Moyland – eine Odyssee - Teil 3: Museum Schloss Moyland

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Das äußerlich stark beschädigte Schloss war nach dem Kriege zu einem großen Teil noch bewohnbar. So zu sehen auch auf einem Bild von 1945 mit alliierten Offizieren im Spaen´schen Zimmer. Dem Eigentümer, Dr. Gustav Adolf Steengracht, fehlten jedoch offensichtlich die finanziellen Mittel und die Zeit. Siehe dazu: hier klicken
Erst 1954 wurde ein Teil des Schlosses entschuttet und es reiften die Bemühungen das Schloss wieder in den alten Zustand zu versetzen. Bei Bauarbeiten 1956 kam es jedoch zu einem Großbrand. Das Schloss brannte vollständig aus. Das war dann die Ruine die viele von uns noch kennen. Auch die 1959 durchgeführten Sicherungsarbeiten (Dach wurde mit Teerpappe abgedeckt und einige Fenster zugemauert) konnten den weiteren Verfall nicht aufhalten. Der Dornröschenschlaf begann.
1987 wurde die Stiftung „Schloss Moyland, Sammlung van der Grinten, Joseph Beuys Archiv NRW“ ins Leben gerufen.
Am 24 Mai 1997 wurde das Museum Schloss Moyland eröffnet.

Naturschützer und Grüne meldeten bei den ersten Planungen zum Museum Bedenken an: Was geschieht im Umfeld des Schlosses? Die Sonderbaufläche Museum beträgt 2,2 ha, davon 1 ha Wald. Ein riesiger Parkplatz entlang der Moyländer Allee soll errichtet werden. Eine Sonderbaufläche für ein Hotel neben der Gaststätte Eberhard-Derksen. Wie ist die Entwicklung der Baukosten und wer trägt die jährlichen Unterhaltskosten? Was geschieht sonst noch im Umfeld des Schlosses? ( Ein zweiter Golfplatz wurde gebaut und es gab mehrere Hotelplanungen) Geht das nicht alles etwas bescheidener? Diese Bedenken und Fragen führten dann gleich dazu, dass ein Feindbild aufgebaut wurde – Naturschützer und Grüne sind gegen das Museum. Es nutzte auch nichts das die Grünen in den Folgejahren in ihrem „Guckloch“ folgendes veröffentlichten: „Wir sind für die Erhaltung des Schlosses Moyland, aber der Spuk um die Millionenbeträge muss ein Ende haben. Wir wollen wissen wer die jährlichen Unterhaltungskosten trägt. Was geschieht im Umfeld des Schlosses? Die Grünen begrüßen durchaus eine sinnvolle Zweckzuführung von Schloss Moyland.“ Auch heute wird immer noch behauptet: Die sind gegen das Museum.
Auch Vorschläge wurden seitens der „Gegner“ unterbreitet, z.B. den Parkplatz und Eingangsbereich westlich des Schlosses, direkt an der Bundesstraße zu bauen um die Idylle an der Moyländer Allee zu bewahren, leider ohne Erfolg.

Kenner der Museumslandschaft fragten damals – Wird Moyland ein Flop?
Und direkt nach der Eröffnung des Museums hagelt es an Kritik , eine kleine Auswahl: Bertram Müller von der Rheinischen Post schreibt - „Das die wenigen bemerkenswerten Kunstwerke in einem Wust des Mittelmaßes, das im Depot besser aufgehoben wäre, untergehen.“ Die Süddeutsche Zeitung: „Übernutzung, und bezeichnet diesen Zustand als hybrid.“ FAZ: „Kleinbürgerlicher Geist eines Sparkassenneubaus“ Westdeutsche Zeitung: „So viel Geld für ein Museum, das mit einem Bilder – Kaufhaus verglichen wird.“

Die Baukosten: Die erste Zahl die genannt wurde war DM 7 Mill.,
1987 DM 20 Mill., 1989 DM 25 Mill., 1992 DM 40 Mill., 1995 DM 51 Mill., hinzu kommen noch die bis dahin aufgelaufenen Betriebskosten. Die Ausgaben beliefen sich bis zur Eröffnung des Museums auf 76,913 Mill. DM.

Die laufenden Kosten: Stand heute – 9.000 Euro tägliche Betriebskosten. Für 2011 gibt es 2,5 Mill. Euro Betriebskosten und die nächsten 3 Jahre zusätzliche Projektmittel von 1,6 Mill. Euro. Das Land NRW ist laut Vertrag an den Betriebskosten mit 90 Prozent, der Kreis Kleve mit 7,5 Prozent und die Gemeinde Bedburg-Hau mit 2,5 Prozent beteiligt.

Besucherzahlen: Prognostiziert vom damaligen Bürgermeister, 500.000 bis 1.000.000 Museumsbesucher.
1997 140.393 Besucher ( im Jahr der Eröffnung)
1999 215.944 Besucher *
2000 218.056 Besucher *
2001 247.859 Besucher *
2002 277.546 Besucher *
2003 243.229 Besucher *
*( in diesen Zahlen sind auch die Besucher des Weihnachtsmarktes und anderer Veranstaltungen mit eingerechnet.)
2009 80.000 Besucher ( ohne Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen.)
2010 37.000 Besucher ( ohne Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen; Museum ist in Teilen wegen Umbauarbeiten bis September 2011 geschlossen)

Neuanfang mit der künstlerischen Direktorin Frau Dr. Bettina Paust.
Das Schlossgebäude bleibt von Oktober 2010 bis zum November 2011 geschlossen.
In der Zeit soll eine architektonische Modernisierung durchgeführt, sowie ein neues Konzept verwirklicht werde. Frau Paust dazu: „Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, sondern eine klare, stringente Neupräsentation. Und mit dieser Neupräsentation findet zugleich eine stärkere Fokussierung auf die Schwerpunkte der Sammlung statt. Ziel sei es, so die Direktorin, das Museum Schloss Moyland als "das Beuys-Zentrum" zu etablieren.“
Dann war da noch die Schreckensmeldung als man feststellte – das Schloss ist ein Wasserschloss – Feuchtigkeit tritt ein. Verwaltungsdirektor Johannes Look bezifferte die Kosten zum Beheben und Verhindern der Wasserschäden auf mehrere 10.000 Euro. Franz Rudolf van der Grinten vom Stiftungsvorstand spricht sogar von einigen Millionen Euro.

Und dann noch das: hier klicken

Moyland – eine Odyssee Teil 1: hier klicken
Moyland – eine Odyssee Teil 2: hier klicken
Moyländer See - ein Juwel: hier klicken

Autor:

Günter van Meegen aus Bedburg-Hau

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