Sparkassen Chess-Meeting: Arkadij Naiditsch sorgt für Furore

Arkadij Naiditsch war bei der 6. Runde des Sparkassen Chess-Meetings der Mann des Tages. Der 26-jährige Dortmunder bezwang Jan Gustafsson und schloss zur Spitze des Feldes auf.
Im Duell der Nationalmannschafts-Kollegen wählte Naiditsch die Königs-Indische-Verteidigung. Nach dem Damentausch im 21. Zug erhielt er dank seines Läuferpaars einen leichten Vorteil im Endspiel. Die Partie endete unerwartet schnell, denn Gustafsson übersah vier Züge später eine taktische Wendung, wonach er einen Turm für einen Läufer hätte geben müssen, und gab entnervt auf.
Für eine große Überraschung sorgte Mateusz Bartel. Der Pole besiegte mit den schwarzen Steinen Ruslan Ponomariov. In einer Spanischen Partie neigte sich die Waagschale erst im Endspiel zu Gunsten Bartels, als er entscheidend einen Bauern gewann und diesen Vorteil sicher verwertete.
Einen interessanten Schlagabtausch lieferten sich Peter Leko und Sergey Karjakin. Der 32-jährige Ungar sah sich im Vorteil, als er in einer Katalanischen Partie einen fantastischen neuen Zug auspackte. Zu seinem Verwundern hatte sein Gegner diesen Zug zu Hause schon analysiert. Leko opferte eine Figur und drohte den gesamten Damenflügel des Schwarzen zu kassieren. Karjakin verteidigte sich aber präzise und lenkte in ein ausgeglichenes Endspiel ein, das nach 33 Zügen mit Dauerschach endete. „Bei jedem anderen Gegner hätte ich die Partie im Handumdrehen gewonnen, doch Karjakin hat heute gezeigt, dass er ein Weltklassespieler ist“, fasste Leko das Geschehen zusammen.
Daniel Fridman und Wladimir Kramnik trennten sich remis. Der 37-jährige Russe griff als Schwarzer zur Grünfeld-Indischen-Verteidigung. „Das hat mich überrascht und deswegen wählte ich eine solide Variante“, äußerte sich Fridman im Anschluss. Trotzdem geriet der Deutsche unter Druck und musste einige genaue Züge finden, um letztendlich das Gleichgewicht zu halten.
Georg Meier gelang als Nachziehender ein Unentschieden gegen Fabiano Caruana. „Ich kam gut aus der Eröffnung heraus, doch leider wählte ich im Mittelspiel den falschen Plan. An einer Stelle hatte ich Glück, dass Caruana einen taktischen Schlag übersah. Danach geht das Remis in Ordnung“, zeigte sich der Deutsche nach der Partie nicht unzufrieden mit dem Verlauf.
Die 7. Runde des Sparkassen Chess-Meetings findet am Freitag, dem 20. Juli, statt. Die Paarungen lauten: Georg Meier-Jan Gustafsson, Arkadij Naiditsch-Ruslan Ponomariov, Mateusz Bartel-Daniel Fridman, Wladimir Kramnik-Peter Leko und Sergey Karjakin-Fabiano Caruana. Die Partien beginnen um 15 Uhr. Spielort ist das Schauspielhaus Dortmund.

Autor:

Thorsten Kolbe aus Dortmund-Süd

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