Meine Reise zum Totenfluss Teil 1 - die Mündung

An der Promenade
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„Achéron. Selbstverständlich. Nicht Echelon. Sie hatte auch gar nicht mehr verfolgt ausgesehen, als sie dieses Wort gesagt hatte. Eher wie jemand, der seine Ruhe gefunden hatte. Eine Atempause in ihrem Albtraum. Sie hatte den Tod gesehen und darauf vertraut, dass es dieses Mal gut gehen würde." (Aus „Der Schlaf und der Tod“ von A. J. Kazinsky; mit freundlicher Genehmigung der Politiken Literary Agency, Copenhagen)

Es war meine Vorliebe für Thriller, die mein Reiseziel bestimmt hat. Der Achéron, so erfuhr ich, galt in der Antike als Eingang zum „Hades“ , der Welt in der sich die Seelen der Toten befinden. Charon, der Fährmann brachte demnach die Toten mit seinem Kahn über den Achéron ins Reich der Schatten und zog ihnen als Lohn für seinen Dienst eine Münze aus dem Mund.

Neugierig geworden durch diese mystische Geschichte unterbrach ich mein Buch. Ich nahm mein Notebook und tippte "Achéron" in die Suchmaschine. Mein Blick fiel auf ein Foto des Flusses in seinem Quellgebiet, eingebettet in eine traumhaft schöne Landschaft. Einen Totenfluss hatte ich mir wahrlich anders vorgestellt. Von diesem Moment an war klar, dass meine nächste Reise dorthin führen würde.

Mitte September war es so weit. Nach 2 ½ Stunden Flug ab Düsseldorf kam ich in Preveza an, einer Stadt in Griechenland am ionischen Meer. Nach einer Fahrt von etwa 45 Minuten war ich in Ammoudia, einem kleinen Ort direkt an der Mündung des Achéron. Hier wohnte ich zwei Wochen.

Der Fluss war in seinem unteren Verlauf begradigt. Dennoch bot er einen malerischen Anblick mit schaukelnden Booten und Tavernen an der Uferpromenade. Im klaren, türkis schimmernden Wasser tummelten sich zahlreiche Fische.

An meinem ersten Tag ließ ich mich mit einem Kahn flussaufwärts schippern und anschließend durch die Mündung ins offene Meer. Später befuhr ich ihn in einer Gruppe mit einem Kayak. Wir ließen uns von der Strömung gemächlich treiben, sahen Nachtigallennester, Eisvögel und Schildkröten, die sich auf Baumstämmen sonnten. Auch eine kleine Bisamratte ist vorbei gehuscht. Es war eine unbeschreibliche Ruhe auf dem Fluss. Nur ab und zu ein leises glucksen, wenn jemand das Paddel eintauchte. Als hätten wir uns abgesprochen, waren wir eine Zeit lang ganz still, genossen den blauen Himmel, die warmen Sonnenstrahlen und die schöne Flusslandschaft. 

Fortsetzung folgt...

Autor:

Birgit Schwier aus Castrop-Rauxel

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