„NRW vor den Wahlen – Zwischen Sozialfall und Schickimicki“ Oder wie "RTL Spiegel TV Magazin" versucht, die NRW Wahlen zu manipulieren

Was das „RTL Spiegel TV Magazin“ gestern Abend, 7. Mai, 22:25 Uhr dem gewogenen RTL Zuschauer gezeigt hatte, das war schon reinste Wahlbeeinflussung anders kann man diese „Recherche“ wohl kaum einordnen. Ein oberflächlicher, langatmiger Bericht gespickt mit vielen Klischees, dessen einzige Aufgabe darin bestand, den Unterschied zwischen dem ach so abgehängten Ruhrgebiet und der Schickimicki Szene in Düsseldorf herauszuarbeiten.

Es war eine billige Klischee Sendung über NRW und das Ruhrgebiet. Hier das sündhaft teure Düsseldorf mit seinen steinreichen Damen, deren einzige Aufgabe darin besteht, das Geld unters Volk zu bringen und auf der anderen Seite das abgehängte Ruhrgebiet. Dafür musste in erster Linie die Dortmunder Nordstadt hinhalten und natürlich kaputte Typen. Gottseidank hatte dann „RTL Spiegel TV Magazin“ auch einen Junkie in einem Keller eines heruntergekommenen Hauses finden können, um dieses Klischee auch zu untermauern.

Es gab in diesem Beitrag nur Schwarz und Weiß! Schwarz und ganz schlimm, der Dortmunder Norden und das Ruhrgebiet, und Weiß, das reiche Düsseldorf mit seinen Villen, teuren Juwelen, etc.
Kein Hinweis darauf, dass das Ruhrgebiet die wirtschaftliche Talsohle längst durchschritten hat und es langsam aber stetig bergauf geht. Darauf wurde bewusst verzichtet.

Natürlich mussten auch weitere Dinge aus der Klischee Kiste herhalten und wurden sorgfältig in den Bericht eingearbeitet, so auch die überproportionalen Einbrüche in NRW, zum Beispiel in Oberhausen. Dafür hatte man eine Dame gefunden, die sich monatlich ihr „Taschengeld“ durch Handlangerarbeiten hinzuverdient und der man das gesparte Geld aus ihrer Wohnung klaute. Traurig ist es schon aber es wurde auch nicht darauf hingewiesen, dass NRW das bevölkerungsreichste Land der Bundesrepublik ist und mit 18 Millionen Einwohnern so viele Einwohner hat wie zum Beispiel Bayern und Hessen zusammen. Auch über ein engmaschiges Autobahnnetz verfügt, das Verbrechern die Möglichkeit bietet, sich nach einem Raub schnell ins angrenzende Ausland abzusetzen. Darüber hinaus ist hier im Land der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund überproportional hoch.

In dem Bericht wurde natürlich auch nicht erwähnt, dass hier in NRW ca. 2,2 Millionen Menschen im produzierenden Gewerbe arbeiten und das ist mit Abstand wirklich einsame Spitze in Deutschland. Weitere 2,2 Millionen Menschen in den Bereichen Handel, Verkehr, Gastgewerbe und Kommunikation tätig sind. Auch hier liegt NRW gegenüber allen anderen Bundesländern mit großem Abstand auf dem 1. Platz! Bei den sonstigen Dienstleistungen mit 3,9 Millionen Beschäftigten ebenfalls mit deutlichem Abstand auf Platz 1 in der gesamten Bundesrepublik!
Quelle: http://www.statistik-portal.de/Statistik-Portal/de_jb02_jahrtab10.asp

Die SPD-Grüne Regierung hat in der ablaufenden Legislatur-Periode einen großartigen Job geleistet. Sicher war nicht alles vom Feinsten aber die Ergebnisse zeigen, dass NRW und explizit das Ruhrgebiet auf dem richtigen Weg ist. So lagen die Neugründungen von Start Ups im Jahr 2015 von kleinen und mittelständischen Unternehmen im Ruhrgebiet über denen in NRW und den gesamten Bundesländern! Warum wurden alle diese Fakten nicht erwähnt? Warum versuchte „RTL Spiegel TV Magazin“ mit dummdreisten Beispielen, den Zuschauern ein falsches Bild von NRW zu vermitteln und in welchem Auftrag?

Als Alt-Opelaner wurde ich mit weiteren fünf Alt-Opelanern von dem „RTL Spiegel TV Team“ ca. 2,5 Stunden zu unseren Opel Jahren und der jetzigen Rot-Grünen Regierung befragt. Wir gaben den Leuten einen Einblick in unser früheres Berufsleben, wir gaben ihnen Informationen anhand und vermittelten ihnen, dass das Opel Management nicht immer ein glückliches Händchen bei der Modellpolitik hatte und so manches falsch gemacht hatte. Wir sagten aber auch, dass wir eine gute Zeit bei Opel hatten und Opel in den 70er, 80er und bis Anfang der 90er Jahre ein guter und fürsorglicher Arbeitgeber war. Dass sich das dann aber ganz schnell ins Gegenteil änderte das wurde von uns auch nicht verschwiegen. Wir hatten auch nicht verschwiegen, dass Opel alleine die Schuld an der Schließung des Bochumer Werkes trägt!

Wir informierten das „RTL Spiegel TV Team“ auch darüber, dass die SPD-Grüne Regierung noch im Dezember 2016 ca. 30 Millionen Euro für das alte Opel Grundstück freigab, damit die Flächen für neue Firmen aufbereitet werden können. Wir informierten auch, dass sich etliche Firmen für eine Ansiedlung auf der ehemaligen Opel Fläche interessieren. Auch sprachen wir darüber, dass die Bochumer Stadt in dem Stadtteil Gerthe ca. 33 Mio. Euro für eine neue Kita zur Verfügung gestellt hat und noch weitere 40 Mio. Euro für die Sanierung eines Schulzentrums im selben Stadtteil. Alles fiel in dem ausgestrahlten Bericht unter den Teppich und fand keine Beachtung! Dafür wurde dann ein deutsch-türkischer Rapper in seinem Mercedes gezeigt, eine 58 jährige Kioskfrau, die sich über das Umfeld beschwerte und ein Taubenvadder! Was sollte das Ganze eigentlich?

Dass unsere Stadt Bochum den Zusatz „UniverCity“ trägt, das interessierte keinen. Auch nicht, dass hier in Bochum der „Dienstsektor“ mit seinen kleinen IT-Unternehmen, die sich in der Nähe der Ruhr Universität Bochum niedergelassen haben, floriert, stieß ebenfalls nicht auf Interesse.

Das was „RTL Spiegel TV“ zeigte war das NRW wie Spiegel TV es sehen will und nicht wie es ist, mit seinen arbeitsamen Menschen, die ihr Herz am richtigen Fleck haben, die sich hier in Nordrhein Westfalen wohl fühlen und mit keinem anderen Bundesland tauschen möchten, weil dieses Land mit seinen Menschen einzigartig ist. Wir hier im Ruhrgebiet lieben unser NRW und daran wird sich nichts ändern. Das kann auch nicht solch ein billiger Beitrag von „RTL Spiegel TV“ ändern und das ist gut so!

Autor:

Norbert Spittka aus Bochum

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