Die Botschaft der Musik erleben: Stimmungsvolles Konzert in St. Liborius

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Das neue Jahr war nur erst gerade 15 Tage alt, da verzeichnete der Ortsteil Grumme bereits den ersten kulturellen Höhepunkt seines Gemeindelebens. Zum Ausklang der Weihnachtszeit hatte der Kirchenchor der katholischen Gemeinde Seliger Nikolaus Groß zusammen mit dem Grummer Blech zu einem nachweihnachtlichen Konzert geladen.

Der von der Hoffnung getragene Wunsch, den Bürgern, die nach dem Weihnachtfest schon viel zu schnell wieder im Alltagstrott versinken, eine Stunde der Muße und Besinnung bescheren zu können und die wie immer viel zu kurze Zeit noch einmal aufleben und nachklingen zu lassen, wurde durchweg erfüllt. Die Veranstaltung war sichtbar ein Erfolg. An der bis auf den letzten Platz voll besetzten St. Liboriuskirche an der Josephinenstraße zeigte sich in aller Deutlichkeit, wie dankbar die angebotene kulturelle Auszeit angenommen wurde.

Die schon kurz nach den Feiertagen am Straßenrand liegenden, aus den Wohnungen ausgesonderten Weihnachtsbäume täuschen schnell darüber hinweg, dass die Weihnachtszeit im Kirchenjahr sehr viel länger andauert, als in der allgemeinen Ungeduld des möglichst schnellen Übergangs zur Tagesordnung mit ihr umgegangen wird.

Weihnachten würde zu schnell abgehandelt, gab Pastor Stefan Scheve in seinen Begrüßungsworten dann auch zu verstehen. Die Tradition der Weihnachtszeit könne nicht bereits nach wenigen Tagen wieder beiseite gelegt werden. Sie sei zu wichtig, da sie Kraft und Halt für den vor uns liegenden Alltag geben müsse und sie sei eine wichtige Zeit der Besinnung darauf, nach dem Beispiel Gottes Liebe und Gerechtigkeit aufleben zu lassen.
Er lade ein, sich im Rahmen des Konzerts noch einmal für die Botschaft zu öffnen, dass es immer eine Heilung im Dunkel des menschlichen Daseins geben könne. Er lege nahe, sich dieses Geheimnis im Herzen zu bewahren, dem man sich auf musikalische Weise sehr gut nähern könne.

Durch seine Vielfalt, durch die wohlüberlegte Ausgestaltung und die noch immer weihnachtliche Atmosphäre in der Kirche sprach das Programm des frühen Abends dann auch alle Sinne gleichermaßen an und machte die erhoffte Annäherung an die Botschaft der Weihnachtszeit auf musikalischem Weg tatsächlich möglich.

Nach dem Präludium C-Dur von Johann-Sebastian Bach, mit dem Markus Schröder an der Orgel der Liboriuskirche das Konzert eröffnete, brachten Chor und Grummer Blech im Wechsel mit einer Lesung und einer zweiten Orgeldarbietung eine breite Palette bereits bekannter und weniger bekannter, ebenso besinnlicher, wie freudig lebendiger Stücke u.a. von Silcher, Händel, Bach, Hemmerle, Morin und Wüstner zu Gehör.

Dass einige Sänger des Chors über das Potential einer klaren, tragenden Solostimme verfügen, bewiesen die Sopranistinnen Friederike Lammert-Budde und Gabi Bade sowie Fabian Rips mit seiner angenehm warmen und sicheren Bass-Stimme in den jeweils von ihnen vorgetragen Gesangsstücken.

Einen wichtigen Kontrast zur reinen Chordarbietung setzte das aus den alljährlich in der Grummer Johanneskirche veranstalteten Vorweihnachtskonzerten bekannte Grummer Blech unter der Leitung von Douglas Simson, das an diesem Abend zum ersten Mal ein Konzert mit dem katholischen Kirchenchor in St. Liborius veranstaltete.

Die Einbeziehung der Gemeinde durch das gemeinsam gesungene Lied „Menschen, die ihr wart verloren, lebet auf, erfreuet euch!“, erzeugte auf musikalische Weise Nähe und Gemeinschaft zwischen den Mitwirkenden und den Zuhörern und ließ den Funken der Verbundenheit durch die Musik schon gleich zu Beginn spürbar überspringen. Man wurde eins, man war Musik und wurde in gleicher Weise durch das ebenfalls zusammen gesungene „Oh du fröhliche“ nach der Chorzugabe von „Transeamus usque Bethlehem“ aus einem gemeinschaftlich erfahrenen Konzert entlassen.

Dass der Chor, der mit dem Wechsel des damaligen Dekanatskantors August Köster Anfang 2010 nach Wattenscheid um seine weitere Existenz sehr bangen musste, seinen Fortbestand verdient hat, stellte er mit der qualitativ hochwertigen Darbietung des vergangenen Sonntags unter Beweis.
Für den im zweiten Jahr mit den Sängern arbeitenden Leiter Bernd Sägebarth-Backwinkel war der erste Konzertauftritt in der Gemeindekirche ohne Zweifel eine wichtige Bestätigung seines Wirkens mit dem Chor.

Und dass die Festlichkeit eines Auftritts nicht nur durch eine stimmlich gute Qualität geprägt wird, sondern gleichermaßen durch die Gesamtatmosphäre als einem Zusammenspiel verschiedener Komponenten beeinflusst ist, wurde ebenfalls deutlich:
Die in einem öffentlichen Auftritt zum ersten Mal von Sopran und Alt über den weißen Oberteilen getragenen weinroten Tücher ließen den Chor neben seiner stimmlichen Qualität auch eine optisch ansprechende Figur machen.
Der Auftritt im Altarraum, die Anordnung von Sängern und Bläsern um den Altar, die beleuchten Weihnachtsbäume im Hintergrund, die alljährlich durch die Initiative ehrenamtlicher Gemeindemitglieder aufgestellte große Weihnachtskrippe und das Friedenslicht aus Bethlehem trugen zusammen mit den vom letzten Tageslicht noch erhellten farbigen Kirchenfenstern zu einer stimmungsvollen Atmosphäre bei.

Wer sich am vergangenen Sonntag auf den Weg zur Kirche gemacht hat, dürfte sich noch lange an eine gelungene Veranstaltung erinnern.

Autor:

Sabine Schemmann aus Bochum

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