„Bochums Schulbaumeister“ geht in den verdienten Ruhestand

Verdienter Applaus und viel Anerkennung für Schulamtsleiter Ulrich Wicking (3.v.r.) bei der Eröffnung des „Neuen Gymnasiums Bochum“ - seinem Meisterstück -  nicht nur von den  Offiziellen der Stadt, sondern auch von Vertretern der Schulgemeinde.
  • Verdienter Applaus und viel Anerkennung für Schulamtsleiter Ulrich Wicking (3.v.r.) bei der Eröffnung des „Neuen Gymnasiums Bochum“ - seinem Meisterstück - nicht nur von den Offiziellen der Stadt, sondern auch von Vertretern der Schulgemeinde.
  • Foto: Molatta
  • hochgeladen von Ernst-Ulrich Roth

46 Jahre war er in Diensten der Stadt, davon 12 Jahre als Leiter des Schulverwaltungsamtes: Ulrich Wicking. Und so es ist nicht verwunderlich, dass manche im Rathaus sagen: „Er ist einer der letzten (Verwaltungs-)Dinosaurier im Rathaus, der tiefe Spuren hinterlässt.“ In seiner Zeit als Schulverwaltungsamtsleiter hat er Investitionen von rund 274 Millionen Euro verantwortet und so die Bochumer Schullandschaft entscheidet geprägt.

1966 begann Ulrich Wicking seine Ausbildung bei der Stadt Bochum. Über die Arbeit im Sozialamt und in der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung führte ihn sein beruflicher Weg in das Presse- und Informationsamt. Hier war er 18 Jahre nicht nur ein kompetenter Ansprechpartner für die örtlichen, regionalen und überregionalen Medien, sondern das „Sprachrohr der Stadt“. 1994 wechselte Ulrich Wicking als stellvertretender Amtsleiter ins Schulverwaltungsamt, dessen Leitung er 2000 übernahm.

In den vergangenen 12 Jahren organisierte und verwaltete er gemeinsam mit den rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dazu gehören auch Hausmeister und Schulsekretärinnen, die „Bochumer Schullandschaft“. Vor allem aber investierte er viel Geld in die Infrastruktur. Allein 90 Neubauten mit einem Investitionsvolumen von rund 170 Millionen Euro und über 120 größere Sanierungsmaßnahmen mit einem Umfang von 93 Millionen Euro fallen in seine Amtszeit. Darunter Bauprojekte wie der Bau der Erich-Kästner-Gesamtschule, der Liselotte-Rauner-Hauptschule und der Umbau der vom Abriss bedrohten Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie an der Wittener Straße zum Ottilie-Schönewald-Weiterbildungskolleg.

Besonders stolz ist er auf das „Neue Gymnasium Bochum“. Für rund 34 Millionen Euro wurde ein neues Schulgebäude errichtet, für das er und sein Team sowie die Architekten bei der Eröffnung viel Lob erntete. Und es war auch „Balsam für die Seele“, denn die Diskussionen im Vorfeld waren nicht „vergnügungssteuerpflichtig“, wie es Ulrich Wicking in der Rückschau heute sieht. „Die Zusammenlegung des Gymnasiums am Ostring mit der Albert-Einstein-Schule zum ‚Neuen Gymnasium Bochum‘ löste heftige Diskussionen mit den Schulgemeinschaften aus, meine härteste Zeit im Amt“, so Ulrich Wicking. „Wir als Schulverwaltungsamt haben immer uns den Diskussionen gestellt und dabei auf Transparenz und Offenheit gesetzt. Und wir sind keiner Diskussionsrunde ausgewichen.“

Dennoch mussten die Stadt und das Schulverwaltungsamt die Pläne zur Schließung des Gymnasiums am Ostring beim ersten Bochumer Bürgerbegehren verteidigen. Am Ende ein Erfolg für die Verwaltung. „Im Nachhinein sind alle versöhnt und zufrieden mit dem neuen Schulgebäude“, ist der Eindruck von Ulrich Wicking.

Schulentwicklung

Sieben heiß diskutierte Schulentwicklungspläne fallen in die Amtszeit von Ulrich Wicking, drei Schulneugründungen aber auch 18 Schul- oder Standortaufgaben. Dennoch will er nicht als „Schulschließer“ in die Bochumer Stadtgeschichte eingehen und verweist auf die Schaffung von 4.752 Offenen Ganztagsplätzen sowie 1.102 ergänzenden Betreuungsmaßnahmen an 63 Grund- und Förderschulstandorten seit 2003. Vorher gab es in Bochum nur 766 Hortplätze. Außerdem wurden an sechs Haupt-, zwei Real-, zwei Sekundar-, einer Gemeinschaftsschule und einem Gymnasium zusätzliche Ganztagsangebote eingerichtet.

Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Norbert Zientek und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat Ulrich Wicking die Bochumer Schullandschaft nachhaltig geprägt. „Wahrscheinlich wird nicht mehr so viel gebaut und ich hinterlasse ein bestelltes Haus. Doch es gibt genug zu tun für meinen Nachfolger“, meint verschmitzt lächelnd Ulrich Wicking, der übrigens in seiner Dienstzeit im Presseamt nicht nur zum 600. Maiabendfest dafür sorgte, dass es in Bochum ein Junggesellenstraße gibt, sondern auch das Terminal von Richard Serra verteidigte und bei der Organisation des Partnerjahres „Ein Platz an der Sonne „mitwirkte.

Jetzt will er sich endlich intensiver seinen Aufgaben und Pflichten als Ehemann, Vater und Großvater widmen, mehr das Kulturleben der Stadt genießen und mit dem Rad die Fahrradwege der Umgebung „unsicher“ machen.eur

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