Späte Liebe rostet nicht 

Seit gut 20 Jahren glücklich verheiratet: Marianne Garte-Ruckert und Herbert Ruckert.
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Zwischen 2005 und 2015 hat sich die Zahl der Eheschließungen, bei denen beide Partner 50 oder älter sind, fast vervierfacht – auf rund 83 000, immerhin 20 Prozent aller Trauungen, das sagt die Statistik. Auch Marianne Garte-Ruckert und Herbert Ruckert gehören zu den 'späten' Paaren.

„ Ich wusste, dass ich mich hundertprozentig auf ihn verlassen kann, wir waren und sind ein sehr gut eingespieltes Team“, erzählt Marianne Garte-Ruckert über ihren Mann. Geheiratet haben die beiden erst spät: Marianne Garte-Ruckert war schon knapp über 50, Herbert Ruckert Ende 40, für beide war es die erste Ehe.

„Wir waren beide Lehrer an derselben Schule, dort haben wir uns kennengelernt“, erzählt Herbert Ruckert. Beide kamen sie aus dem Sauerland, beide waren ledig. „So acht, neun Jahre waren wir ein Paar, aber immer mit getrennten Wohungen“, erinnert sich Marianne Garte-Ruckert.

„Mein Mann hat in Kirchhörde gewohnt, ich in Brackel. Er hat immer für sich selbst gesorgt, er wollte kein 'Bratkartoffelverhältnis'.“ Umgekehrt hat Marianne Garte-Ruckert immer Wert darauf gelegt, ein eigenes Konto zu haben. „Das finde ich sehr wichtig und kann das nur jeder Frau raten.“

Der Entschluss zu heiraten kam nicht plötzlich: „Im Hinterkopf war das schon lange, der Gedanke 'warum heiraten wir nicht', aber die andere Hirnhälfte sagte:'brauchst du doch nicht', schmunzelt Herbert Ruckert.

Irgendwann hat sich dann doch die eine Hirnhälfte durchgesetzt, die Entscheidung zur Heirat fiel dann recht schnell, und im Oktober 1997 ging das Paar zuerst zum Standesamt und dann vor den Traualtar: „Wir wollten das an einem Tag machen, und als Lehrer haben wir die Trauung in die Herbstferien gelegt. Es gab eine Feier im Sauerland für die Verwandten, und später eine für die Kollegen.“ Geheiratet wurde im Sauerland, ein Priester und Jugendfreund von Marianne Garte-Ruckert reiste eigens für die Trauung an. Die kirchliche Hochzeit war für die beiden Katholiken keine Frage.

„In unserer Hochzeitsanzeige stand damals ein russischer Spruch: Heiraten ist kein Wettlauf, man kommt immer noch früh genug an“, erinnern sich die beiden. Erst mit der Eheschließung zogen sie in eine gemeinsame Wohnung in Brackel – und mussten sich von manchen Gewohnheiten und Hobbys verabschieden: „Ich habe früher immer sehr viel gelesen“, erklärt Marianne Garte-Ruckert. „Dafür habe ich nicht mehr so viel Zeit – ich unterhalte mich dafür mehr mit meinem Mann.“ Auch die exotischen Fernreisen waren für Marianne vorbei. Nun reiste sie mit ihrem Mann durch Deutschland, ist viel an der See, oder sie besuchen zusammen Kunstausstellungen, ein Hobby, das sie teilen.

Das Gleichgewicht von persönlichem Freiraum und Gemeinsamkeit ist für die Garte-Ruckerts sehr wichtig und wohl auch der Grund für ihre harmonische Ehe. Im Freundeskreis hatten sie erlebt, dass die Ehepaare sich immer stärker zurückzogen, das sollte ihnen nicht passieren. So achteten sie darauf, ihre jeweils eigenen Freunde und Freundinnen nicht zu vernachlässigen. Marianne trifft sich regelmäßig mit Freundinnen und unternimmt auch Reisen mit ihnen, während Herbert Ruckert dann in der Zeit alleine verreist und die Gegend erkundet.

Der Hochzeitstag im Oktober wird ganz immer speziell gefeiert, mit einer kleinen Reise oder einem Ausflug, alles wird in einem speziellen Tagebuch genau dokumentiert. Nun arbeiten sie auf die Silberhochzeit in vier Jahren hin – konkrete Pläne gibt es dafür aber noch nicht.

Seit gut 20 Jahren glücklich verheiratet: Marianne Garte-Ruckert und Herbert Ruckert.
Das Hochzeitsfoto von 1997
Autor:

Lokalkompass Dortmund-City aus Dortmund-City

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