkeit und feste Strukturen, auf die sie sich verlassen können.“

Autor:

Lokalkompass Arnsberg-Sundern aus Arnsberg

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