Das eigene Glück teilen: Dipendra und Gita Sharma Subedi gründeten einen Bildungsfonds für Kinder in Nepal

Dipendra und Gita Sharma Subedi in ihrer nepalesischen Heimat.                                Foto: privat
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  • Dipendra und Gita Sharma Subedi in ihrer nepalesischen Heimat. Foto: privat
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Bildung ist für Dipendra Subedi das höchste aller Güter. Gemeinsam mit seiner Frau hat der Castrop-Rauxeler deshalb einen Bildungsfonds gegründet, mit dem er Kindern aus seinem nepalesischen Heimatdorf eine gute Schulbildung ermöglichen möchte.

„Wenn ein einzelner Mensch spuckt, ist es bedeutungslos. Wenn viele tausend Menschen spucken, wird ein See daraus“, übersetzt Dipendra Subedi ein nepalesisches Sprichwort ins Deutsche. Gemeinsam mit seiner Frau Gita Sharma hat er sich diesen Satz zum Motto gemacht.
Seit 2005 lebt Subedi in Deutschland, hat in dieser Zeit ein Anglistik-Studium abgeschlossen und das Restaurant „Namaste“ an der Habinghorster Lange Straße eröffnet. Seine Heimat im Süden Nepals hat er jedoch nie vergessen.
Subedi stammt aus dem Dorf Sukranagar im Bezirk Chitwan. „Dort gibt es noch immer das alte Kastensystem“, erklärt er. „Zwar ist es offiziell längst abgeschafft. In der Herzen der Menschen lebt es aber weiter.“
Dementsprechend gebe es eine sehr große Armut unter der Bevölkerung und viele Familien seien nicht in der Lage, ihren Kindern die Dinge zu kaufen, die sie für die Schule benötigen.
Hier möchte Subedi helfen, denn eine Förderung der Bildung ist aus seiner Sicht der beste Weg, den Menschen der Region auf lange Sicht ein besseres Leben zu ermöglichen. „Das ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die Kinder können später Arbeit finden und ihre Familien unterstützen“, bemerkt er.
Als sich Subedi und seine Frau im August vergangenen Jahres verlobten, wollten sie ihr Glück teilen und gründeten den „Dipendra-Gita-Education-Fund“. Man habe damals auf alle Geschenke verzichtet und dafür um Spenden gebeten. „Rund 4000 Euro kamen dabei zusammen“, so Subedi.
Im Oktober 2010 feierten beide in Nepal ihre Hochzeit und nutzten die Gelegenheit, das Projekt der örtlichen Presse vorzustellen.
Mittlerweile seien es rund 6000 Euro, die auf dem Konto des Fonds liegen und nach und nach in verschiedene Bildungsprojekte investiert werden.
Erst vor wenigen Wochen fuhr das Ehepaar nach Nepal, um vor Ort Hilfe zu leisten. Sie sahen sich sechs Schulen an und sprachen mit Lehrern und Eltern, um herauszufinden, welche Kinder besonders dringend Hilfe benötigen. 38 Kinder wurden schließlich ausgewählt. „Wir haben die Eltern zuhause besucht, notiert was die Kinder brauchen und diese Dinge angeschafft“, berichtet Subedi. Eine kleine Hilfe, die eine große Wirkung haben kann.
Dabei hofft Subedi auf viele Nachahmer. Schließlich seien viele ehemalige Dorfbewohner inzwischen im Ausland und könnten von dort etwas bewirken. „Wenn sich jeder für sein Dorf engagiert, kann man gemeinsam viel erreichen“, hofft er.
Castrop-Rauxeler, die das Projekt der Subedis unterstützen möchten, können sich per E-mail unter dg.bildungsfond@googlemail.com melden.

Dipendra und Gita Sharma Subedi in ihrer nepalesischen Heimat.                                Foto: privat
Hat nun alles, was er für die Schule braucht: Ein kleiner Junge aus dem nepalesischen Dorf Sukranagar. Foto: privat
Autor:

Verena Wengorz aus Castrop-Rauxel

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