„Der Mensch beginnt nicht erst ab Akademiker“

v.l.n.r. Wolfgang Bosbach (MdB), Lambert Lütkenhorst, Tobias Stockhoff
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Wolfgang Bosbach und Schülerfirma der von-Ketteler-Förderschule begeisterten über 250 Gäste in der Galerie der Traumfänger

Dorsten – Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Galerie der Traumfänger auf der ehemaligen Zechenfläche in Hervest. Mehr als 250 Gästen aus allen Altersklassen folgten der Einladung des CDU-Stadtverbandes Dorsten und des JU-Kreisverbandes Recklinghausen, um Wolfgang Bosbach MdB zu hören. Doch der kam unverschuldet rund eine halbe Stunde zu spät. Launig scherzten Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und CDU-Bürgermeisterkandidat Tobias Stockhoff darüber, dass es sich nicht um rheinische Unzuverlässigkeit handle, sondern um eine blinkende Kontrolllampe an Bosbachs Auto aus Bayern.

Mit klaren Aussagen und einer überragenden Rhetorik fesselte der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages seine Zuhörer. In einem 75-minütigen Rundumschlag arbeitete er alle Themen von der Rente mit 63 bis zur Eurokrise ab. Hier erntete Bosbach viel Applaus, als er sagte: „Ich bin dafür, dass auch zukünftig jedes Land für seine Schulden einstehen muss. Auch Bayern übernimmt nicht die Schulden von NRW.“

Beim Thema „Solidarpakt“ machte der Bundespolitiker, der auf Einladung von Sven Volmering MdB zur Unterstützung von Tobias Stockhoff gekommen war, deutlich: „Ich bin mir sicher: Den Soli wird es auch noch nach 2019 geben. Aber die Mittel dürfen dann nicht mehr nach Himmelsrichtung, sondern nach Bedürftigkeit verteilt werden.“ Auch in Bosbachs Heimat, dem Bergischen Land, ist die finanzielle Situation der Städte und Gemeinden ähnlich angespannt wie in der Emscher-Lippe-Region.

Wenn man über die Bildungsrepublik Deutschland rede, dann dürfe man nicht nur über G8- oder G9-Abitur sprechen: „Wir brauchen gute Facharbeiter und Handwerker. Der Mensch beginnt nicht erst ab Akademiker.“ Einen Satz, den Stockhoff und Lütkenhorst aufgriffen, und der Schülerfirma der von-Ketteler-Schule dankten, die die Gäste mit rheinischen Waffeln und westfälischen Schinkenschnittchen versorgt hatten. „Wer in den Schulferien solch einen Einsatz zeigt, der hat eine Chance auf eine Lehrstelle verdient“, warb Tobias Stockhoff bei Unternehmern unter viel Beifall für die Schüler der Förderschulen.

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